Eigentlich hätte man annehmen können, dass der Vertragspoker um Konrad Laimer eher von leichterer Natur werden könnte. Klub und Spieler scheinen aktuell schließlich wie füreinander geschaffen zu sein. Trotz allem verlaufen die Gespräche äußerst zäh. Die Bayern und Laimer sollen in Sachen Gehaltsvorstellung noch weit auseinanderliegen.
Nun hat sich auch Uli Hoeneß in der Laimer-Thematik zu Wort gemeldet. "Wir reden hier nicht über konkrete Zahlen, aber wenn man liest, was angeblich über sein Gehalt und seine Forderungen berichtet wird, muss man das richtig einordnen", erklärte er im Gespräch mit DAZN. Laimer, der aktuell gut zehn Millionen Euro verdient, soll laut Informationen von Sky 15 Millionen Euro fordern.
Obwohl Hoeneß den Österreicher gerne beim FC Bayern spielen sieht, sieht er die Forderungen als zu hoch an. "Konny ist ein Spieler, den ich extrem schätze. Er ist unglaublich wichtig für das Team, aber auch für das öffentliche Image des Vereins. Er arbeitet wahnsinnig hart. Aber er ist kein Maradona", schränkte er ein.
Hoeneß ermahnt Laimer: "Akzeptieren, dass es Grenzen gibt"
Zwar wurde Laimer von so manchem bereits als Alpen-Messi bezeichnet, jedoch ist er eher ein Spieler, der über Mentalität und Athletik kommt und weniger über seine ordentlichen, aber nicht überragenden fußballerischen Fertigkeiten. "Spieler wie er müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt - auch wenn sie ein sehr gutes Gehalt beziehen", forderte Hoeneß Laimer indirekt zum Einlenken auf.
Hoeneß wies außerdem darauf hin, dass Laimer ja noch über ein Jahr Vertrag habe und zum Zeitpunkt des Vertragsendes im Sommer 2027 auch schon 30 Jahre alt sein wird. "Das muss berücksichtigt werden. Was er derzeit verdient, können in Europa nur sehr wenige Klubs überhaupt bieten", gab der Bayern-Ehrenpräsident zu bedenken.
Aus den Worten von Hoeneß ist herauszulesen, dass sich die Bayern anders als beispielsweise bei Alphonso Davies oder Dayot Upamecano nicht weichkochen lassen werden.
"Ich weiß nicht genau, was Max [Eberl] und Christoph [Freund] ihm angeboten haben, aber es war sicher nicht das, was seine Berater anfangs gefordert haben. Das hat nichts mit unserer allgemeinen Politik zu tun, sondern ist eine realistische Einschätzung seines sportlichen und finanziellen Werts. Der ist hoch - aber er ist kein Harry Kane", machte Hoeneß deutlich.
Bayern-Weggang ergibt für Laimer keinen Sinn
Es ist relativ klar, dass die Bayern Laimer zwar schätzen, anders als bei manch anderen Verlängerungen den Spieler aber nicht für unverzichtbar halten. Dies schwächt die Position von Laimer, der auf diese Weise kaum in der Lage ist, Spielchen mit den Verantwortlichen zu treiben. Hoeneß hat schließlich auch nicht Unrecht: Kaum ein europäischer Klub würde für Laimer ähnlich viel zahlen wie der FC Bayern. Über konkrete Angebote anderer Klubs ist auch nichts bekannt.
Außerdem hat der Österreicher aktuell bei einem Top-5-Klub eine Rolle inne, die er bei einem anderen Verein dieser Güteklasse kaum nochmal einnehmen könnte. Aus der Perspektive von Laimer gibt es eigentlich nichts, was für einen Bayern-Weggang spricht. Die Münchner Bosse dürften sich auch darüber im Klaren sein. Die Gefahr ist viel größer, dass Laimer und nicht der Verein selbst als Verlierer aus dem Poker herausgeht.
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