Was Hamann jetzt vom BVB fordert - eindeutiges Urteil nach CL-Blamage
Von Jan Kupitz

Dass der BVB nach dem 2:0-Sieg im Hinspiel noch gegen Atalanta Bergamo ausscheiden würde, hatten wohl nur die wenigstens erwartet. Auch Didi Hamann, der sich erst in der vergangenen Woche sehr lobend über die Schwarzgelben geäußert hatte, hatte diese Blamage nicht auf seinem Zettel stehen.
"Auch wenn bei Borussia Dortmund in den letzten Wochen einige holprige Auftritte dabei waren, habe ich so etwas wie das, was am Mittwochabend passiert ist, nicht kommen sehen. Das Ausscheiden aus der Champions League ist wahnsinnig bitter", ließ Hamann in seiner Sky-Kolumne verlauten.
Hamann sah Alarmzeichen
Hamann gab zwar zu, dass es schon in den letzten Wochen "Alarmzeichen" gab, "wie die glücklichen Siege in Wolfsburg und Heidenheim oder das 2:2 in Leipzig". Trotzdem habe es der BVB immer wieder geschafft, sich durchzusetzen bzw. drohende Niederlagen abzuwenden.
"Selbst nach dem 0:3 in Bergamo haben sie mit Adeyemis Tor einen Weg gefunden, um die Verlängerung zu erreichen, aber dann hat Kobel einen Fehler gemacht, der ihm nicht passieren darf. Wenn ich als Torwart da rausgehe, gibt es keinen Plan B, dann muss der Ball 50 Meter in die gegnerische Hälfte fliegen", urteilte Hamann knallhart. "Doch dann kam alles Unglück zusammen. Bensebaini hat in den vergangenen Wochen super gespielt, aber wenn du solche Fehler machst wie er und seine Teamkollegen, reicht es einfach nicht."
Einen Grund für die zähen letzten Wochen sieht Hamann im Verletzungspech des BVB. Insbesondere in der Abwehr gingen die Dortmunder zwischendurch auf dem Zahnfleisch. "Kovac hat kaum durchgewechselt - auch aus Mangel an Alternativen. Aber er hat nicht gejammert, sondern er hat letzte Woche den 18-jährigen Reggiani reingeworfen. Kovac hat alles wunderbar moderiert", lobte Hamann, "nur irgendwann kommst du an deine Grenzen".
Hamann fordert offensiv mehr Hochkaräter
Da Verletzungen immer passieren können, sei man dort ein Stück weit machtlos, so der TV-Experte. Dass offensiv aber so wenig zusammenläuft, hätte der BVB dagegen ändern können bzw. müssen.
"Für mich hat Dortmund in der Offensive zu wenige Alternativen. Silva spielt gut mit, macht aber zu wenig Tore. Adeyemi hat eine gute Vorrunde gespielt, saß aber danach meistens auf der Bank. Und Brandt spielt mal so und mal so", kritisierte Hamann, der zudem zu bedenken gab, dass Fabio Silva, Jobe Bellingham und Carney Chukwuemeka zusammen mehr als 75 Millionen Euro gekostet haben. "Von diesen drei Spielern gehört aktuell nur Bellingham zur Starformation. Wenn du drei Spieler für dieses Geld holst, sollten sie die Mannschaft verbessern. Das ist aber momentan nur bei Bellingham - und auch erst seit dem Winter - der Fall."
Der Ex-Profi forderte daher, dass der BVB "zwei, drei richtig gute Spieler für die Starformation" verpflichten muss, wenn der Verein einen Schritt nach vorne machen möchte.
Für die Dortmunder gelte es nun, "sich den Mund abzuputzen und nach vorne zu schauen", wie Hamann betonte. Dann steht der Klassiker gegen den FC Bayern an: "Viel basiert auf dem Prinzip Hoffnung, aber sie haben die Möglichkeit, am Samstag ein Ausrufezeichen zu setzen. Das Ausscheiden können sie nicht wettmachen, aber sie können die Fans mit einem guten Spiel oder sogar einem Sieg hinter sich bringen."
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