Am heutigen Dienstag darf Fußball-Deutschland gespannt nach Frankfurt blicken. Dort findet die jährliche Mitgliederversammlung der DFL statt, bei der diesmal wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen.
Ein großes Thema wird die Einführung einer eigenen U21-Liga sein. Am Dienstag werden die 36 Profiklubs aus der 1. und 2. Bundesliga darüber abstimmen, ob diese Spielklasse für die Nachwuchsteams ab der kommenden Saison an den Start geht.
DFL plant Einsatzbeschränkungen für Reserveteams
Was den Nachwuchsbereich betrifft, werden in Frankfurt noch weitere Aspekte thematisiert. Wie die Bild berichtet, könnten die Einsatzbeschränkungen für zweite Mannschaften verschärft werden. Die Bundesliga-Reserven dürften dann nur noch als U21-Teams und nicht mehr als U23-Mannschaften antreten. Das bedeutet konkret, dass in diesen Teams nur noch ein Spieler älter als 21 Jahre sein darf. Bisher dürfen sogar drei Spieler mitspielen, die älter als 23 sind.
Diese Regelung hätte den Vorteil, dass sie für mehr Chancengleichheit in der 3. Liga und der Regionalliga sorgt. Aktuell ist es so, dass diese Teams gegen deutlich stärkere Bundesliga-Profis antreten müssen, die in den zweiten Mannschaften Spielpraxis sammeln. Noch dazu würden mehr Nachwuchsspieler gefördert, was ein klares Ziel der DFL ist. Dies ist besonders im Hinblick auf die Nationalmannschaft von Bedeutung.
Streitthema Regionalliga-Reform: DFL will Traditionsvereinen entgegenkommen
Ein weiterer Hintergrund dieser Idee ist das ewige Streitthema um eine Regionalliga-Reform. Da aus fünf Regionalligen nur vier Teams aufsteigen, wird diese bereits seit Jahren gefordert - bislang ohne Erfolg. Die Lösung könnte das sogenannte Kompass-Modell sein, für das sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Geschäftsführer Spielbetrieb, Manuel Hartmann, stark machen. Künftig würde es nur noch 80 statt 90 Regionalligisten geben, die auf vier Ligen verteilt würden.
Das große Problem stellen hierbei die Chefs der Regionalverbände dar, die ihre aktuelle Organisationsform der Regionalligen nicht aufbrechen wollen und dieses Vorhaben dementsprechend blockieren. Ob das Kompass-Modell durchgesetzt wird, ist demnach noch völlig offen und kann auch nicht von der DFL entschieden werden.
Das Angebot der DFL mit den geänderten Auflagen für die Reserveteams würde nun immerhin die Chancen von Traditionsvereinen wie Kickers Offenbach erhöhen, sich gegen zweite Mannschaften wie Freiburg II oder Mainz II durchzusetzen - und wäre gleichzeitig ein weiteres Argument für die zweiten Mannschaften, sich der neuen U21-Liga anzuschließen.
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