Die Zukunft von Nico Schlotterbeck schien vorerst entschieden. Bild und Sky berichteten in den vergangenen Tagen übereinstimmend, dass der BVB-Verteidiger seinen bis 2027 gültigen Vertrag in Dortmund verlängern wird und damit mindestens noch eine weitere Saison in Schwarzgelb auflaufen werde.
Schlotterbeck dementiert Einigung mit dem BVB
"Ich muss das klar dementieren. So weit sind wir leider nicht."Nico Schlotterbeck
Der 26-Jährige selbst zeigte sich nach dem 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Ghana am Montagabend verwundert über die Berichte.
"Gut, dass du das fragst, weil ich das heute von euch gelesen habe. Ich sag dir ganz ehrlich: Ich muss das klar dementieren. So weit sind wir leider nicht", erklärte Schlotterbeck auf Nachfrage von Sky-Transferexperte Florian Plettenberg.
Der TV-Sender hatte kurz vor dem Spiel noch einmal betont, dass Schlotterbecks Unterschrift unter ein neues BVB-Arbeitspapier bis 2031 nur noch Formsache sei. Demnach würde der Linksfuß mit einem Gehalt von rund 14 Millionen Euro brutto zum Topverdiener aufsteigen und bekommt eine Ausstiegsklausel gewährt, die schon ab 2027 gültig ist.
Sportdirektor-Wechsel sorgt für Verzögerung
"Es ist keine einfache Situation für mich, weil auch im letzten Moment Sebastian gegangen ist."Nico Schlotterbeck
Laut Schlotterbeck stehe seine Unterschrift also nicht "unmittelbar bevor" und sei "nach der Länderspielpause geplant, die Verkündung im Anschluss", wie am Montagabend erneut berichtet. Der Dortmunder Abwehrchef begründete auch gleich, warum eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sei – oder überdacht werden muss. In Dortmund passierte bekanntlich jüngst der Wechsel auf der Sportdirektoren-Position von Sebastian Kehl zu Ole Book.
"Ich habe lang mit Sebastian verhandelt. Sebastian ist jetzt nicht mehr da. Jetzt wird Ole mein Ansprechpartner, mit Lars [Ricken]. Deswegen habe ich mich gerade auf die Frage gefreut. Aber das, was du gesagt hast, stimmt ja gar nicht", wurde Schlotterbeck deutlich und sprach dabei bewusst Plettenberg an.
Und ergänzte: "Natürlich hat mich Ole auch schon angerufen, deswegen bin ich sehr verwundert über die Berichterstattung. Ich musste das nochmal ansprechen, weil ich es nicht so oft angesprochen habe, aber soweit sind wir nicht, dass die Unterschrift kurz bevorsteht."
Das Kehl-Aus habe für Schlotterbeck "die Situation schon ein bisschen verändert", führte er aus. "Es ist jetzt blöd auch für BVB-Fans, aber wie gesagt, es ist keine einfache Situation für mich, weil auch im letzten Moment Sebastian gegangen ist."
Warum eine Schlotterbeck-Verlängerung dennoch wahrscheinlich ist
Sport1 berichtet nun, dass auch von Klub-Seite Verwunderung über die Berichte einer zeitnahen Verlängerung geherrscht haben soll. Schlotterbecks Unterschrift dürfte noch ein wenig auf sich warten lassen.
Es scheint, als wolle sich der 26-Jährige mit Kehl-Nachfolger Book nochmals in Ruhe austauschen. Ob sich die Situation aber tatsächlich so stark verändert hat, dass es bei Schlotterbeck zum Umdenken kommt, darf ebenso bezweifelt werden. Vieles dürfte weiterhin klar für einen neuen BVB-Vertrag sprechen.
Zum einen, weil der Verteidiger dank der Ausstiegsklausel schon 2027 die Chance hat, zu wechseln. Und dann wahrscheinlich für keine viel höhere Ablöse, als die Summe, die der BVB in diesem Sommer verlangt hätte. Zum anderen scheint es auch so, dass Schlotterbeck bei den internationalen Topklubs, bei denen er gehandelt wurde (u.a. Liverpool, Real Madrid, Barça) nicht (mehr) der klare Wunschkandidat ist.
