Was der Dzeko-Deal über den FC Schalke 04 aussagt

Es ist wohl weit mehr als nur ein Transfer. Der Deal um Edin Dzeko ist für den FC Schalke 04 ein Fingerzeig.
Der Name Edin Dzeko hat mächtig Gewicht
Der Name Edin Dzeko hat mächtig Gewicht / Francesco Scaccianoce - UEFA/GettyImages
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Hätte man vor Saisonbeginn jemandem erzählt, dass der FC Schalke 04 im Wintertransferfenster Edin Dzeko in die 2. Bundesliga holt, hätte man womöglich gute Karten gehabt, von dem einen oder anderen aus seinem Umfeld als etwas bekloppt bezeichnet zu werden.

Doch die Geschichte, von der man vor wenigen Monaten noch nicht einmal zu träumen wagte, ist nun tatsächlich Realität geworden. Die Königsblauen stellten am heutigen Donnerstag ihren namhaften Top-Transfer vor und präsentierten den Bosnier als Neuzugang. Am Ende ist dieser Deal aber wohl weit mehr als nur ein unerwarteter Transferhammer.

Dzeko-Entscheidung pro Schalke hat Strahlkraft

Neben Schalke 04 waren wohl auch der französische Erstligist Paris FC und einige andere, nicht genauer bestätigte Klubs ernsthaft an der Verpflichtung des mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen bosnischen Nationalhelden interessiert. Der 39-Jährige entschied sich aber bewusst für den Kultklub aus Gelsenkirchen.

Der Schalke-Wechsel ist offenbar eine Herzensangelegenheit für Edin Dzeko
Der Schalke-Wechsel ist offenbar eine Herzensangelegenheit für Edin Dzeko / Image Photo Agency/GettyImages

Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass der Name Edin Dzeko - auch dank bisher 524 Torbeteiligungen aus 856 Pflichtspielen auf Vereinsebene - im Weltfußball durchaus noch seine Trag- und Strahlkraft hat.

Dass Dzeko sich für diesen Wechsel zu Schalke entschied, ist aber auch trotz der Gespräche mit den Schalke-befangenen Landsleuten Sead Kolasinac und Miron Muslic keineswegs als Selbstverständlichkeit oder logische Folge daraus zu werten. Ganz im Gegenteil, es bestätigt stattdessen eine bis zuletzt von vielen noch belächelte Annahme rund um die Knappen.

Schalke gewinnt seine Strahlkraft zurück

Zugegeben, in der Schalker Arena war schon etwas länger kein großer Fußball mehr zu bewundern. Die zuletzt durchlittenen Krisenjahre rund um den zweimaligen Absturz in die Zweitklassigkeit taten ihr Übriges, dass der Glanz und das europaweite Ansehen dieses Klubs mächtig bröckelten. Seit Jahren wird der FC Schalke nun schon nicht mehr mit deutschem Qualitätsfußball in Verbindung gebracht, doch seit der Ankunft von Miron Muslic im vergangenen Sommer hat sich eine gewisse Kehrtwende eingeläutet. Der Verein hat sich gefangen, festigt sich dank harter Arbeit Meter für Meter und rückt gefühlt von Woche zu Woche enger zusammen.

Das Schalker Logo hat wieder an Strahlkraft gewonnen
Das Schalker Logo hat wieder an Strahlkraft gewonnen / picture alliance/GettyImages

Dass Schalke wieder im Kommen ist, belegt nun auch der Transfer von Edin Dzeko. Der Torjäger und 146-malige bosnische Nationalspieler entschied sich bewusst für Gehaltseinbußen, verzichtet auf Erstligaluft sowie deutlich entspanntere Aufgaben in der Endphase seiner Karriere.

Sead Kolasinac, der beim FC Schalke 04 groß geworden ist, schwärmte seinem Landsmann zwar vor, wie besonders die Schalker Atmosphäre ist und wie bedeutend ein Aufstieg für die Gefühlswelt eines Fußballers auf Schalke sein könnte. Dass sich Dzeko abgesehen von diesen eingestreuten Visionen und Gesprächen für Schalke entschieden hat, belegt aber, dass der Klub seine Strahlkraft zurückgewinnt und wieder gesehen wird. Es gleicht beinahe schon einer Art Zwischenakt in einem Auferstehungsprozess.

Ein Schalker Statement-Transfer wie einst bei Raul

Ein Transfer, der auf etwas andere Weise, aber irgendwie dann vielleicht doch einen Hauch von dem Raul-Transfer aus dem Jahr 2010 versprüht, den die Königsblauen damals mit ebenso großem Knallpotenzial tätigten.

Der Dzeko-Deal erinnert etwas an den Raul-Transfer
Der Dzeko-Deal erinnert etwas an den Raul-Transfer / Christof Koepsel/GettyImages

Auf seine eigene Art und Weise ist dieser Deal um Dzeko nun ein Ausrufezeichen und Fingerzeig, dass die Knappen auf dem richtigen Weg zu sein scheinen, dass es wieder sexy ist, für Schalke zu spielen und dass der Klub es wieder wert ist, Abstriche für ihn zu machen. Dass es sich als Fußballer lohnt, dieses Trikot überzustreifen.

Der FC Schalke 04 ist wieder wer im europäischen Fußball oder zumindest dabei wieder jemand zu werden - wenn auch aktuell noch auf einer ganz anderen Ebene als zu seinen Hochzeiten. Und auch wenn noch massiv viel Strecke, Durchhaltevermögen, Geduld und harte Arbeit vor ihm liegt.

Dass Edin Dzeko derart heiß auf eine mögliche und ehrlich gesagt auch durchaus realistisch erscheinende Aufstiegsparty mit den Schalker Fans ist und dass er auf so viele annehmlichere Dinge im weiteren Karriereverlauf verzichtet, ist eindrucksvoller Beleg dafür.

Zunächst gilt es aber, den eingeschlagenen Weg unaufgeregt und konzentriert fortzusetzen und nicht vorschnell an mögliche Erfolge von morgen zu denken. Dieser Transfer hat aber mit dem heutigen Tag schon jetzt große Bedeutung und Aussagekraft und ist ein strahlender Nebeneffekt und Erfolg der guten Arbeit, die in den letzten Monaten durch Frank Baumann, Miron Muslic & Co. geleistet wurde. Und dass die Schalker Fans nun weitaus angezündeter sein dürften als zuvor schon ohne den Dzeko-Deal, dürfte auch klar sein.


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