Portugal-Star Rafael Leao hat sich im letzten Testspiel vor der WM gegen Chile einen Platzverweis der besonders unnötigen Sorte eingehandelt. Der 26-Jährige beging im Zuge einer Rudelbildung eine Tätlichkeit und wurde mit glatt Rot vom Platz geschickt. Nun stellt sich die Frage, ob Leao sogar WM-Spiele verpassen könnte. 90min wirft einen Blick in die Regelbücher und erklärt, wann Spieler für Turnierspiele gesperrt werden können und wann nicht.
WM 2026: Werden Karten aus der Qualifikation ins Turnier mitgenommen?
Gemäß einer Entscheidung der FIFA aus dem Mai 2026 werden Gelbsperren aus der Qualifikation nicht mehr in die WM-Endrunde übernommen. Selbiges gilt für gelb-rote Karten und "normale Rote Karten", wie beispielsweise nach einem groben Foul oder eine Notbremse. Zu einer Sperre im Turnier kann es nur bei "schweren Roten Karten" wie Tätlichkeiten kommen. Ansonsten wird die Sperre beim nächsten offiziellen FIFA-Wettbewerb (in der Regel WM-Qualifikation) abgesessen.
WM 2026: Werden Platzverweise aus einem Testspiel mitgenommen?
Hier gilt die gleiche Regelung wie bei den Qualifikationsspielen. Normalerweise wird nach einem Platzverweis keine Sperre für eine WM-Endrunde verhängt. Der Spieler müsste die Strafe in der Regel beim nächsten Testspiel bzw. Freundschaftsspiel absitzen. Bei schwerwiegenden Fällen droht jedoch eine Sperre, die mit ins Turnier genommen wird.
WM 2026: Wie wird im Falle von Rafael Leao entschieden?
Da es sich im Falle von Rafael Leao um eine Tätlichkeit handelte, droht dem Portugiesen tatsächlich eine Sperre. Zwar steht noch ein Freundschaftsspiel gegen Nigeria an, bei dem Leao nun nicht dabei sein wird, jedoch könnte die Strafe ausgedehnt werden. Hierüber wird die FIFA-Disziplinarkommission entscheiden. Derzeit deutet mehr darauf hin, dass Leao gerade noch so davonkommt.
Der Milan-Star war mit Ivan Morales aneinandergeraten und schubste diesen einige Male, wobei seine Hand auch am Hals und Gesicht seines Gegenspielers war. Leao hat jedoch keinen klaren Schlag ins Gesicht ausgeführt, weshalb er glimpflich davon kommen könnte. Es handelt sich jedoch um einen regeltechnischen Graubereich.
WM 2026: Gibt es gesperrte Spieler zum Auftakt?
Nein, alle nominierten Spieler stehen Stand jetzt zum WM-Auftakt zur Verfügung. Der Argentinier Gianluca Prestianni hätte jedoch die ersten beiden WM-Spiele verpasst, wäre er nominiert worden. Der 20-Jährige hat im Champions-League-Duell von Benfica gegen Real Madrid aufgrund rassistischer Äußerungen eine Sechs-Spiele-Sperre eingehandelt. Die von der UEFA verhängte Sperre wurde von der FIFA auf die Weltmeisterschaft ausgedehnt. Der Fall Prestianni ist aber nicht vergleichbar mit dem Fall Leao, weshalb hier kein Rückschlüsse gezogen werden können.
WM 2026: Wann wird ein Spieler im Turnier gesperrt?
Sollte sich ein Spieler im Laufe der WM eine rote oder gelb-rote Karte einhandeln, wird er wie gewohnt für mindestens ein Spiel gesperrt, wenngleich die Sperre bei glatt Rot dem Vergehen entsprechend länger andauern kann. Zudem gibt es bei zwei gelben Karten eine Sperre für ein Spiel. Die gelben Karten werden jedoch nach der Gruppenphase und nach dem Viertelfinale gelöscht.
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