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Zweifel an "Kronprinz" Urbig: Oliver Kahn wird bei Neuer-Nachfolge deutlich

Die Torwartfrage im Bayern-Tor spaltet Fußball-Deutschland in zwei Lager.
VonOliver Helbig
Manuel Neuer und Jonas Urbig gehören zu den bestimmenden Gesprächsthemen beim FC Bayern
Manuel Neuer und Jonas Urbig gehören zu den bestimmenden Gesprächsthemen beim FC Bayern | DeFodi Images/GettyImages

Während schon klar ist, dass sich die unglaublich beeindruckende Karriere von Torwartlegende Manuel Neuer ihrem Ende nähert, kocht die Debatte um seine Nachfolge immer weiter hoch.

Beim FC Bayern München scheint mit dem 23-jährigen Jonas Urbig der Nachfolger des 40-Jährigen bereits ausgemacht, doch ob er den Fußspuren Neuers gewachsen ist, darüber herrscht noch allgemeine Unklarheit.

Job-Sharing beim FC Bayern sorgt für Unruhe

Unklar ist auch der Zeitpunkt der Wachablösung. Der Plan, Jonas Urbig im laufenden Saisonbetrieb mit zunehmender Einsatzzeit im Schatten seines Mentors immer näher an die Rolle der Nummer eins zwischen den Münchner Pfosten heranzuführen, ist ausgemacht. Doch die nicht abreißenden Patzer und sich mehrenden Wehwehchen von Manuel Neuer befeuern auch gerade die Stimmen, die einen schnellen Wechsel fordern.

Dem entgegen stehen die Stimmen, die Neuer sein letztes Jahr als klare Nummer eins in vollem Ausmaß zugestehen wollen. An diesem Thema scheiden sich die Geister.

Nun hat sich auch Oliver Kahn, ehemaliger Torhüter des FC Bayern, in die Jobsharing-Debatte im Bayern-Tor eingemischt. In der Sendung 'Triple – der Hagedorn Fußballtalk' auf Sky Sport äußerte er sich zu der Debatte um das Bayern-Tor und fand dabei neben deutlichen Worten auch eine Warnung für die Seite Urbig.

"So lange die Situation so ist, wie sie jetzt bei Bayern ist, ist es ständig dazwischen. Ich kann dir nicht sagen, ob Urbig wirklich die Qualität hat, die Nummer eins bei Bayern München zu sein."
Oliver Kahn
Oliver Kahn
Oliver Kahn | Alexander Hassenstein/GettyImages

Kahn lobte Urbig als "großartiges Talent" und einen Schlussmann, "der hier und da Unhaltbare hält und schon jetzt sehr weit ist". Doch das reicht in den Augen Kahns noch nicht, um jetzt schon sicher zu sagen, dass der 23-Jährige auch die Rolle des Neuer-Nachfolgers ausfüllen kann. Für Kahn ist die Rolle als Nummer eins eine ganz andere, als die des Vertreters im Deckungsschatten mit Welpenschutz.

"Ich möchte das sehen, in dem Moment, in dem er die volle Verantwortung als Nummer eins trägt. Das ist etwas komplett anderes", ergänzte die Torwartikone dazu. Damit steht Kahn nicht alleine da, denn auch Sepp Maier blies zuletzt schon ins gleiche Horn.

Kahn weckt böse Bayern-Erinnerungen

Und der 57-Jährige spricht aus Erfahrung, denn auch nach seinem Karriereende bei den Bayern hatten die Münchner plötzlich ein Torwartproblem, weil die angedachte Nachfolgelösung Michael Rensing trotz großer Vorschusslorbeeren nicht funktionierte. "Ich habe das auch erlebt mit Michael Rensing. Urbig ist in der Situation, in der er sich befindet, der Kronprinz, dann spielt mal wieder der Manuel, dann spielt mal wieder Urbig. Was willst du denn da rauslesen? Da liest du nicht viel raus. Weil die Nummer eins bedeutet, da ist dann kein Manuel Neuer mehr", so Kahn deutlich.

"Ich habe das auch erlebt mit Michael Rensing."
Oliver Kahn
Gescheiterte Wachablösung: Michael Rensing konnte die Kahn-Fußspuren nicht füllen
Gescheiterte Wachablösung: Michael Rensing konnte die Kahn-Fußspuren nicht füllen | Sandra Behne/GettyImages

Ob sich bei Jonas Urbig und Manuel Neuer die Geschichte mit Kahn und Rensing wiederholen könnte, darüber sieht Oliver Kahn aktuell mehr Fragezeichen als echte Antworten. "So lange die Situation so ist, wie sie jetzt bei Bayern ist, ist es ständig dazwischen. Ich kann dir nicht sagen, ob Urbig wirklich die Qualität hat, die Nummer eins bei Bayern München zu sein", so Kahn.

Der 57-Jährige ergänzte aber: "Er macht hier und da gute Spiele, er ist talentiert, hat sogar Länderspiele gemacht. Und das, obwohl er nicht die etatmäßige Nummer eins ist. Das ist schon sehr außergewöhnlich."

Was damit einmal mehr klar zu werden scheint, ist schlicht, dass die Wahrheit auf dem Platz liegt und der FC Bayern und Fußball-Deutschland erst wissen werden, ob Jonas Urbig die adäquate Neuer-Nachfolge ist, wenn der 23-Jährige dazu gezwungen ist, als klare Nummer eins mit Top-Leistungen am Fließband zu glänzen, während Manuel Neuer als Fan von der heimischen Couch aus zuschaut.


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