Der Griff in leere Taschen: BVB-Verkauf von Star-Duo unausweichlich?

Borussia Dortmund benötigt dringend Geld für den weiteren Umbruch des Kaders. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Zwei Stürmer-Stars sollen daher im Verkaufs-Fokus stehen. 👀
Karim Adeyemi und Serhou Guirassy
Karim Adeyemi und Serhou Guirassy | Teresa Kröger - UEFA/GettyImages

Borussia Dortmund hat eine Umbruchsphase eingeleitet. Das belegen die Kaderentscheidungen rund um Julian Brandt, der den Verein am Saisonende ablösefrei verlassen wird, aber ebenso die bedeutende Vertragsverlängerung mit Felix Nmecha, der im Mittelfeld der Borussen zu einer festen Größe geworden ist und allmählich zum Starspieler aufsteigt.

Doch damit ist der Umbruch noch längst nicht abgeschlossen. Der BVB muss und wird diesen bis zur neuen Saison weiter vorantreiben. Dabei ist der Verein natürlich auch von den finanziellen Mitteln abhängig.

Genau dort schmerzt aber das frühe und unnötige Ausscheiden aus der Champions League nun besonders und könnte Verkäufe von teuren Spielern beinahe unausweichlich machen. So auch bei den beiden Offensivstars Serhou Guirassy und Karim Adeyemi, deren Zukunft noch immer vollkommen unklar und offen ist.

BVB sind finanziell die Hände gebunden

Den BVB-Bossen steht laut Sky Sport aktuell nur ein Transferbudget von 25 bis 30 Millionen Euro zur Verfügung. Angesichts der aktuellen Transfermarktpreise ist das aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein für einen ambitionierten Topklub wie Dortmund. Mit diesem eingeschränkten Handlungsspielraum muss der BVB versuchen, im Spitzenfeld der Bundesliga zu bleiben – es sei denn, es können weitere Millionen eingespielt werden. Das ist derzeit aber wie schon in der Vergangenheit nur über teure Verkäufe möglich. Bereits in der Vergangenheit wurde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie abhängig der BVB von millionenschweren Verkäufen ist.

"Wir müssen gucken, wer wird uns noch verlassen, was hat man noch an Möglichkeiten finanziell", meinte Trainer Niko Kovac am Sky-Mikro. Und speziell zu einem Nachfolger für Brandt: "Klar, ihn eins-zu-eins ersetzen wird nicht einfach, denn diese Qualität kostet natürlich auch Geld. Aber wir werden schon gute Ideen haben, die wir hoffentlich dann auch umsetzen können, der Markt ist nicht ganz einfach."

Dem Vernehmen nach suchen die Dortmunder Verantwortlichen nach dem Brandt-Abschied aber keinen neuen Spielmacher-Typen, sondern eher einen Unterschiedsspieler für den Flügel. Billiger wird der aber kaum werden.

Zumal Nmecha auch noch einen neuen Nebenmann im zentralen Mittelfeld an die Seite gestellt bekommen soll. Der BVB sucht hier einen klassichen Sechser, der neben Box-to-Box-Spieler Nmecha abräumt.

Verkäufe von Adeyemi und Guirassy könnten für diese Transferpläne das nötige Geld einspielen:

Adeyemi-Gesrpäche auf Eis

Eher Sorgenkind als Musterschüler: Karim Adeyemi
Eher Sorgenkind als Musterschüler: Karim Adeyemi | NurPhoto/GettyImages

Die Lage um Karim Adeyemi ist ohnehin seit Monaten fragwürdig, denn neben den zahlreichen Eskapaden des Offensivstars auf und neben dem Rasen spielt Adeyemi nicht nur sportlich keine unantastbare Rolle unter Trainer Niko Kovac. Dass der 24-Jährige sein Potenzial selten bis nie voll ausschöpft, ist bei den Dortmunder Fans längst ein Streitthema und sorgt für dicke Luft im so treuen Fanlager. Ebenso macht die Runde, dass Adeyemi sich zu oft von unnötigen Nebenspielplätzen ablenken lässt und damit einen Großteil seiner Karriere sinnlos vergeudet.

Die Vertragsgespräche mit dem Angreifer, dessen Vertrag in Dortmund im Sommer 2027 ausläuft, stocken nach Sky-Angaben nicht nur, sondern liegen derzeit zumindest in puncto Zielführung offenbar sogar auf Eis und beschränken sich auf losen Austausch zwischen Adeyemis Berater Mendes und BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl.

Guirassy-Entscheidung im Mai

Mit dem Herz nicht voll beim BVB? Serhou Guirassy
Mit dem Herz nicht voll beim BVB? Serhou Guirassy | NurPhoto/GettyImages

Auch die Lage bei Torjäger Serhou Guirassy ist unklar. Er wird bereits seit Monaten mit Wechselgerüchten in Verbindung gebracht und verfügt über eine Ausstiegsklausel in Höhe von 50 Millionen Euro, mit der er in Dortmund die Reißleine ziehen könnte. Mit einer zeitnahen Entscheidung ist allerdings nicht zu rechnen, denn die Guirassy-Seite wird sich reichlich Zeit nehmen, um den Markt und die eingehenden Angebote zu sondieren, damit der Guineer im Karriereherbst noch einen lukrativen Vertrag abschließen kann.

Mit einer Entscheidung ist wohl erst im Sommer zu rechnen. Auch wenn aus der Wüste weiterhin großes Interesse bestehen soll, wartet Guirassy bevorzugt offenbar auf einen Topklub aus Europa, um Dortmund den Rücken zu kehren. Zuletzt wurde die AC Mailand als konkreter Interessent genannt. Mit Fabio Silva und Maximilian Beier stehen zwei potenzielle Nachfolger bereit, die einen Abgang von Guirassy im Sturm verschmerzen könnten und ein kostengünstiges Nachwuchsjuwel ließe sich bestimmt auch noch finden.

Fazit: Der BVB kommt an den Verkäufen kaum vorbei

Gerade bei diesen beiden Spielern wird wohl deutlich, dass ein Verkauf nicht nur viel Geld in die klammen Dortmunder Kassen spülen, sondern auch einige leidige Nebenkriegsschauplätze beenden könnte. Das wäre bei einem Umbruch sicherlich kein unbedeutender Faktor. Bei einem mutigen Fazit ließe sich wohl durchaus auch behaupten: Der BVB kommt an Verkäufen von Karim Adeyemi und Serhou Guirassy zum Gesamtwohle des Vereins gar nicht vorbei.

Es sei denn, Nico Schlotterbeck entscheidet sich gegen eine Vertragsverlängerung und wird im Sommer tatsächlich für eine hohe Ablöse verkauft. In dem Fall könnte sich die Borussia eher leisten, Adeyemi oder Guirassy zu halten.

Bei Schlotterbeck steht eine Entscheidung weiter aus. Laut Sky hat ihn Real Madrid zwar auf der Liste, so heiß wie zuletzt von anderen Medien berichtet sei das Werben der Königlichen aber (noch) nicht. Real sucht zwar neue Innenverteidiger, das Schlotterbeck-Packet könnte den Blancos aber zu teuer sein.

Loading recommendations... Please wait while we load personalized content recommendations