Viel Lob und der Tritt auf die Euphoriebremse: Die Stimmen zum Schalke-Sieg gegen SCP
Von Oliver Helbig

Der FC Schalke 04 hat im Spitzenspiel gegen den SC Paderborn ein dickes Ausrufezeichen gesetzt: Mit dem späten 2:1-Siegtreffer durch Joker Bryan Lasme schafften die Knappen den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Mit einer starken Willensleistung konnten die Knappen einen 0:1-Rückstand in einen Sieg umwandeln und hatten nach Spielende jede Menge Grund zu feiern. Während der Schalker Anhang frenetisch feierte, traten die königsblauen Akteure nach Abpfiff vereinzelt schon wieder auf die Euphoriebremse und versuchten, den Triumph einzuordnen. In den Interviews schwang aber auch viel Stolz und Freude mit. Wir haben die wichtigsten Aussagen zum Schalke-Sieg über den SC Paderborn.
Die wichtigsten Stimmen zum Schalke-Sieg gegen den SC Paderborn
Muslic stolz und voll des Lobes
Schalke-Coach Miron Muslic war nach Spielende überglücklich und brachte seinen Stolz gegenüber seinen Schützlingen mit deutlichen Worten zum Ausdruck. Für den 43-jährigen Österreicher galt es vor allem, den reifen Umgang mit dem 0:1-Rückstand sowie die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hervorzuheben.
"Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs."
- Miron Muslic
Miron Muslic: "Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs. Wir wussten, dass Paderborn eine enorme Qualität hat und uns alles abverlangen würde. Nach dem Rückstand nicht hektisch zu werden, sondern an unseren Plan zu glauben, war der Schlüssel. In der zweiten Halbzeit waren wir griffiger, haben die Zweikämpfe besser angenommen und uns am Ende mit dem Siegtreffer belohnt. Tabellenführer zu sein, ist ein schönes Gefühl, aber wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt.“
"Wir haben heute von der ersten Sekunde an performt und alles reingehauen. Der Sieg geht absolut in Ordnung, wenn man bedenkt, dass wir trotz eines guten Spiels 0:1 hintenlagen und gegen den Tabellenführer zurückkamen.“
"Die erste Halbzeit war ausgeglichen, Paderborn hat aus einer klaren Torchance den Führungstreffer erzielt. In der zweiten Halbzeit haben wir Paderborn mit unserem Pressing dominiert und in Bedrängnis gebracht, darauf bin ich sehr stolz.“
Karaman lobt Trainer, Fans und Moral der Mannschaft
Mit seinem Ausgleichstreffer zum zwischenzeitlichen 1:1 in der 45.+3 sorgte Kenan Karaman für die Schalker Rückkehr in einem psychologisch wertvollen Zeitpunkt. Kurz vor der Halbzeitpause versetzte der Kapitän der Knappen dem Gegner mit seinem Tor einen empfindlichen Nackenschlag.
"Die Fans haben uns heute getragen."
- Kenan Karaman
Kenan Karaman: "Wir waren von Anfang an heiß auf die 90 Minuten. Der Trainer hat uns perfekt eingestellt. Das Gegentor war ein Nackenschlag, aber wir haben Moral bewiesen. Mein Tor war wichtig für den Kopf, um mit einem guten Gefühl in die Pause zu gehen. Dass Bryan (Lasme, Anm. d. Red.) dann hinten raus das Ding macht, zeigt, wie breit unser Kader ist. Die Fans haben uns heute getragen.“
Siegtorschütze Lasme überglücklich
Bryan Lasme, der in den letzten fünf Schalker Ligaspielen gar nicht im Kader stand, durfte in der 67. Minute aufs Feld und ersetzte Christopher Antwi-Adjei. Gut zwanzig Minuten später avancierte der Franzose zum großen Matchwinner: In der 86. Minute traf er zum vielumjubelten 2:1 für Schalke und war nach Spielende überglücklich.
"Als Stürmer lebst du für solche Momente [...] Gänsehaut pur.""
- Bryan Lasme
Bryan Lasme: "Als Stürmer lebst du für solche Momente. Ich wollte einfach reinkommen und Energie bringen. Dass der Ball dann so reingeht, ist pures Glück und purer Wille. Der Jubel mit der Nordkurve war Gänsehaut pur.“
Schallenberg tritt auf Euphoriebremse
Das Defensiv-Arbeitsbiest Ron Schallenberg wollte die überschwängliche Freude etwas zügeln und trat nach dem Abpfiff auf die Euphoriebremse. Der 27-Jährige mahnte, nicht zu früh in der Saison den Fokus zu verlieren.
"Wir sollten demütig bleiben."
- Ron Schallenberg
Ron Schallenberg: "Wir sollten demütig bleiben. Es sind erst 14 Spiele absolviert, und es ist auch nicht so, dass wir in der Tabelle davongeeilt sind. Wir benötigen in jeder Partie 100 Prozent, damit wir gewinnen.“
Auch Paderborn-Coach lobt Schalke-Auftritt
Deutlich weniger Grund zur Freude hatte natürlich der Gegner des Schalkers vom Freitagabend. Ralf Kettemann, der Trainer des SC Paderborn, gestand nach dem Spiel, dass seine Mannschaft den Faden verlor und der FC Schalke 04 am Ende der verdiente Sieger war.
"[...] der Sieg, wenn man auch die Statistiken sieht, verdient an den FC Schalke 04."
- Ralf Kettemann, Trainer SC Paderborn
Ralf Kettemann, Trainer SCP: "Fußballerisch hat uns die erste Halbzeit Spaß gemacht, da waren wir ordentlich unterwegs. Wir müssen aber daran arbeiten, aus den Momenten, die wir haben, mehr zu machen. Ab der 55. Minute ging es oft auf unser Tor, wir haben es nicht geschafft, am Ball zu bleiben. So muss man sagen, geht der Sieg, wenn man auch die Statistiken sieht, verdient an den FC Schalke 04."
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