Unrühmliches Ende einer Ära: Liverpool muss Salah im Sommer verkaufen

Mohamed Salah ist und bleibt eine große Vereinslegende des FC Liverpool – daran ändern auch die vergangenen zwölf Monate nichts. Andererseits sind diese Grund genug, die große Ära zu beenden.
Mohamed Salah ist meist nur noch ein Schatten seiner selbst
Mohamed Salah ist meist nur noch ein Schatten seiner selbst | Liverpool FC/GettyImages

Es ist ziemlich genau drei Monate her, dass Mohamed Salah mit einem nahezu skandalösen Interview für Schlagzeilen sorgte. Der FC Liverpool habe ihn "unter den Bus geworfen", so die Wortwahl des wütenden Ägypters, der gerade erstmals in seiner Karriere seinen Stammplatz bei den Reds verloren hatte.

Nun haben wir Mitte März, und dieses Interview ist nach wie vor Salahs auffälligste Szene in der laufenden Saison. Nachdem der Rechtsaußen über mehrere Jahre hinweg mit seinen einzigartigen Dribblings und eiskalten Qualitäten im Abschluss begeisterte, ist Salah seit Monaten nur noch ein Schatten seiner selbst.

Salahs Leistungen stehen in keinem Verhältnis zu seinem Gehalt

Nur, damit wir uns nicht falsch verstehen: Dafür, dass Salah seine bisher schlechteste Saison bei Liverpool spielt, sind seine Zahlen gar nicht so verkehrt. In der Premier League kommt der 33-Jährige immerhin auf fünf Tore und sechs Vorlagen und ist damit sogar zweitbester Scorer in seiner strauchelnden Mannschaft. Hinzu kommen sechs weitere Torbeteiligungen in den Pokalwettbewerben.

Gemessen an den Erwartungen – und vor allem an dem exorbitanten Gehalt des Topverdieners – stehen die Leistungen von Salah aber längst in keinem Verhältnis mehr. Zwar schoss er Liverpool in der vergangenen Spielzeit als mit Abstand bester Spieler des Teams zum Premier-League-Titel, ließ aber bereits zum Ende der Meistersaison spürbar nach. 44 seiner 47 Scorerpunkte erzielte er in den ersten 29 Ligaspielen; ab Mitte März kam nicht mehr viel. Das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain, das der spätere Turniersieger im Elfmeterschießen gewann, wirkt rückblickend betrachtet wie ein Knackpunkt in Salahs Karriere.

Gerade in engen Spielen agiert Salah seitdem meist glücklos und kann nicht mehr den Unterschied ausmachen, den er in seiner besten Zeit noch gemacht hat. Stattdessen bleibt er bei den meisten Dribblings am gegnerischen Außenverteidiger hängen und trifft zunehmend falsche Entscheidungen vor dem gegnerischen Tor.

Liverpool sollte die letzte Verkaufschance im Sommer nutzen

Die Verantwortlichen verlängerten Salahs Vertrag vor rund einem Jahr bis 2027 – wohl auch, weil ein ablösefreier Abgang nach der Meistersaison kaum zu rechtfertigen gewesen wäre. So besteht zumindest die Chance, bei einem Verkauf noch eine Ablöse für den einstigen Weltstar zu kassieren.

Auch im Januar gab es erneut Gerüchte über einen Wechsel nach Saudi-Arabien. Obwohl Salah wenige Wochen zuvor erneut zum Unruheherd geworden war, lehnten die Bosse ab. Im Sommer könnte sich die letzte Gelegenheit für einen solchen Transfer auftun – diese sollte Liverpool definitiv nutzen. Andernfalls droht Salah, sein großes Denkmal an der Anfield Road weiter zu beschmutzen.


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