Beim VfB Stuttgart galt die Thronfolge auf der Torhüterposition als klar geregelt. Für den mittlerweile zu Besiktas Istanbul abgewanderten Alexander Nübel sollte das hochveranlagte Eigengewächs Dennis Seimen zwischen die Pfosten rücken. Der deutsche U21-Nationalspieler gilt als eines der größten deutschen Talente auf der Torwartposition und hat sein Können bereits vergangene Saison beim SC Paderborn unter Beweis gestellt. Doch Seimen ist weiter verletzt - und in seiner Abwesenheit betreibt sein Vertreter fleißig Eigenwerbung.
Schon am ersten Spieltag beim 1:5 in München bewahrte Fabian Bredlow die Stuttgarter vor einer noch größeren Packung. Und auch am zweiten Spieltag gegen den 1. FC Köln (4:1) zeichnete sich der 31-Jährige mit der Erfahrung aus 39 Bundesliga-Spielen für den VfB und den 1. FC Nürnberg mehrfach aus. Könnte Bredlow in der Form vielleicht auch im Tor bleiben, wenn Seimen nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel zurück ist? Das sollte nach der Länderspielpause im Oktober der Fall sein.
Hoeneß: "Wissen, was wir an Fabi haben"
Die Entscheidung, keinen weiteren Keeper mehr zu verpflichten (90min berichtete), scheint zumindest die richtige gewesen zu sein. "Wir haben immer gesagt, dass es nicht um die Qualität von Fabi ging, sondern um die Quantität auf dieser Position. Wir haben uns nicht wirklich intensiv mit einem Ersatz beschäftigt, weil wir wissen, was wir an Fabi haben. Das hat er in den letzten Spielen unter Beweis gestellt", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß über die Gedankenspiele im Sommer, auf der Torwartposition noch einmal personell nachzulegen.

Und auch Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth lobte Bredlow ausdrücklich für seine professionelle Einstellung - und unterstrich dessen Anspruch, Stammkraft zu bleiben. "Fabi ist in der Vorbereitung mit den vielen Diskussionen um seine Person sehr gut umgegangen, hat auf dem Platz immer den Fokus behalten. Er ist in seinem Alter gereift und hat in den letzten Spielen gezeigt, dass er in die erste Elf gehört."
Sollte Bredlow weiter so überzeugend spielen, kommt auf Trainer Hoeneß bald ein Luxusproblem zu. Das dürfte dem 44-Jährigen allerdings deutlich lieber sein, als Seimen nach dessen Verletzung (zu) früh wieder reinwerfen zu müssen.
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