Unglückliches Horrorfoul und kein Platzverweis: Das sagen Schlotterbeck und Stanisic

Bei einer unglücklichen Szene zwischen Josip Stanisic und Nico Schlotterbeck kam es zu einem Horrorfoul.
Josip Stanisic geht nach einem Tackling von Nico Schlotterbeck zu Boden
Josip Stanisic geht nach einem Tackling von Nico Schlotterbeck zu Boden / picture alliance/GettyImages
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In dem hitzigen Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München war eine Zweikampfsituation zwischen dem Münchner Josip Stanisic und dem BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck in der 18. Minute einer der größten Aufreger des Spiels.

Stanisic, der in Ballbesitz war, wurde von Schlotterbeck abgegrätscht, der zwar klar in Richtung des Balles ging, dabei jedoch mit dem ausgestreckten Bein auf dem Ball wegrutschte und den Bayern-Star mit der offenen Sohle schmerzhaft am Schienbein traf. Stanisic knickte um und blieb voller Schmerzen minutenlang auf dem Rasen liegen. Was für viele eine klare rote Karte gewesen wäre, wurde letztlich von Schiedsrichter Sven Jablonski mit einer gelben Karte bestraft, wodurch Schlotterbeck zum Glück der Dortmunder weiterspielen durfte.

Die üble Szene um Schlotterbeck und Stanisic
Die üble Szene um Schlotterbeck und Stanisic / DeFodi Images/GettyImages

Die beiden Hauptakteure dieser brisanten Szene äußerten sich nach Abpfiff mit deutlichen Worten.

Schlotterbeck mit ehrlichen Worten

Nico Schlotterbeck machte keinen Hehl darum, dass er einen Platzverweis für sein Einstiegen gegen Stanisic durchaus verstanden hätte. "Für mich erst den Ball gespielt, dann über den Ball gerutscht. Ich treff ihn dann sauunglücklich am Schienbein und wahrscheinlich kann man da schon Rot geben", sagte der BVB-Star nach Spielende.

"Ich treff ihn [...] sauunglücklich am Schienbein und wahrscheinlich kann man da schon Rot geben [...] natürlich hatte ich da schon Glück"

Nico Schlotterbeck
Nico Schlotterbeck
Nico Schlotterbeck / picture alliance/GettyImages

"Da hatte ich ein bisschen Glück. Zum Glück hat der Schiri Gelb gegeben. Vom Gefühl her hätte er wahrscheinlich sonst auch das Spiel früh entschieden, das wollte er wahrscheinlich nicht machen, deswegen kann man vielleicht auch sagen Dunkelgelb, aber natürlich hatte ich da schon Glück“, so der deutsche Nationalspieler mit ehrlichen Worten.

Stanisic versteht die Welt nicht mehr

Auch Josip Stanisic, der mit einem sichtlich in Mitleidenschaft gezogenen Schienbein nach Spielende am Mikrofon Rede und Antwort stand, konnte nicht verstehen, warum es für das ruppige Einsteigen von Nico Schlotterbeck keinen Platzverweis gab. "Ich habe schon in der Szene erlebt, dass es für mich mehr als nur Gelb ist. Ich weiß auch nicht genau, warum der Schiedsrichter da sagt, dass es kein Rot ist", wunderte sich der Bayern-Star.

"Natürlich spielt er ein bisschen den Ball, aber die Rote Karte ist dazu da, Spieler zu schützen. Wenn ich jetzt auf Schienbeinhöhe mit der offenen Sohle davor den Ball spiele und dann noch weiter rutsche, ist das für mich ganz klar Rot [...] Ich glaube, Schlotterbeck hat heute mehr als Glück, noch auf dem Platz gestanden haben zu dürfen."

Josip Stanisic
Josip Stanisic
Josip Stanisic / S. Mellar/GettyImages

Stanisic erklärte seine Einschätzung wie folgt: "Natürlich spielt er ein bisschen den Ball, aber die Rote Karte ist dazu da, Spieler zu schützen. Wenn ich jetzt auf Schienbeinhöhe mit der offenen Sohle davor den Ball spiele und dann noch weiter rutsche, ist das für mich ganz klar Rot." Deutliche Worte als Seitens des kroatischen Nationalspielers. Stanisic holte dann auch noch eine Vergleichsszene aus dem Ärmel: "Ich habe dem Schiedsrichter auch gesagt, dass wir mal eine ähnliche Szene hatten, ich glaube, vor zwei Jahren, wo Joao Palhinha gegen Bochum ganz klar einen Pass spielt und danach den Gegner noch berührt mit der Sohle und dann kriegt er glatt Rot. Dann haben wir das Spiel noch verloren", so Stanisic, der abschließend noch sagte: "Ich glaube, Schlotterbeck hat heute mehr als Glück, noch auf dem Platz gestanden haben zu dürfen.“


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