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Der BVB braucht ein Ricken-Machtwort – jetzt!

Lars Ricken muss den Schlotterbeck-Poker beenden - und zwar sofort! Ein Kommentar.
Lars Ricken muss eine Entscheidung fällen
Lars Ricken muss eine Entscheidung fällen | 90min-Edit/IMAGO

Die Vertrags-Causa um Nico Schlotterbeck wirft ein schlechtes Licht auf Borussia Dortmund. Vor allem aber auf zwei entscheidende Personen: Sportchef Lars Ricken und Schlotterbeck selbst!

Schlotterbeck hat sich für viele BVB-Fans längst schon vom Liebling zum nervigen Poker-Spieler entwickelt. "Echte Liebe" sieht anders aus. Die Chance, ein klares Bekenntnis zu einer Zukunft in Schwarzgelb abzugeben, hat der 26-Jährige längst verpasst. Stattdessen entsteht der Eindruck, der Verteidiger warte eigentlich nur auf etwas Besseres als den BVB.

"Es ist jetzt blöd auch für BVB-Fans, aber wie gesagt, es ist keine einfache Situation für mich, weil auch im letzten Moment Sebastian gegangen ist."
Nico Schlotterbeck

Mit seinen Aussagen nach dem Ghana-Spiel hat Schlotterbeck das Pulverfass dann auch so richtig geöffnet. Ricken versuchte die Wogen im Anschluss zwar zu glätten, gibt damit aber kein souveränes Bild ab. Denn als Geschäftsführer Sport sollte es doch eigentlich Ricken höchstpersönlich sein, der in den Verhandlungen mit der Schlotterbeck-Seite den Hut auf hat.

Doch Schlotterbeck malte in seinem Interview, in dem er eine zeitnahe Einigung vehement dementierte, ein Bild, wonach Ex-Sportdirektor Sebastian Kehl der Haupt-Verhandler war. Und sich die Situation nach dessen Abschied grundlegend verändert habe.

"Nicos Aussagen sind nachvollziehbar. Wir haben weder einen Durchbruch, noch eine Einigung bestätigt."
Lars Ricken (SID)

Neue Situation nur Schein-Argument

Für Kehl-Nachfolger Ole Book macht Schlotterbeck den Start in Dortmund damit umso schwerer. Zumal man sich zwei Dinge fragen muss: Wieso war Ricken – zumindest nach Schlotterbecks Meinung – so wenig involviert? Und warum hat sich nach dem Kehl-Abschied die Situation für Schlotterbeck in Dortmund eigentlich geändert?

Mit Ricken ist der Sportchef geblieben. Das Streben nach mehr Erfolg und Titeln ist auch unter Book ungebrochen. Nahe liegt, dass Schlotterbeck die Situation ausnutzt und einfach weiter pokern möchte. Womöglich auf bessere Angebote anderer Klubs. Oder auf ein noch besseres vom BVB.

Dem Vernehmen nach bietet die Borussia bereits ein Jahressalär von 14 Millionen Euro, künftig die Kapitänsbinde und eine Ausstiegsklausel ab Sommer 2027, die bei rund 60 Millionen Euro liegen soll.

Würde Schlotterbeck diesen Vertrag bis 2031 unterschreiben, wäre das auf den ersten Blick zwar ein BVB-Statement. Auf den zweiten aber zunächst ohnehin nur eine Verlängerung um ein Jahr. Denn, würde Schlotterbeck nicht über 2027 hinaus verlängern, müsste der BVB in diesem Sommer einen Verkauf anstreben, um ihn nicht ablösefrei zu verlieren. Die erhoffte Ablöse wäre bei einem Marktwert von 55 Millionen Euro wohl nicht erheblich niedriger.

Des Guten zu viel!

Die Bild berichtet nun sogar, dass die Schlotterbeck-Seite abklopfen möchte, ob man im neuen Vertrag nicht sogar schon eine Ausstiegsklausel für diesen Sommer einbauen könnte. In dem Fall stünde dem 26-Jährigen nach einer starken WM, die seinen Marktwert weiter steigern würde, ein sofortiger Wechsel offen.

Steckt hinter diesen Schlotterbeck-Überlegungen auch nur ein Hauch Wahrheit, müssen die BVB-Bosse einfach die Notbremse ziehen. Denn dann ist für alle offensichtlich, dass sich Schlotterbeck eigentlich gar nicht zur Borussia bekennen möchte. Zumal man den eigenen Kader dann auch gar nicht vernünftig planen könnte. Schließlich würde über den Sommer hinweg weiterhin der Schlotterbeck-Abgang drohen.

Es braucht ein Ricken-Machtwort – jetzt!

Für Ricken käme das einer Bankrott-Erklärung gleich. Vielmehr sollte er nun die Chance nutzen und seine angeknackste Reputation stärken: Es braucht ein Machtwort des Sportchefs. Und zwar in Form eines Schlotterbeck-Ultimatums, das tatsächlich ultimativ ist. Nach monatelangen Verhandlungen liegen die Dortmunder Karten längst auf dem Tisch. Schlotterbeck muss das BVB-Angebot ohne Nachverhandlungen JETZT annehmen oder ablehnen.

Böse wären die meisten BVB-Fans Ricken sicher längst nicht mehr, sollte er bei Schlotterbeck ein Machtwort sprechen, das am Ende zu dessen Abschied führt. Die grundlegende Haltung ist ohnehin: Niemand ist größer als der Verein – auch ein Nico Schlotterbeck nicht.

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