Nach einer starken Saison 2025/26 war damit zu rechnen, dass die Bayern-Stars auch bei der WM für mächtig Furore sorgen können. Rückblickend muss man jedoch festhalten, dass längst nicht alle Münchner der Erwartungshaltung gerecht werden konnten. Dies gilt natürlich vor allem für die meisten DFB-Akteure.
Wir verleihen den Bayern-Profis ein Zeugnis für ihre Leistungen im Turnierverlauf.
1. Manuel Neuer
Die viel diskutierte Neuer-Rückkehr lief gewiss alles andere als erhofft. Der 40-Jährige fand nicht so richtig ins Turnier, da er bei den ersten Gegentoren kaum eine Abwehrchance hatte. Gegen Ecuador sah der Schlussmann dann jedoch bei einem Tor nicht gut aus.
Wirklich einem Vorwurf am frühen WM-Aus kann man Neuer aber nicht machen. Seine Leistung gegen Paraguay war sehr ordentlich. Einmal rettete er stark nach einem Kimmich-Fehler und auch im Elfmeterschießen parierte er einmal. Natürlich hätte man sich aber auch von Neuer in Summe mehr erhofft.
Bewertung: 4/10
2. Konrad Laimer
Laimer spielte mit Österreich eine eher unauffällige WM. Gegen Algerien lieferte er einen Assist, ansonsten gab es in der Vorrunde wenig Licht oder Schatten. Der 29-Jährige kam auf vielen verschiedenen Positionen zum Einsatz und hatte gegen Spanien den Job, Lamine Yamal auszuschalten. Das ein oder andere Mal wurde Laimer dabei ziemlich düpiert, wenngleich er es in Summe solide machte.
Bewertung: 5/10
3. Josip Stanisic
Für Stanisic gilt ähnliches wie für Laimer. Der Kroate spielte eine eher unauffällige WM und schied mit seinem Team im Sechzehntelfinale aus. Bei der knappen Pleite gegen Portugal war allerdings auch viel Pech dabei.
Stanisic hatte gegen Rafael Leao ein paar Probleme, vermied schwerwiegende Fehler aber. Im Endeffekt hat man den soliden Stanisic, den man beim FC Bayern kennt, auch im Nationaldress gesehen.
Bewertung: 5/10
4. Dayot Upamecano
Dayot Upamecano sorgte dafür, dass bei Frankreich häufig die Null stand, obwohl der Fokus auf dem Offensivspiel lag. Der Innenverteidiger zeigte wie gewohnt seine starke Physis und war der Fels in der Brandung.
Im Halbfinale gegen Spanien war Upamecano noch der beste Franzose in einer wackligen Abwehr. Im Spiel um Platz drei waren die Bleus ohne Upamecano völlig aufgeschmissen, ehe dieser zur Halbzeit kam und wieder mehr Stabilität in die Defensive brachte. Ein starkes Turnier!
Bewertung: 8/10
5. Kim min-jae
Kim min-jae ist der einzige Bayern-Star, der bereits nach der Vorrunde seine Koffer packen musste. Dies lag aber weniger am Innenverteidiger, sondern einer teilweise sehr unkreativen und wenig effizienten Offensive. Kim stach nicht unbedingt hervor, machte seinen Job aber ordentlich.
Bewertung: 5/10
6. Jonathan Tah
Jonathan Tah hat eine schwierige WM hinter sich. Eigentlich machte er über weite Strecken einen sehr ordentlichen Job, stand beim Aus gegen Paraguay mit seinem verschossenen Elfmeter aber natürlich im Mittelpunkt. Der Innenverteidiger zeigte Mut und Verantwortungsbewusstsein, hielt dem Druck jedoch nicht stand.
Besonders bitter: Sein vermeintlicher Siegtreffer wurde aufgrund eines grenzwertigen Einsteigens von Waldemar Anton aberkannt. In Summe kann man von einer individuell betrachtet ordentlichen Performance sprechen.
Bewertung: 5/10
7. Alphonso Davies
Aufgrund seiner nicht rechtzeitig überwundenen Muskelverletzung spielte Davies auf dem Platz kaum eine Rolle. Der Linksverteidiger erhielt einen Joker-Einsatz, bei dem er es ordentlich machte. Im Achtelfinale war er hingegen nicht einsatzfähig.
Ohne Bewertung
8. Nathaniel Brown
Nathaniel Brown gehörte zu den wenigen Lichtblicken in der deutschen Nationalmannschaft. Zumindest war sein Auftritt gegen Curacao sehr stark und jener gegen die Elfenbeinküste absolut in Ordnung.
Dann hatte Brown mit einer kurzen Verletzungspause zu kämpfen, ehe er gegen Paraguay wieder auf dem Platz stand. Brown bereitete den vermeintlichen Siegtreffer von Tah per Ecke vor, der jedoch aberkannt wurde. Ansonsten war sein Sechzehntelfinal-Auftritt eher blass.
Bewertung: 7/10
9. Joshua Kimmich
Einen wirklich großen Vorwurf kann man Kimmich gar nicht machen, da er von Julian Nagelsmann völlig falsch eingesetzt wurde. Insbesondere die Art und Weise, wie Kimmich seine Rechtsverteidiger-Position interpretieren musste, hat einfach keinen Sinn ergeben.
Fehlender Einsatz war Kimmich nicht vorzuwerfen, dennoch muss man festhalten, dass ihm unter dem Strich einfach zu wenig glückte. In Summe muss man von einer enttäuschenden WM sprechen, selbst wenn es keine Diskussion darüber geben darf, dass Kimmich Teil der Nationalmannschaft bleiben muss.
Bewertung: 4/10
10. Aleksandar Pavlovic
Der Bayern-Youngster hat eine absolut enttäuschende WM gespielt. Im zentralen Mittelfeld kam er viel zu selten in die Zweikämpfe und verlor diese in schöner Regelmäßigkeit aufgrund von körperlicher Defizite.
Ohne Joshua Kimmich an seiner Seite wirkte Pavlovic regelmäßig auf verlorenem Posten. Auch auf dem Weg nach vorne konnte er im Endeffekt keine klaren Akzente setzen. Viel Positives kann man da nicht festhalten.
Bewertung: 2/10
11. Michael Olise
Michael Olise war mit seinen sieben Assists der beste Vorlagengeber des Turniers. Der Franzose spielte mit seinen Kollegen regelmäßig Zauberfußball, ehe gegen Spanien der ganz bittere Dämpfer folgte. Bei der Pleite gegen die Iberer erwischte Olise einen ganz miesen Tag und war im Endeffekt ein Totalausfall.
Im Spiel um Platz drei konnte der Bayern-Star wieder überzeugen, jedoch blieb das Tor bei seinen eigenen Abschlüssen wie vernagelt. Die fehlende Effizienz vor dem Tor und der schwache Tag im Halbfinale werfen einen Schatten auf eine eigentlich starke WM.
Bewertung: 6/10
12. Luis Diaz
Nach der starken Saison im Bayern-Trikot war die Erwartungshaltung an Diaz natürlich gewaltig. So ganz konnte er dieser jedoch nicht gerecht werden. Der 29-Jährige erwischte gegen Usbekistan mit einem Treffer und einem Assist einen mustergültigen Start, konnte bis zum Aus im Achtelfinale aber keinen Scorer mehr liefern. Diaz stellte sich wie gewohnt in den Dienst der Mannschaft, blieb in den entscheidenden Momenten allerdings glücklos.
Bewertung: 5/10
13. Jamal Musiala
Jamal Musiala erwischte gegen Curacao einen guten Auftakt, der Hoffnung auf mehr machte. In den beiden weiteren Gruppenspielen gegen die Elfenbeinküste und Ecuador blieb der offensive Mittelfeldspieler allerdings ziemlich blass und ungefährlich.
Folgerichtig saß er gegen Paraguay nur auf der Bank. Als Joker machte Musiala gegen die Südamerikaner als einer von wenigen Deutschen ein recht gutes Spiel und verwandelte den Elfmeter. Unter dem Strich bleibt jedoch festzuhalten, dass Musiala noch einiges zu seiner Bestform fehlt.
Bewertung: 4/10
14. Ismael Saibari
Ismael Saibari konnte sich bei der WM schon in der Gruppenphase so richtig in den Vordergrund spielen. Der Marokkaner konnte in den drei Gruppenspielen gegen Brasilien, Schottland und Haiti jeweils einen Treffer markieren und darüber hinaus ebenso glänzen.
In der K.o.-Phase lief es für Saibari dann allerdings nicht mehr so gut. Zwar konnte er gegen die Niederlande den entscheidenden Elfmeter verwandeln, jedoch verletzte er sich im Achtelfinale gegen Kanada bereits nach 20 Minuten und musste ausgewechselt werden.
Bewertung: 8/10
15. Harry Kane
Harry Kane hat einen überragenden Start in die WM erwischt und in der Gruppenphase sowie im Sechzehntel- und Achtelfinale groß aufgespielt. Insbesondere sein Doppelpack gegen die DR Kongo rettete England vor einer ganz großen Blamage im ersten K.o.-Spiel.
In den entscheidenden Matches kam von Kane dann aber etwas zu wenig. Sowohl gegen Norwegen als auch gegen Argentinien blieb der Bayern-Profi ohne Torbeteiligung. Dabei sei jedoch angemerkt, dass auch die Defensiv-Taktik von Tuchel Kane gegen die Gauchos überhaupt nicht gelegen kam. Unter dem Strich hat er ein gutes, aber kein sehr gutes Turnier gespielt.
Bewertung: 7/10
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