BVB: Kovac-Reaktion um erneuten Guirassy-Eklat verblüfft

Erneut sorgte BVB-Star Serhou Guirassy für Aufsehen und trübte damit das eigentlich aus sportlicher Sicht erfolgreiche Dortmunder Bild.
BVB-Coach Niko Kovac
BVB-Coach Niko Kovac / Christof Koepsel/GettyImages
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Borussia Dortmund konnte am Samstagabend einen großen Achtungserfolg einfahren und behielt im Top-Spiel der Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen in einem am Ende doch noch engen Duell die Oberhand. Eigentlich hätte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac damit reichlich Grund zur Freude, doch erneut gibt es ein störendes Haar in der Dortmunder Suppe, das den Namen Serhou Guirassy trägt.

Dortmund schlägt Leverkusen

Im Topspiel gegen die Werkself konnte sich BVB-Coach Kovac vor allem auf seine Defensivspieler verlassen. Diese hielten nicht nur hinten den Laden größtenteils dicht, sondern sorgten auch auf der anderen Seite des Platzes für Highlights. So war es Abwehrjuwel Aaron Anselmino, der mit seinem Führungstreffer zum 1:0 in der 41. Minute die Dortmunder auf die Siegerstraße einbiegen ließ, ehe Karim Adeyemi mit dem 2:0 in der 65. Minute die vermeintliche Vorentscheidung lieferte.

Aaron Anselmino bejubelt seinen Treffer zum 1:0
Aaron Anselmino bejubelt seinen Treffer zum 1:0 / INA FASSBENDER/GettyImages

Bayer Leverkusen kam spät zurück, doch der Anschlusstreffer durch Christian Kofane in der 83. Minute kam am Ende zu spät. Dortmund machte, womit man zuletzt große Probleme hatte, und brachte den knappen Vorsprung erfolgreich über die Ziellinie. Dennoch gab es einen kleinen Wehrmutstropfen am Rande des großen Erfolgs der für unnötige Diskussion sorgte.

Guirassy-Auswechslung sorgt für Wirbel

BVB-Torjäger Serhou Guirassy hatte große Probleme, ins Spiel zu finden, und war letztlich kein wichtiger Faktor für die Dortmunder Offensive. Deshalb holte Niko Kovac den Sturmstar bereits in der 61. Minute vom Feld und wechselte ihn gegen seinen Sturm-Konkurrenten und Teamkollegen Fabio Silva aus.

Serhou Guirassy blieb gegen Leverkusen blass und wurde ausgewechselt
Serhou Guirassy blieb gegen Leverkusen blass und wurde ausgewechselt / Pau Barrena/GettyImages

Das schmeckte dem Guineer offenbar überhaupt nicht, denn er verließ sichtlich angefressen den Rasen in Leverkusen. Dabei scheint es auch so, als habe Guirassy seinem Trainer den Handschlag verweigert, was natürlich sofort zum Nebenkriegsschauplatz und gefundenen Fressen für die Medien wurde und dem Dortmunder Sieg am Ende einen abermals bitteren Beigeschmack verlieh. Es war nicht das erste Mal, dass Guirassy für ein Haar in der Suppe sorgte.

Kovac-Reaktion verblüfft

"Es ist alles wieder gut. Der Serhou und ich sind ein Herz und eine Seele."

Niko Kovac über Guirassy-Vorfall

Direkt nach dem Abpfiff suchte Kovac den Austausch mit seinem Sturmstar und nahm ihn in den Arm. Im Interview bei Sky sagte der BVB-Coach dann durchaus verblüffend: "Es ist alles wieder gut. Der Serhou und ich sind ein Herz und eine Seele." Für viele BVB-Fans vermutlich etwas zu viel Schmusekurs für einen Spieler der die Thematik eines Dortmunder Spiels häufig zu seiner eigenen zu machen scheint.

Ein Herz und eine Seele? Serhou Guirassy und Niko Kovac
Ein Herz und eine Seele? Serhou Guirassy und Niko Kovac / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

"Es wäre auch nicht schön, wenn er lächelnd und zufrieden rauskommt."

Kovac über Guirassy

Die Begründung für den vermeintlichen Schmusekurs um Guirassy lieferte Niko Kovac ebenfalls. "Ich bin jetzt 54 Jahre alt. Vielleicht hätte ich vor ein paar Jahren anders reagiert", so der BVB-Coach.

Für den gebürtigen Berliner scheint die Angelegenheit um den kleinen aber unnötigen Vorfall um Guirassy bereits direkt nach dem Spiel gegessen gewesen zu sein. "Wir haben das nach dem Spiel geregelt. Er hat auch verstanden, warum das der Fall war", erklärte Kovac und zeigte Verständnis für die Reaktion seines Schützlings nach dessen Herunternahme: "Es wäre auch nicht schön, wenn er lächelnd und zufrieden rauskommt", so Kovac.

Der Dortmunder Cheftrainer war sich jedoch darüber im Klaren, dass die Szene für Aufregung sorgen würde. Auch für Kovac sei die Aktion seines Angreifers in dieser Hinsicht "unnötig" gewesen und Guirassy müsse zudem verstehen, dass er nicht vor Auswechslungen befreit ist. Dennoch stellte Kovac klar: "Wenn einer dem Serhou die Stange hält, dann bin ich das."

Das klingt nach einem gewissen Maß an Narrenfreiheit für den 29-Jährigen. Die große Frage bleibt allerdings offen, ob das jedem beim BVB schmecken wird und ob bei Guirassy die Schmerzgrenze womöglich anders liegt als bei anderen Spielern. Es ist und bleibt ein Ritt auf der Rasierklinge, aber Kovac wird sicherlich wissen, was er tut.


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