Zwei Endspiele für Köln-Coach Kwasniok - Bericht

Lukas Kwasniok eckt in Köln an vielen Stellen an. Zuletzt stimmten auch die Ergebnisse nicht mehr. Jetzt soll der Effzeh-Trainer vor zwei "Endspielen" stehen.
Muss Lukas Kwasniok um seinen Job bangen?
Muss Lukas Kwasniok um seinen Job bangen? / UWE KRAFT/GettyImages
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Am Mittwochabend empfängt der 1. FC Köln zum zweiten Mal in dieser Saison den Rekordmeister. Beim ersten Aufeinandertreffen im DFB-Pokal hielten die Geißböcke lange Zeit sehr gut mit, gingen sogar in Führung - nur um am Ende mit 1:4 doch chancenlos zu sein.

Damals, Ende Oktober, war die Welt am Geißbockheim auch noch völlig in Ordnung. Der Bundesliga-Rückkehrer spielte unter dem neuen Trainer Lukas Kwasniok eine starke Saison - fernab der Abstiegszone.

Knapp drei Monate später ist diese nach sieben sieglosen Spielen wieder etwas bedrohlich näher gerückt. Kwasniok steht mittlerweile schon unter Druck. Nicht nur bei den Fans, sondern offenbar auch bei der sportlichen Führung.

Zwei "Kwasniok-Endspiele" mit Fokus auf Mainz-Duell

Die Bild berichtet, dass der 44-Jährige gewissermaßen zwei "Endspiele" bekommt. Das Duell gegen die Bayern ist dabei eine Art "Bonus-Spiel". Entscheidender werde es im Heimspiel darauf zum Start der Rückrunde. Dann empfängt der Effzeh den aktuell Tabellenletzten Mainz. Kassiert Köln in diesem Duell eine klare Pleite, dürften Kwasnioks Tage als Effzeh-Coach gezählt sein.

Angriffsfläche bietet Kwasniok derweil genug. Der FC-Coach lässt viel rotieren, scheut sich nicht vor personellen Experimenten - die nicht immer gutgehen. Dazu scheint die Stimmung innerhalb der Mannschaft angespannt zu sein. Vor dem Jahresstart wurde Luca Waldschmidt überraschend aus dem Kader verbannt. Hinzu kommt, dass Shootingstar Said El Mala für den Geschmack vieler Anhänger zu wenig spielt. Kwasniok selbst hat sich gegen diese Kritik nun offen gewehrt (90min berichtete).

Dennoch scheint es von außen so, als hätte der Trainer zumindest wichtige Teile der Kabine nicht mehr uneingeschränkt hinter sich.

Köln-Bosse in Sorge - Kessler betont Rückendeckung

Die FC-Bosse sollen die aktuelle Lage mit Sorge betrachten. Laut Bild wird intern längst über alle Möglichkeiten diskutiert. Gespräche mit dem Trainerteam und den Spielern sollen bereits geführt worden sein. Im Idealfall glätten sich in den kommenden Wochen die Wogen wieder und Kwasniok darf weitermachen. Damit das gelingt, braucht der Trainer aber wieder vor allem gute Ergebnisse.

Sportchef Thomas Kessler stellt sich öffentlich noch deutlich hinter den Trainer: "Er hat von mir die volle Rückendeckung", hielt er gegenüber RTL fest. Und fügte hinzu: "Wir sind sehr froh, dass wir Lukas als unseren Trainer haben. Wir brauchen nicht darüber reden, dass nicht alles gut war, wenn man sieben Spiele in Folge nicht gewinnt. Aber da geht es auch um interne Kommunikation. Und ich nehme ihn sehr kommunikativ wahr mit der Mannschaft. Mir geht es auch um den Prozess im Training, und den sehe ich jeden Tag."

Kwasniok spricht mit Führungsspielern

Kwasniok selbst scheint derweil die Kommunikation mit seiner Mannschaft gesucht zu haben. Demnach hat es vor dem Hinrunden-Finale eine Aussprache mit seinen Führungsspielern gegeben. Ein Thema war dabei das Winter-Trainingslager in Spanien. Kwasniok soll seinen Spielern einen geplanten Mannschaftsabend gestrichen haben.

Der Effzeh-Coach widerspricht: "Das ist Kokolores. Ich bin 19 Jahre Trainer und ich bin einer, der Teamabende quasi zur Pflicht ausruft."

Und führte dazu weiter aus: "Es gab ein einziges Thema und das war der Teamabend und die Frage, ob da irgendetwas missverstanden worden ist. Die Jungs sind damals raus und das Einzige, was ich gesagt habe, war wortwörtlich: Es wäre schon gut, wenn ihr nicht um halb drei heimkämet und mir einer auf den Schuh erbricht, wenn ich dann vielleicht gerade durch die Katakomben oder durchs Hotel gehe."

Der Fokus solle nun wieder auf dem Sportlichen liegen. Das habe auch Ersatzkeeper Ron-Robert Zieler so gefordert. "Die Mannschaft wird sich den Allerwertesten aufreißen und versuchen, den Bayern weh zu tun", versprach Kwasniok.

Der sein Team weiter lobte: "Wir stehen gut da. Die Jungs geben alles. Die Arbeit mit der Mannschaft ist top, top, top. Ich bin gerne Trainer dieser Mannschaft und stolz auf die Jungs."


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