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Die Hysterie um Jamal Musiala ist völlig fehl am Platz - Kommentar

Jamal Musiala ist noch weit von seiner Topform entfernt. Die aktuell aufkommende Hytsterie ist jedoch in Gänze deplatziert.
Jamal Musiala sollte nicht auf die Kritiker hören
Jamal Musiala sollte nicht auf die Kritiker hören | S. Mellar/GettyImages

Niemand konnte davon ausgehen, dass das Comeback von Jamal Musiala einfach werden würde. Nach der Horror-Verletzung aus dem Klub-WM-Match gegen Paris Saint-Germain herrschte der klare Tenor, dass man dem Offensiv-Star mindestens bis zum kommenden Sommer Zeit geben müsse, ehe man seine Leistungen wieder nach einem normalen Maßstab bewerten könne.

Umso unlogischer ist die Hysterie, die nun insbesondere seit dem Spiel gegen Real Madrid herrscht. Während in den verschiedensten Foren seitenlange Diskussionen ertoben, ob der 23-Jährige je wieder an seine früheren Leistungen anschließen können werde, raten ihm Experten wie Oliver Kahn bereits von einer Teilnahme von der kommenden WM ab. Didi Hamann wetterte sogar, dass sich die Frage nach der Weltmeisterschaft im Sommer für Musiala gar nicht mehr stelle, da dieser für die Bayern derzeit überhaupt keinen Mehrwert darstellt. Zudem häufen sich die Stimmen, die Musiala als überbezahlt beschreiben und diesen aufgrund seines üppigen Gehalts nun schon in die Pflicht nehmen.

Musiala hat noch Zeit bis zur WM

All den Kritikern sei jedoch gesagt: "Jetzt entspannt euch doch endlich mal und lasst Musiala in Ruhe". Zum einen ist festzuhalten, dass bis zum ersten deutschen WM-Auftritt gegen Curacao noch mehr als zwei Monate Zeit bleiben. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Musiala durch den jüngsten Verletzungsrückschlag aktuell überhaupt keinen Spielrhythmus hat.

Folgerichtig war es für ihn eine wahre Herkulesaufgabe, bei einem unglaublich schwierigen Spiel in Madrid auf Knopfdruck Leistung bringen zu sollen. Real drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich und war stets auf schnelle Ballgewinne aus. Mit diesem Tempo und dieser Intensität gegen den Ball hatte Musiala verständlicherweise seine Probleme. Angesichts der fehlenden Praxis wäre alles andere fast schon ein Wunder gewesen.

Musiala muss noch nicht der Entscheider sein

Musiala ist gewiss noch nicht so weit, dass er für den FC Bayern ein Key-Player in den ganz großen Matches sein kann. Hier sind vor allem Michael Olise und Harry Kane in der Pflicht. Auch in der Startelf hat Musiala aktuell nichts verloren. Dies ist aktuell aber auch nicht weiter schlimm.

Der Dribble-Künstler sollte sich in den Bundesligaspielen Selbstvertrauen sichern und auf diese Weise auch in der Champions League wieder zum nützlichen Joker werden. Gelingt Musiala dieser Schritt, ist er für den Moment absolut im Soll und kann auch bei der WM 2026 seinen Teil zum Erfolg beitragen.

Ob er beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko auch schon wieder eine Schlüsselrolle übernehmen kann, sei mal dahingestellt, aber früher oder später wird Musiala wieder seine Form finden.

Dass ist bis zu diesem Moment viele Monate oder auch länger als ein Jahr dauern kann, war von Anfang an klar. Man darf auch nicht vergessen, dass Musiala vor seiner Verletzung aus der Klub-WM an einem Muskelbündelriss litt und zusammengerechnet praktisch ein Jahr fehlte. Eine Faustregel besagt, dass ein Spieler doppelt so lange wie die Ausfallzeit benötigt, um wieder in Topform zu kommen.

Bis dahin würden noch Monate durchs Land ziehen.

Musiala wird zu negativ bewertet

Folgerichtig ist die aktuelle Negativität auch völlig deplatziert. Es ist schließlich nicht so, als hätte Musiala seit seiner Verletzung ausschließlich schlechte Leistungen gezeigt. Die Leichtigkeit und das Selbstverständnis mögen für den Moment weg sein, jedoch hat Musiala einen hervorragenden Trainer, tolle Kollegen sowie die beste medizinische Betreuung. All das wird ihm dabei helfen, das dunkle Kapitel seiner Karriere zu überstehen.

Allerdings ist er gut beraten, derzeit nicht auf die Kahns und vor allem Hamanns dieser Welt zu hören und sein eigenes Ding durchzuziehen. Positive Ansätze waren vor dem Rückschlag aus dem Bergamo-Spiel absolut zu sehen. Nicht umsonst hat er immerhin auch schon fünf Scorer in 475 Pflichtspielminuten gesammelt. Wer erwartet hatte, dass Musiala schon jetzt wieder leichtfüßig die Gegenspieler umkurven würde, soll sich und seine Erwartungshaltung lieber mal hinterfragen.

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