Die Spekulationen neigen sich dem Ende zu. Wie übereinstimmende Medienberichte bestätigen, hat der FC Bayern eine vollständige Einigung mit der PSV Eindhoven über den Transfer von Ismael Saibari erzielt. Rund 55 Millionen Euro (inklusive Boni) überweisen die Münchner für den frischgekürten Spieler der Saison der niederländischen Eredivisie. Ausstehend ist lediglich noch der Medizincheck, der direkt im WM-Quartier der marokkanischen Nationalmannschaft in den USA durchgeführt werden soll.
Mit dem 25-Jährigen schnappt sich der deutsche Rekordmeister den absoluten Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany. Doch wo genau findet der vielseitige Offensivallrounder seinen Platz im starbesetzten Bayern-Kader?
Die moderne Zehn mit Wucht und Direktheit
Kompanys primärer Plan sieht laut Sky-Angaben vor, Saibari auf der zentralen offensiven Mittelfeldposition einzusetzen. Dort wäre der Neuzugang jedoch ein völlig anderer Spielertyp als beispielsweise Jamal Musiala. Während Musiala durch schlangenartige Dribblings in engsten Räumen glänzt, bringt Saibari eine enorme Wucht, Physis und Athletik mit.
Der Rechtsfuß verliert selten den Ball, ist enorm pressingresistent und sucht meist die direkte, vertikale Lösung in Form von klugen Schnittstellenpässen und Tiefenläufen. Eine Eigenschaft, die ihn nicht nur zu einem exzellenten Vorbereiter macht, sondern auch zu einem torgefährlichen Abschlussspieler aus der zweiten Reihe, 19 Saisontore für Eindhoven belegen dies eindrucksvoll.
Die variable Backup-Lösung für Harry Kane
Die größte Stärke von Saibari ist jedoch seine unglaubliche taktische Flexibilität, die dem Angriffsspiel der Bayern völlig neue Dimensionen verleihen dürfte. Im System von Kompany, das von ständiger Positionsrotation lebt, kann der 25-Jährige problemlos als inverser Flügelspieler auflaufen oder bei defensiverer Ausrichtung die Rolle eines spielstarken Achters übernehmen.
Wie Sky-Reporter Kerry Hau anmerkt, erfüllt der Marokkaner zudem noch eine weitere, extrem wichtige Funktion im Kader: Er kann als flexibler Backup für Stürmer-Star Harry Kane fungieren. Nach dem unbefriedigenden Experiment mit Nicolas Jackson - dessen Abgang bereits feststeht - suchten die Verantwortlichen gezielt nach einem Stürmer-Backup, der sich nicht zu schade ist, auf der Bank zu sitzen, aber dem Spiel sofort eine neue Dynamik verleihen kann, wenn er eingewechselt wird.
Der "neue" Choupo-Moting?
Für die marokkanische Nationalmannschaft lief Saibari zuletzt mehrfach auf der Neun auf und traf auch am Wochenende bei der WM gegen Brasilien (1:1). In seiner Spielweise, die Bälle klug festzumachen und sich mit abkippenden Bewegungen am Kombinationsspiel zu beteiligen, erinnert er stark an Ex-Bayern-Profi Eric Maxim Choupo-Moting.
Mit Gnabry, Supertalent Lennart Karl und eben jenem Ismael Saibari sind die Reihen hinter den etablierten Stammkräften in München künftig wieder hervorragend besetzt. Der Transfer des physisch starken und taktisch variablen Marokkaners dürfte für das System von Vincent Kompany somit ein echter strategischer Gewinn sein.
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