Skip to main content

Zidane-Adel, Youngster-Schwung und ein Pechvogel: Das Länderspielfazit der Bayern-Profis

17 Bayern-Stars waren mit ihren Nationalteams unterwegs: So liefen die Länderspiele für Kane, Olise, Kimmich und Co.
VonThomas Wygold
Konservierte seine starke Form bei der Nationalmannschaft: Michael Olise
Konservierte seine starke Form bei der Nationalmannschaft: Michael Olise | Xavier Laine/GettyImages

Sage und schreibe 17 Profis des FC Bayern München waren in der XXL-Länderspielphase auf Reisen mit ihren Nationalteams. Die Abstellungen mit bis zu vier Pflichtspielen in vergleichsweise kurzer Zeit sind Chance und Risiko zugleich. Während in jedem Training und jedem Spiel das Verletzungsrisiko lauert oder Negativerlebnisse den Flow zu unterbrechen drohen, könnten Bundesliga-Bankdrücker auch über die Nationalteam neue Energie tanken.

Diese Bayern-Profis waren unterwegs:

Nation

Abgestellte Bayern-Spieler

Deutschland

Jonas Urbig, Nathaniel Brown, Jonathan Tah, Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlović, Tom Bischof (erst U21, dann A-Team), Jamal Musiala, Lennart Karl, Serge Gnabry

Frankreich

Dayot Upamecano, Michael Olise

England

Harry Kane

Kroatien

Josip Stanisic

Marokko

Ismael Saibari

Südkorea

Min-jae Kim

Japan

Hiroki Ito

Senegal

Bara Sapoko Ndiaye

Wie lief es bei den 17 Bayern auf Reisen? Kehren alle wieder gesund zurück? Und wer konnte die starke Form aus der Bundesliga konservieren? Kurz gesagt: Auf einen Dämpfer sollte die Konkurrenz nicht setzen - im Gegenteil. Auch wenn nicht alle unbeschadet blieben.

Ein Pechvogel, Schwung durch DFB-Youngster - und ein frischer Diaz

Denn einen Bayern-Star erwischte es gleich zu Beginn – und mal wieder ist es Pechvogel Jamal Musiala. Der Offensivspieler der Münchner war im ersten Spiel von Bundestrainer Jürgen Klopp in der Nations League in den Niederlanden (1:1) eigentlich für die Startelf vorgesehen. Doch Musiala zog sich beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fehlte damit nicht nur der DFB-Auswahl, sondern auch dem FC Bayern voraussichtlich insgesamt drei bis vier Wochen (90min berichtete). Josip Stanisic fehlte Kroatien zwischenzeitlich – aber lediglich krankheitsbedingt.

So kehrten 16 Spieler gesund an die Säbener Straße zurück – teilweise sogar früher als zunächst gedacht. Dayot Upamecano kassierte beim 1:1 seiner Franzosen gegen Italien einen Platzverweis und kehrte somit schon vor dem letzten Spiel unter dem neuen Star-Trainer Zinedine Zidane nach München zurück. Und auch einige DFB-Spieler durfte Bayern-Coach Vincent Kompany schon früher wieder im Training begrüßen: Joshua Kimmich, Nathaniel Brown und Jonathan Tah gehörten nur zum ersten Klopp-Kader, der allerdings nur durchwachsene Leistungen zeigte. Serge Gnabry wurde nach drei Einsätzen zudem ebenfalls Richtung München entlassen – beflügelt von seinem ersten Spiel als DFB-Kapitän.

Tom Bischof bejubelt gegen Serben sein erstes Tor für Deutschlands A-Nationalteam
Tom Bischof bejubelt gegen Serben sein erstes Tor für Deutschlands A-Nationalteam | Lars Baron/GettyImages

Schwung dürften zudem vier junge deutsche Nationalspieler mit nach München bringen. Jonas Urbig (zwei Mal zu null) feierte sein Pflichtspieldebüt bei der DFB-Auswahl, während Tom Bischof und Aleksander Pavlovic im Mittelfeldzentrum des zweiten Klopp-Kaders durchaus überzeugten und weiter Selbstvertrauen tankten - auch wenn es in Griechenland nur zu einem 0:0 reichte. U21-Kapitän Bischof gelang gegen Serben sein erster Treffer für die A-Nationalmannschaft.

Luis Diaz war darüber hinaus gar nicht erst für Kolumbien nominiert worden, damit er sich eine Pause gönnen konnte. Der Flügelstürmer war im zuletzt herausragend aufspielenden Star-Ensemble der Bayern etwas abgefallen und könnte nun mit neuer Frische ein weiterer wichtiger Faktor für die kommenden englischen Wochen werden. So konnten die Bayern schon frühzeitig mit fast gewohnter Mannschaftsstärke auf das kommende Bundesligaspiel beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) vorbereiten.

"Naturtalent" Olise glänzt, Kim unglücklich, Kane erreicht Bestmarke

Die Leistungen der Bayern-Spieler auf Länderspielreise hatten Licht und Schatten. Michael Olise war auch im Trikot der Franzosen nicht zu stoppen und steuerte in den vier Partien insgesamt sechs Scorerpunkte (vier Tore, zwei Assists) bei. "Er ist ein absolutes Naturtalent und liebt es einfach, Fußball zu spielen. Das sieht man", schwärmte Frankreichs Nationalcoach Zidane, nachdem Olise gegen Belgien als Joker wunderschön den Siegtreffer erzielt hatte.

Etwas unglücklich verlief die Länderspielreise von Min-jae Kim. Der Innenverteidiger ist in der laufenden Saison zu Beginn wieder nur die zweite Wahl beim FC Bayern und konnte auch bei der südkoreanischen Nationalmannschaft nur bedingt Selbstvertrauen tanken. Kim sammelte in drei Startelfeinsätzen mal wieder einige Minuten auf höchstem Niveau und legte beim 3:0 über Ecuador sogar einen Treffer auf. Bei der herben 1:4-Niederlage gegen Uruguay traf er dann aber kurz vor der Halbzeit per Eigentor zum 0:3 und wurde in der Pause ausgewechselt. Im vierten Spiel wurde Kim wegen Müdigkeit geschont, ohne ihn gewann Südkorea 2:0 gegen Usbekistan.

Harry Kane vergibt gegen Spanien einen Elfmeter
Harry Kane vergibt gegen Spanien einen Elfmeter | Mike Hewitt/GettyImages

Einen ungewöhnlichen Fehlschuss leistete sich zudem Harry Kane. Der englische Star-Stürmer vergab beim 2:3 gegen Spanien einen Elfmeter, stellte aber dennoch mal wieder seine unglaubliche Torgefahr unter Beweis. Sechs Treffer gelangen ihm in nur vier Einsätzen, die ihn zum Rekordnationalspieler Englands machen - gleichauf mit Peter Shilton (beide 125 Spiele).

Wie Kim sammelte auch Hiroki Ito mal wieder reichlich Spielpraxis, die ihm beim FCB oft verwehrt blieb. Für Japan stand er in vier Partien insgesamt fast 300 Minuten auf dem Rasen. Ismael Saibari war für das erste Spiel Marokkos gegen Gabun (2:0) noch gesperrt. In den übrigen zwei Startelfeinsätzen blieb er ohne Torbeteiligung. Der erst 18 Jahre alte Bara Sapoko Ndiaye kam für den Senegal zunächst zu Kurzeinsätzen, spielte zum Abschluss gegen die Komoren aber noch einmal 90 Minuten durch - und wie: Senegalesische Medien ordneten den Bayern-Youngster als "Top" ein.


Füg uns bei Google als bevorzugte Quelle hinzu