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Umbruch endlich geglückt? Das große Transfer-Zeugnis 2026/27 für den BVB

Der BVB hat sich im Sommer mit einigen spannenden Youngster verstärkt. Wir nehmen das zurückliegende Sommer-Transferfenster der Borussen genauer unter die Lupe.
Der BVB hat im Sommer einige Talente verpflichtet
Der BVB hat im Sommer einige Talente verpflichtet | Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages

Borussia Dortmund befindet sich in einem Umbruch. Nachdem das Unterfangen im letzten Sommer noch eher halbherzig angegangen wurde, hat sich unter Ole Book einiges getan. Der BVB hat vorrangig junge und talentierte Akteure an Land gezogen, die teilweise Soforthilfen darstellen dürften oder aber für die etwas entferntere Zukunft eingeplant sind. Auf der anderen Seite sind einige erfahrene Spieler gewichen.

Kurz vor dem Ende der Transferphase herrschte beim BVB nochmal Wirbel, weil der verletzte Giannis Konstantelias ersetzt werden musste. Wir werfen einen Blick auf die Arbeit der BVB-Verantwortlichen in den Sommermonaten.

Was können die Neuzugänge liefern?

  • Konstantinos Karetsas: 30 Mio. € (KRC Genk)
  • Giannis Konstantelias: ca. 32 Mio. € (PAOK Thessaloniki)
  • Joey Veerman: ca. 22 Mio. € (PSV Eindhoven)
  • Joane Gadou: 19,5 Mio. € (RB Salzburg)
  • Kaua Prates: 7 Mio. € (Cruzeiro)
  • Justin Lerma: 4 Mio. € (Independiente del Valle)
  • Ethan Nwaneri: Leihe (FC Arsenal)

Ziel der Verantwortlichen war es, im Angriffsdrittel mehr Präzision an den Tag zu legen und einen technisch saubereren Fußball mit frischen Kräften zu spielen. Mit den beiden griechischen Youngster Konstantelias Koretsas und Giannis Konstantelias kamen zwei Akteure, die genau diese Art von Fußball verkörpern. Beide wurden auch direkt nach den ersten Einsätzen zu Hoffnungsträgern erklärt. Umso bitterer ist die Tatsache, dass Konstantelias aufgrund eines Kreuzbandrisses wohl maximal die letzten Saisonspiele wieder bestreiten kann.

Zudem gilt es zu hoffen, dass er sich perspektivisch von der Verletzung gut erholt. Ein schwerer Schlag, aber nichts was man den Verantwortlichen vorwerfen könnte. Mit der Leihe von Ethan Nwaneri haben die Borussen schnell reagiert. Der Arsenal-Youngster soll mit seiner Schnelligkeit und seinen Dribblings glänzen. Eine spannende Idee, wenngleich sich die Frage stellt, ob man nicht auf die Erfahrung eines an sich verfügbaren Jadon Sancho hätte setzen sollen.

Mit Joey Veerman hat der BVB einen Mittelfeldspieler verpflichtet, der mit seiner Passstärke, seinen guten Standards und seinen strategischen Fähigkeiten ein anderes Profil mitbringt als die anderen Akteure auf der Sechs und der Acht. Folgerichtig stellt der 27-Jährige eine gute Ergänzung da. Der Niederländer war in Eindhoven einige Jahre eine tragende Säule und könnte eine solche im Idealfall auch in Dortmund werden.

Mit Joane Gadou haben die Borussen einen sehr jungen Abwehrspieler verpflichtet, der aber offenbar keine großen Anlaufschwierigkeiten verzeichnet. Der 19-Jährige kam gut in die Saison und konnte sich auf Anhieb in der Stammmannschaft festsetzen. Dies könnte auch so bleiben, wenn Nico Schlotterbeck und Emre Can zurück sind.

Kaua Prates und Justin Lerma sind noch sehr jung und unerfahren. Hier wird ein wenig Geduld nötig sein, ehe man ein genaueres Urteil fällen kann.

Wie sehr fallen die Abgänge ins Gewicht?

  • Karim Adeyemi: ca. 25 Mio. € (FC Barcelona)
  • Julien Duranville: 5 Mio. € (Olympique Lyon)
  • Cole Campbell: 6 Mio. € (SV Elversberg)
  • Kjell Wätjen: 2,5 Mio. € (FC Midtjylland)
  • Julian Brandt: ablösefrei (Ajax Amsterdam)
  • Salih Özcan: ablösefrei (Beşiktaş)
  • Niklas Süle: ablösefrei (SV Tiefenbach)
  • Yan Couto: Leihe (Como 1907)
  • Almugera Kabar: Leihe (NEC Nijmegen)
  • Diant Ramaj: Leihe (FC Kopenhagen)

Den BVB haben zwar einige große Namen verlassen, jedoch dürften die Abgänge nicht so stark ins Gewicht fallen. Julian Brandt war zwar der einzige Kreativspieler im Team, wurde jedoch durch die jungen Griechen gut ersetzt. Eine derartige Spielfreude konnte Brandt nur selten an den Tag legen. Ein wenig komplizierter ist die Angelegenheit bei Karim Adeyemi. Mit seiner unfassbaren Pace ist dieser kaum Eins-zu-Eins zu ersetzen. Allerdings neigte Adeyemi auch zu unkonstanten Leistungen und Verfehlungen neben dem Platz.

Alle weiteren Abgänge sind unproblematisch. Niklas Süle war schon länger weit von seiner Prime entfernt, während Julien Duranville aufgrund von vielen Verletzungen nie wirklich durchstarten konnte. Auch andere Youngster wie Campbell und Wätjen waren zuvor schon verliehen und hätten keine große Rolle gespielt. Yan Couto ist zwar ein grundsolider Fußballer, jedoch fielen in den letzten Jahren eher seine Defizite ins Gewicht.

Eigentlich kann man nur von Adeyemi und mit Abstrichen Brandt sagen, dass die Abgänge ein wenig schmerzen könnten.

Konnte der BVB seine Problemstellen lösen?

Was der BVB am meisten gebraucht hat, war frisches Blut - und genau das hat man bekommen. Insbesondere die Offensive dürfte mit Karetsas und Nwaneri wieder unberechenbarer, spielfreudiger und dynamischer sein. Im zentralen Mittelfeld hat man nun in Veerman endlich einen Akteur, der sich durch seine Fähigkeiten als Stratege und Passspieler auszeichnen kann. In diesem Sinne waren die Verpflichtungen sehr zielgerichtet.

Ein wenig dünn ist die Personaldecke aktuell noch in der Abwehr. Hier hat man jedoch das Glück, dass Gadou offenbar als Soforthilfe dient. Sobald Schlotterbeck zurück ist, kann man auch auf eine ausreichend breit besetzte Defensive setzen. Die Offensive ist abgesehen von Guirassy ein wenig unerfahren. Sancho hätte hier möglicherweise geholfen, von klaren Versäumnissen kann man aber nicht sprechen.

Wie wirtschaftlich war die Transferphase?

Unter dem Strich steht für den BVB ein fettes Minus. Dieses ist aber ein Stück weit trügerisch. Es ist in Sachen Ablöse immer kostenspielig, ältere Akteure durch jüngere Kräfte zu ersetzen. Man darf fest davon ausgehen, dass Spieler wie Karetsas und Gadou ihre Marktwerte deutlich über den Einkaufspreis steigern können. Bei keinem Spieler kann man auf Anhieb sagen, dass der BVB zu viel investiert hat. Lediglich bei Konstantelias muss man nach seinem Kreuzbandriss ein Fragezeichen hinter die 30 Millionen Euro setzen.

Bitter ist es natürlich, dass man nur für Adeyemi eine größere Ablöse generiert hat - und selbst diese nicht herausragend hoch war. Bei einigen Spielern sind die Verträge ausgelaufen, wie beispielsweise bei Julian Brandt oder Niklas Süle. Hier wurden jedoch eher in der Vergangenheit Versäumnisse gemacht. Positiv ist jedoch, dass sich der BVB einiges an Gehältern spart. Insbesondere Süle war ein absoluter Top-Verdiener.

Selbst wenn ein Minus von 70 Millionen Euro steht, könnte sich die Transferphase rückblickend noch als wirtschaftlich erweisen.

Einnahmen

Ausgaben

Gesamtbilanz

38,5 Mio. €

108,5 Mio. €

-70 Mio. €

Quelle: transfermarkt.de

Gesamtfazit:

Der BVB hat im Transfersommer 2026 starke Arbeit geleistet. Nach langer Zeit war endlich auch wieder ein klares Konzept zu sehen, welches dafür sorgen kann, dass die Dortmunder perspektivisch gut aufgestellt sind. Insbesondere Konstantinos Karetsas könnte sich als echter Coup erweisen. Konstantelias wäre ein solcher wohl auch gewesen, wäre nicht die Verletzung dazwischen gekommen, für die niemand etwas kann. Auch auf diese haben die Borussen aber gut reagiert.

Vieles scheint unter Ole Book wieder in die richtige Richtung zu laufen. Wirklich viel Negatives gibt es nicht festzumachen, wenngleich der Trend zu jungen Spielern sicherlich auch ein kleines Risiko ist. Wenn man einen neuen Weg einschlägt, muss man es aber eben auch mit Überzeugung tun. Diese ist in Dortmund endlich zurück.

Gesamt-Bewertung Transfersommer: 9/10


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