Das fordert Effzeh-Boss Kessler jetzt von Kwasniok
Von Franz Krafczyk

Dieser Sieg war Balsam für die kölsche Seele: Der 1. FC Köln konnte am Samstag nach acht sieglosen Bundesliga-Spielen erstmals wieder einen Dreier feiern. Gegen den 1. FSV Mainz 05 drehten die Geißböcke einen 0:1-Pausenrückstand in einen 2:1-Sieg um. Dabei erzielte Ragnar Ache als Joker einen Doppelpack.
Insbesondere Lukas Kwasniok dürfte nach dem Abpfiff einmal tief durchgeatmet haben. Der 44-Jährige erlebte nach einem traumhaften Saisonstart kürzlich seine erste Krise als Effzeh-Trainer und musste sich zuletzt sogar Fanplakate ansehen, die sich gegen ihn richteten. Hat Kwasniok die Fans und vor allem Sportdirektor Thomas Kessler nun wieder hinter sich gebracht?
Um seinen Job bangen muss Kwasniok derzeit zwar nicht, allerdings wird er in den kommenden Spielen nicht nachlassen dürfen. "Ich habe die absolute Überzeugung, dass dieser Kader von der Qualität her so bestückt ist, dass wir eine Rückrunde spielen werden, an der wir alle Spaß haben", erklärte Kessler nach dem Mainz-Spiel gegenüber Bild.
"Wir müssen schauen, dass wir die Qualität, die wir in Gänze im Kader haben, punktuell so einsetzen, dass wir die nötigen Punkte holen, um im nächsten Jahr hier weiter Bundesliga zu spielen und den Klub weiter zu stabilisieren", so der Sportdirektor weiter.
Kesslers Forderung: Weniger Rotation, mehr Zurückhaltung
Was Kessler damit andeutet, ist die ständige Rotation von Kwasniok, der seine Startelf vor nahezu jedem Spiel auf mehreren Positionen verändert. Laut Bild war dies Kessler in den vergangenen Wochen zu viel, weshalb er nun fordert, dass sich in naher Zukunft eine Stammelf findet und einspielen kann. Auch Spieler wie Jan Thielmann, der mit seinem Wunsch sogar an die Öffentlichkeit ging, forderten dies bereits.
Um den Konkurrenzkampf am Leben zu erhalten und für den Gegner schwerer ausrechenbar zu bleiben, ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass Kwasniok vollständig von seiner bisherigen Linie abweicht. Der Coach muss daher einen Mittelweg finden, mit dem die Spieler und Verantwortlichen leben können und der gleichzeitig erfolgreich ist.
Was sich Kessler von Kwasniok außerdem wünscht, ist ein wenig mehr Zurückhaltung in der Öffentlichkeit. Der Trainer, der mit seiner emotionalen und ehrlichen Art zwar zum Effzeh passt, soll künftig professioneller auftreten. Dazu zählt auch, weniger plakativ über seine Spieler zu sprechen.
Es bleibt abzuwarten, inwiefern Kwasniok sich hier verbessern kann. In der Domstadt sollte man schließlich auch nicht erwarten, dass er sich von nun an verstellt. Schlussendlich werden auch bei ihm die Ergebnisse das entscheidendste Kriterium bleiben.
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