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Warum Nagelsmann mit einem Startelfeinsatz von Undav (fast) nur gewinnen kann

Deniz Undav in die Startelf? Diese laute Forderung scheint gegen Ecuador Gehör zu finden.
Deniz Undav und Julian Nagelsmann
Deniz Undav und Julian Nagelsmann | Alexander Hassenstein/GettyImages

Die deutsche Nationalmannschaft steht vor ihrem letzten Gruppenspiel bei der aktuell laufenden WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko und kann nach zwei Siegen aus den ersten beiden Partien locker an den Schlussakt der Gruppenphase herantreten.

Am Donnerstagabend deutscher Zeit um 22 Uhr trifft die DFB-Elf auf Ecuador und für die Truppe von Bundestrainer Julian Nagelsmann geht es eigentlich um nichts weiter, als den Flow beizubehalten und möglichst alle Spieler fit in die K.-o.-Runde zu bringen.

Doch die eine oder andere Stellschraube gegen die Südamerikaner könnte durchaus interessant zu beobachten sein. So auch der sich offenbar abzeichnende Startelfeinsatz von Deniz Undav.

Startelfeinsatz für Undav? Nagelsmann kann wenig falsch machen

Warum dieser Schritt für den Bundestrainer fast nur ein Gewinn sein kann, scheint dabei auf der Hand zu liegen.

Nachdem der Sturmstar des VfB Stuttgart zu einem der großen Akteure der bisherigen Gruppenphase bei der WM 2026 avancierte und bei nur 56 Minuten Einsatzzeit ganze fünf Scorerpunkte zum Erfolg der deutschen Auswahl beisteuerte, wurden die Forderungen, den 29-Jährigen endlich von Beginn an zu bringen, immer lauter. Nun scheint Nagelsmann, Undav tatsächlich gegen Ecuador von Beginn an aufzustellen.

Nagelsmann herzt Undav
Nagelsmann herzt Undav | Alexander Hassenstein/GettyImages

Eine solche Entscheidung würde für Nagelsmann gleich mehrere Probleme lösen, denn dann müsste er sich in erster Linie der öffentlichen Diskussion, die Undav in großer Zahl in der Startelf sehen will, nicht weiter aussetzen.

Nagelsmann kann dem Druck nachgeben, dem Angreifer diese Chance geben und sich dabei entspannt zurücklehnen. Wenn Undav liefert und seine beeindruckende Form hält, hat Nagelsmann für die K.-o.-Phase eine Erkenntnis mehr gewonnen und könnte auch dort auf einen Startelf-Undav bauen. Zudem kann er gegen Ecuador auch gegenüber den direkten Positionskonkurrenten verkaufen, dass es sich um Belastungssteuerung handelt.

Testspielcharakter hat das Duell gegen Ecuador nämlich keinesfalls, denn für die Tri geht es noch ums Weiterkommen. Dafür brauchen die Südamerikaner aber einen Sieg über Deutschland. Heißt: Undav kann auf brenzligem Niveau beweisen, dass er auch deutsche Startelf kann.

Ein kleines Restrisiko besteht dennoch

Neben der Erfüllung des in der breiten Öffentlichkeit geforderten Wunsches nach einem Startelfeinsatz und den recht ungefährlichen Erkenntnissen eines solchen Versuchs besteht aber dennoch ein kleines Restrisiko.

Dieses liegt dann wohl eher im kleineren Bereich eines psychologischen Blickwinkels. Was nämlich, wenn der Startelfeinsatz von Undav in die Hose geht und der VfB-Torjäger nicht ins Spiel findet?

Die Stimmung bei Deniz Undav und im DFB-Team scheint gut
Die Stimmung bei Deniz Undav und im DFB-Team scheint gut | picture alliance/GettyImages

Dann könnte die große Grübelei losgehen, die ein Fußballspieler selten ganz aus dem Kopf halten kann. Das wiederum könnte sich auch auf die bislang so glanzvolle Jokerrolle des treffsicheren Angreifers auswirken und das Blatt für Nagelsmann rasch wenden.

Denn dann hat vermutlich wieder niemand nach einem Startelfeinsatz gefragt und kritisiert stattdessen, wie der Bundestrainer eine bisher so erfolgreiche Geschichte auseinandernehmen konnte. Eine kleine und theoretische Entwicklunsoption – auch wenn man Deniz Undav als durchaus gewieften Schlitzohr kennt, der sich nicht von kleineren Rückschlägen umwerfen lässt.

Julian Nagelsmann kann gegen Ecuador neue Erkenntnisse gewinnen und gleichzeitig laute Forderungen erfüllen
Julian Nagelsmann kann gegen Ecuador neue Erkenntnisse gewinnen und gleichzeitig laute Forderungen erfüllen | Alexander Hassenstein/GettyImages

Eigentlich kann Julian Nagelsmann in dieser Geschichte also fast nur gewinnen. Ein Restrisiko gibt es aber aufgrund verschiedener Auslegungsvarianten und dem immer wedelnden Zeigefinger mahnender Couch-Trainer immer. Aber das kennt der Bundestrainer ja. Unter dem Strich gibt es gegen Ecuador wenig zu verlieren für Nagelsmann - zumindest aus Sicht gewisser Personalentscheidungen.


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