Der VfB Stuttgart hat es geschafft, sich in der Spitzengruppe der Bundesliga festzusetzen. Nach der Vizemeisterschaft in der Saison 2023/24 und dem Pokalsieg 2025 reichte es in der abgelaufenen Saison zu Rang vier. Die Qualifikation für die Champions League ist damit geglückt, was den Schwaben finanziell einige Spielräume bietet.
Für die Stuttgarter Kaderplaner geht es nun darum, das Team beisammen zu halten und punktuell zu verbessern. Wir sehen uns an, welche Baustellen der VfB in diesem Sommer zu lösen hat.
Tor
Nach drei Jahren endet die Zeit von Alexander Nübel als Leihspieler des VfB Stuttgart. Nun wird Dennis Seimen in die Nummer-eins-Rolle schlüpfen. Das Eigengewächs war in der abgelaufenen Saison für den SC Paderborn tätig und zeigte überragende Leistungen.
"Dennis hat in Paderborn eine fantastische Saison gespielt. Er ist kein Experiment, sondern wir trauen ihm die Rolle als Nummer eins aus voller Überzeugung zu", erklärte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth derDeutschen Presse-Agentur. "Hierzu gibt es bei uns auch keine geteilten Ansichten. Wir alle teilen diese Haltung."
Zuvor hatte die Stuttgarter Zeitung berichtet, dass Sebastian Hoeneß und Fabian Wohlgemuth gewisse Zweifel haben. Demnach seien Finn Dahmen, Noah Atubolu und Bernd Leno mögliche Kandidaten.
Das Trio wird aber den Weg nach Bad Canstatt in diesem Sommer nicht finden. Stattdessen dürfte das neue Torwart-Trio feststehen. Hinter Seimen bleibt Fabian Bredlow ein verlässlicher Backup. Mit Marius Funk hat der VfB einen routinierten Keeper ablösefrei von Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus zurückgeholt. Ein Transfer, der den Weg für eine Leihe von Juwel Florian Hellstern freimacht. Der 18-Jährige könnte kurioserweise nach Cottbus wechseln, um dort nach Seimen-Vorbild Spielpraxis in Liga zwei zu erhalten.
Innenverteidigung
Die Stuttgarter Abwehr hat über weite Strecken der Saison eine gute Figur abgegeben. Jeff Chabot passt zwar nicht optimal zum VfB-Spielstil, ist jedoch als zentraler Ankerpunkt ein wichtiger Mann. Finn Jeltsch, Ramon Hendriks und Luca Jaquez sind allesamt starke und talentierte Verteidiger, die an der Seite von Chabot gut funktionieren.
Gelegentlich gab es dennoch kleinere Engpässe in der Dreierkette, weil Ameen Al-Dakhil und Dan-Axel Zagadou oft mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Bei letzterem ist noch nicht klar, ob der Vertrag verlängert wird. Es könnte Sinn ergeben, noch einen verlässlichen Abwehrspieler dazuzuholen und Al-Dakhil und/oder Zagadou ziehen zu lassen. Generell ist die Innenverteidigung aber gut besetzt.
Außenverteidigung
Der VfB spielt meist mit Dreierkette, weswegen die Außenverteidiger eher Schienenspieler sind. Eine kleine Baustelle gibt es auf der rechten Seite, weil Josha Vagnoman und Lorenz Assignon nicht obersten Ansprüchen genügen. Jamie Leweling tut das schon, wäre aber keine wirkliche Option für eine Viererkette.
Auf der linken Seite ist der VfB mit Maximilian Mittelstädt gut besetzt. Mit Hendriks und Führich stehen zudem noch eine defensive und eine offensive Option für die Position zur Verfügung.
Zentrales Mittelfeld
Angelo Stiller ist im zentralen Mittelfeld gesetzt, jedoch fehlt ein wirklich starker und stabiler Nebenmann. Atakan Karazor bringt Erfahrung, aber nicht das ganz hohe Niveau mit. Chema Andrés ist hingegen sehr talentiert, in seinen Leistungen aber noch etwas schwankend. Mit Grischa Prömel hat man schon einen wertvollen Neuzugang bekommen, jedoch könnte ein weiterer nötig sein.
Sollte Stiller den Klub verlassen, würde es einen Spieler mit richtiger Klasse benötigen, vor allem in Sachen Spielgestaltung. Caspar Jander wird wie im Vorjahr gehandelt. Nach dem verpassten Premier-League-Aufstieg mit Southampton wäre der Ex-Nürnberger wohl zu bekommen.
Offensives Mittelfeld
Sollten Leweling und Führich nicht als Schienenspieler eingesetzt werden, sind sie im offensiven Mittelfeld starke Optionen. Gleiches gilt für den inzwischen fix verpflichteten Bilal El Khannouss. Nikolas Nartey wusste in einer offensiven Rolle zuletzt zu überzeugen und auch Tiago Tomas kann man jederzeit als Joker bringen. Die Stuttgarter haben zudem noch einige weitere gestandene Spieler und Talente in der Hinterhand.
Wirklichen Bedarf gibt es in der Breite nicht, sollte man sich mit Nartey auf eine Verlängerung einigen können. Wenn überhaupt, lohnt es sich lediglich einen richtigen Kracher zu verpflichten. Fabio Vieira, Dorgeles Nene, Sebastian Nanasi und Giannis Konstantelias werden aktuell gehandelt. Alle könnten einen Mehrwert liefern.
Angriff
Ermedin Demirovic ist zwar nicht über jeden Zweifel erhaben, knipst aber eigentlich zuverlässig. An Deniz Undav führt kein Weg vorbei, zumal er gerade seinen Vertrag bis 2029 verlängert hat. Im Winter kam zudem noch Youngster Jeremy Arévalo hinzu, der aber noch etwas Zeit benötigt. Jovan Milosevic kommt vom SV Werder zurück, forciert allerdings einen dauerhaften Abschied. Handlungsbedarf besteht aber dennoch nicht akut. Denn auch Tomas kann als Sturmspitze eingesetzt werden. Verwehren würde sich Sebastian Hoeneß gegen eine weitere Option im Angriff aber sicher nicht.
Fazit
Der VfB-Kader hat keine eklatanten Schwachpunkte. Sollte Stiller den Verein nicht verlassen, muss nur punktuell nachgebessert werden. Ein richtig starker Rechtsverteidiger würde dem Klub helfen, eventuell auch noch ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler. Im Tor ist die Entscheidung für Youngster Seimen zwar mutig, aber absolut verständlich.
Wirklich schwierig wird es erst bei einem Abgang von Stiller. Hier müsste dann ein Spieler mit enormer Qualität kommen, damit das Team nicht schwächer als in der laufenden Saison daherkommt.
Weitere News zum VfB Stuttgart lesen:
