Auf der einen Seite die beiden Heimsiege gegen Hoffenheim und Gladbach, auf der anderen Seite Niederlagen in Stuttgart, Hamburg und in Frankfurt: Der bisherige Saisonverlauf des 1. FC Köln gleicht einer Achterbahnfahrt, die ins Ungewisse führt. Die unkonstanten Ergebnisse und eine Spielweise, die zu wünschen übrig lässt, bereiten dem Umfeld große Sorgen.
"Das ist wie Wackelpudding im Moment", brachte Pierre Littbarski seine Gedanken rund um seinen Ex-Verein bei seinem Talk-Abend 'Weltmeisterliche Gespräche' mit Thomas Häßler auf den Punkt. "Ich habe kein super Gefühl. Ich habe keine Ahnung, was das wird. Ob der Trainer was kann oder ob er nichts kann. Und ob die doch noch lernen, zu verteidigen."
"Zu viel Mittelmaß": Littbarski kritisiert Thielmann, Maina & Co.
Neben Trainer René Wagner kann auch der Blick auf den aktuellen Kader den Weltmeister von 1990 nicht beruhigen. "Wir haben nicht viele Spieler, die ein Spiel entscheiden können. Thielmann muss sich strecken, finde ich. Er kann viel mehr, ist aber ein totaler Mitläufer. Wir haben vorne Waldschmidt, der nie mehr als ein Ersatzspieler ist. Maina hat tolle Anlagen, ist aber nicht so torgefährlich", urteilte Littbarski am Dienstagabend im Deutschen Sport & Olympia Museum.
Auch wenn die Kölner mit Said El Mala über einen Unterschiedsspieler in ihren Reihen verfügen, existiert laut dem 66-Jährigen dahinter zu wenig Qualität. "Fußball ist Mathematik: Wenn du nur 20 Tore reinkriegst und 60 oder 70 schießt, bist du unter den ersten Fünf. Das können wir nicht, weil wir zu viel Mittelmaß haben."
Das Problem an Trainer Wagner: Köln braucht "einen Typen"
Was die Situation rund um den Verein derzeit so unruhig werden lässt, ist auch die ständige Debatte rund um Trainer Wagner, der von vielen Fans keinen Rückhalt mehr genießt. "Ich weiß nicht, ob der jetzt wirklich unbeliebt ist. Im Endeffekt definiert sich das Woche für Woche, aber das wird nie ein Trainer sein, den die FC-Fans in die Arme nehmen. Der ist vom Typ her einfach nicht so", sagte Littbarski über den Kölner Cheftrainer.
"Das ist auch gar nicht schlecht, aber das ist halt ein Beweis, wie die Kölner ticken. Erfolgreich und ein Typ – das wäre am besten", schlug er für die Zukunft vor.
