Die WM 2026 biegt auf die Zielgerade ein, doch die heißesten Matches sind noch zu absolvieren. Vor den Viertelfinals dürfen sich noch acht Teams Chancen auf den Weltmeistertitel machen, doch schon bald werden wieder große Träume platzen. Wir nehmen die Top-acht-Teams der WM genauer unter die Lupe und sehen uns in unserem Power Ranking an, wer sich wirklich Hoffnungen auf den ganz großen Coup machen darf.
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8. Schweiz

Erstmals seit 1954 steht die Schweiz in einem WM-Viertelfinale und trifft in diesem auf Argentinien. Selbstredend sind die Eidgenossen gegen den amtierenden Weltmeister in der Underdog-Rolle, doch schon gegen Kolumbien hat man gesehen, dass sich das Team von einer aufgeheizten Stimmung und einem ca. 90-prozentigen Anteil gegnerischen Fans nicht verrückt machen lässt.
Die Defensive um Manuel Akanji und Nico Elvedi ist stabil und auch Granit Xhaka übt seine Rolle als Leader und Stabilisator noch immer glänzend aus. Bitter ist die Verletzung von Johan Manzambi, der aber im Viertelfinale vielleicht wieder mitmischen kann.
Defizite hat die Schweiz auf dem Weg nach vorne. Zwar können Breel Embolo, Dan Ndoye und Co. punktuell durchaus Akzente setzen, jedoch haben die meisten anderen Nationen ganz andere Kaliber vorne drin. Die Schweiz kann ein unbequemer Gegner bleiben und vielleicht auch ins Halbfinale einziehen, der Titelgewinn wäre jedoch eine Sensation.
7. Marokko

Marokko ist erwartungsgemäß das einzige afrikanische Team, das im Konzert der ganz Großen noch mitmischen kann. Wie schon vor vier Jahren besticht Marokko vor allem mit seiner mannschaftlich geschlossenen Defensivarbeit.
Achraf Hakimi ist auf der rechten Seite sowohl offensiv als auch defensiv eine Waffe und mit Brahim Díaz und Top-Talent Azzedine Ounahi hat man auch vorne einige sehr begnadete Spieler. Bitter ist jedoch, dass Ismael Saibari im Viertelfinale gegen Frankreich fehlen wird.
In diesem sind die Marokkaner natürlich der klare Außenseiter. Die Auftritte bei dieser WM waren auch noch nicht durch die Bank überzeugend, wenngleich man mit Brasilien (1:1) und den Niederlanden (3:2 n.E.) schon großen Teams Paroli geboten hat und gegen Kanada im Achtelfinale zumindest in der zweiten Halbzeit souverän agierte.
Marokko ist für jedes Team schwer zu bespielen, jedoch meint es der Turnierbaum nicht gut mit ihnen. Nach Frankreich würde schließlich wahrscheinlich Spanien warten. Gegen die beiden Top-Teams hintereinander zu gewinnen und dann noch im Finale zu siegen, ist reichlich viel verlangt.
6. Belgien

Eigentlich war nicht mehr unbedingt damit zu rechnen, dass Belgien den Sprung ins Viertelfinale schaffen würde. Viele Akteure sind über ihren Zenit und Teile der "Goldenen Generation" gar nicht mehr mit dabei. Genau so sahen auch die Auftritte in der Gruppenphase und zunächst auch das Sechzehntelfinale gegen Senegal aus. Lange lag Belgien 0:2 zurück und schien sang- und klanglos aus dem Turnier auszuscheiden. Dann drehten die Roten Teufel jedoch die Partie - und scheinen den Schwung mitgenommen zu haben. Das 4:1 gegen die USA im Achtelfinale war jedenfalls klar der überzeugendste Auftritt der Belgier.
Die Offensivkräfte wie Charles De Ketelaere und Romelu Lukaku zünden und auch Leandro Trossard kann seine starke Arsenal-Saison bestätigen. Es gibt jedoch auch ausreichend Sorgenkinder. Kevin De Bruyne konnte bei der WM nicht glänzen und auch Jérémy Doku präsentiert sich nicht in Topform. Ganz bitter ist zudem der Kreuzbandriss von Amadou Onana, der als Sechser der Abwehr den Rücken frei gehalten hat. Die Viererkette ist eigentlich das große Fragezeichen im Team. Thibaut Courtois wird im Tor schon hexen müssen, damit Belgien die nächste Runde gegen Spanien übersteht.
5. Argentinien

Argentinien hat die Gruppenphase souverän gemeistert, dann jedoch für reichlich Unsicherheiten gesorgt. Der Auftritt gegen Kap Verde war erstaunlich schwach und reichte nur für einen knappen Sieg nach Verlängerung. Im Duell mit Ägypten, den nächsten Underdog-Gegner, wackelten die amtierenden Titelträger dann sogar noch krasser. Nur durch die Hilfe etwas glücklicher Schiedsrichter-Entscheidungen konnten die Gauchos das 0:2 noch spät in einen Sieg umwandeln.
Bislang kann man festhalten, dass Lionel Messi mit acht Turniertreffern überragend performt. Andere hochdekorierte Spieler blieben hingegen weit unter ihrem eigentlichen Niveau. Argentinien ist und bleibt eine unangenehm zu bespielende Mannschaft mit großen Künstlern, jedoch werden Messi und ein günstiger Turnierbaum alleine nicht reichen, um den WM-Titel zu verteidigen. Die gesamte Mannschaft muss noch besser werden, sonst könnte es schon gegen die Schweiz ein böses Erwachen geben. Stand jetzt sind andere Teams höher einzuschätzen, wenngleich man Argentinien niemals abschreiben darf.
4. Norwegen

Mit seinem Doppelpack gegen Brasilien hat Erling Haaland für ein weiteres Erdbeben gesorgt. Der Angreifer ist bei diesem Turnier wieder eine absolute Naturgewalt und der Alptraum einer jeden Abwehr. Eine Mannschaft mit Haaland im Sturm darf wirklich niemand unterschätzen.
Die Norweger haben allerdings mehr zu bieten als nur Haaland. Weitere Offensivspieler wie Martin Ødegaard und Antonio Nusa haben fußballerisch einiges drauf und wissen, wie sie Haaland in Szene setzen oder selbst treffen können.
Abgesehen davon verfügen die Skandinavier über ein funktionierendes Kollektiv und können sich auch in der Defensive auf internationale Top-Spieler wie Julian Ryerson verlassen. Ob Keeper Ørjan Nyland immer so einen Sahnetag haben wird, wie gegen Brasilien, lässt sich schwer abschätzen, jedoch befindet sich auch dieser im Flow.
Norwegen ist sicherlich nicht in einer absoluten Favoritenrolle, bleibt jedoch ein sehr gefährlicher Underdog. Dies hat schon die überragende WM-Quali klargemacht. Im Viertelfinale geht es zunächst gegen England. Die Three Lions sind etwas ausgeglichener besetzt, doch Norwegen hat alle Chancen.
3. England

England ist hungrig darauf, 60 Jahre nach dem Finale von Wembley endlich wieder Weltmeister zu werden. Wirklich schlau wurde man aus den Auftritten des Tuchel-Teams bislang aber nicht. Es gab vereinzelt Partien, wie gegen Kroatien und Mexiko, in denen die Three Lions endlich mal den Fußball gespielt haben, den man sich eigentlich immer erwarten würde. Auf der anderen Seite gab es auch ganz dürftige Auftritte, in denen einzig und allein Harry Kane die Männer von der Insel gerettet hat. Das Paradebeispiel ist natürlich das Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo, als Kane nach 0:1-Rückstand einen späten Doppelpack lieferte.
Für den ganz großen Wurf benötigt der Bayern-Star sicherlich noch mehr Unterstützung seiner Kollegen. Auf der anderen Seite haben die Three Lions bei der EM 2024 viel schwächer gespielt und trotzdem das Finale erreicht. Ein gewisses Sieger-Gen hat die Truppe durchaus. Gegen Mexiko hat das Team in Unterzahl gezeigt, auch mit schwierigen Situationen klarzukommen.
2. Spanien

Der amtierende Europameister ist wenig überzeugend ins Turnier gestartet und konnte die Abwehr von Kap Verde beim 0:0 nicht knacken. Die Iberer wurden jedoch von Spiel zu Spiel besser und haben sich in der K.o.-Runde stark präsentiert. Der 3:0-Erfolg gegen Österreich war eine Demonstration der Stärke und hat gezeigt, dass Spanien spielerisch wahrscheinlich die beste Mannschaft des Turniers ist. Im Viertelfinale konnte Spanien mit Portugal den ersten ganz großen Gegner bezwingen. Dabei hatte das Team zwar Mühe, jedoch war der Sieg im Endeffekt verdient.
Spanien kann sich auf eine funktionierende Defensive und viel Kontrolle im Spiel verlassen. Ein Gegentor hat man bei dieser WM noch nicht kassiert. Offensiv stellt sich die Frage, ob Lamine Yamal ausreichend Unterstützung erhält. Der Superstar ist nach seiner Verletzung noch nicht bei 100 Prozent, während Nico Williams bei der WM noch kein Faktor war. Die Flügelzange war bei der EM der Schlüssel zum Titelgewinn. Nun ist die Angelegenheit ein bisschen komplizierter. Dennoch gehört der amtierende Europameister zu den Top-Favoriten.
1. Frankreich

Frankreich konnte seiner Favoritenrolle eigentlich von Beginn an gerecht werden. Die Vorrunde absolvierten Les Bleus praktisch im Vorbeigehen und auch beim 3:0 im Sechzehntelfinale gegen Schweden war ein Erfolg nie in Gefahr. Insbesondere die Offensive um Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé zauberte regelrecht, während die Defensive wie gewohnt sicher stand.
Erste Zweifel an der Top-Favoritenrolle ließ dann das Spiel gegen Paraguay aufkommen. Die Südamerikaner, die zuvor Deutschland aus dem Turnier geschossen haben, präsentierten sich giftig, unangenehm und traten einige Fairness-Vorschriften regelrecht mit Füßen. Angesichts einer skandalösen Schiedsrichter-Leistung kam Paraguay mit seiner Spielweise durch. Frankreich kam damit nicht klar und konnte nur per Elfmeter den einen entscheidenden Treffer zum 1:0 machen.
Die Partie hat gezeigt, dass auch die Monster-Offensive an manchen Tagen beinahe gestoppt werden kann. Zu sehr darf man das wahrlich unfaire Spiel aber auch nicht bewerten.
Wichtig wäre für Frankreich, dass Aurelien Tchouameni nach seiner Verletzung möglichst schnell zurückkommen kann. Sonst hätte man in einem möglichen Duell mit Spanien im zentralen Mittelfeld vielleicht entscheidende Defizite.
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