DFL gründet neue Liga ab 26/27 - Das steckt dahinter
Von Simon Zimmermann

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat jüngst im Wirtschaftsreport für die vergangene Saison 2024/25 neue Rekorde vermeldet. Die Profiklubs aus der 1. und 2. Bundesliga haben demnach einen Umsatz in Höhe von 6,33 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Expertengruppe berät über bessere Nachwuchsförderung
Während es finanziell in immer höhere Sphären geht, macht ein anderer Punkt Sorge: die Nachwuchsförderung im deutschen Fußball. Die DFL hat dafür eine Expertengruppe zusammengestellt, zu der u.a. Jürgen Klopp, Sami Khedira und Markus Krösche gehören.
Laut Sportbild kam die Gruppe bereits viermal für je vier bis fünf Stunden zusammen. Diskutiert wurde über die Zukunft des deutschen Fußballs. Wie kann man die eigenen Talente künftig besser fördern?
Im Vergleich zum Rest Europas wird deutlich, dass Deutschland bei der Talentförderung hinterherhinkt. Nur neun deutsche Klubs stehen in den Top 100 der produktivsten Jugendakademien des Kontinents. Während in Frankreich 633 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs kommen, in England sogar 641 und in Spanien immerhin 527, ist diese Zahl in Deutschland mit 338 deutlich geringer. Fast 85 Prozent der Spielminuten in der Bundesliga bekommen extern eingekaufte Spieler (Zahlen via Bild).
Neue U21-Liga als Lösung
Als Konsequenz soll ab der Saison 2026/27 eine neue Liga eingeführt werden. Als Vorbild dürfte etwa die Premier League 2 gedient haben. In England treten die U21-Teams der Profiklubs in dieser eigenen Liga an. Anders als auf der Insel soll es laut Bild aber vorerst kein Herauslösen der zweiten Mannschaften der Profiklubs aus dem regulären Ligensystem geben - so wie in England der Fall.
Möglich aber, dass dies für die Zukunft der nächste Schritt ist. Die Regionalliga-Problematik will der DFB derweil mit der Reduzierung von fünf auf vier Ligen lösen, damit alle Meister auch direkt in die 3. Liga aufsteigen können.
Teilnahme an Nachwuchsliga freiwillig
Das DFL-Präsidium will derweil am 3. März auf der Mitgliederversammlung der 36 Profiteams aus Liga eins und zwei die Spielordnung der neuen U21-Liga verankern. Die Teilnahme an der neuen Liga soll für die zweiten Mannschaften der Klubs freiwillig sein.
Gespielt werden soll in zwei unabhängig voneinander gewerteten Halbserien. Die erste von August bis Dezember, die zweite von Januar bis April. Die Klubs haben jeweils bis kurz vor Start Zeit, ihre Teilnahme zu bestätigen.
Die zwei besten Teams jeder Halbserie ziehen dann am Saisonende ins Final Four ein, um einen Meister zu ermitteln. Erst dann soll es auch Zuschauer und eine TV-Vermarktung geben. So wird gewährleistet, dass der organisatorische Aufwand für die Vereine während der Saison so gering wie möglich ist.
Dafür sollen die Spiele auch im Umkreis von maximal 250 Kilometern stattfinden. Es tritt dabei nicht jeder gegen jeden an, sondern es soll nach dem Schweizer Modell gespielt werden (ähnlich wie in der Champions League). Möglich ist dennoch, dass Teams gegeneinander spielen, die weiter entfernt voneinander liegen. Möglich machen könnten das Drittspielorte (BVB gegen HSV könnte zum Beispiel in Bremen stattfinden). Pro Saison sollen damit lediglich nur rund 30.000 Euro Kosten für die Klubs anfallen.
Vier ältere Profis erlaubt
Eine wichtige Frage war zudem, wer spielberechtigt ist. Neben allen Talenten, die 21 Jahre oder jünger sind dürfen auch bis zu vier ältere Profis auflaufen. So können länger verletzte Spieler ihr Comeback in der U21-Liga geben und erste Spielpraxis sammeln. Die Youngster sollen auf der anderen Seite durch diese Regelung nicht nur gegen gleichaltrige Talente spielen, sondern auch gegen ältere Profis gefordert werden.
Die wichtigsten Punkte der neuen U21-Liga im Überblick
- U21-Liga für die 36 Profiklubs der DFL
- Gespielt wird in zwei Halbserien ➡️ Jede Halbserie wird unabhängig bewertet
- Die zwei besten Teams jeder Halbserie ziehen ins Final Four am Ende der Saison ein
- Teilnahme ist für die Klubs freiwillig - gemeldet werden kann ein Team jeweils kurz vor Beginn der Halbserie
- Zweite Mannschaften dürfen weiter im regulären Ligen-System mitspielen
- U21-Liga im Schweizer Modell - ähnlich wie im Europapokal ➡️ mindestens sechs Spiele gegen unterschiedliche Gegner pro Halbserie. Auch mehr Spiele können optional wahrgenommen werden
- Bis zu vier ältere Profis spielberechtigt, ansonsten nur U21-Spieler
- Unbegrenzte Wechsel möglich
- Organisationsaufwand und Kosten sollen gering bleiben:
➡️ Pro Verein und Saison nur rund 30.000 Euro Kosten
➡️ keine Zuschauer (erst ab Final Four)
➡️ Kadermeldung für jedes Spiel erst am Vorabend bei der DFL für mehr Flexibilität
➡️ Spiele maximal im Umkreis von 250km - auch Drittspielorte kommen infrage
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