"Ich bin sehr optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen einen neuen Offensivspieler verpflichten werden“, zeigte sich BVB-Sportdirektor Ole Book zuletzt noch zuversichtlich. Doch abseits der Verpflichtung von Abwehrtalent Joane Gadou von RB Salzburg lässt der große Umbruch auf sich warten. Bei einem vereinsinternen Gipfeltreffen mit Geschäftsführer Lars Ricken und Trainer Niko Kovac wurde deutlich: Dem BVB fehlen aktuell sowohl das nötige Geld als auch die Kaderplätze für die ganz großen Sprünge.
Die Situation ist komplex, denn wie die WAZ berichtet, ist das Budget für Neuzugänge direkt an die Zukunft zweier aktueller Offensiv-Stars geknüpft.
Der Fall Guirassy: Wer bietet am meisten?
Dass der 30-jährige Serhou Guirassy den Verein nach seiner starken Saison mit 17 Bundesliga-Toren in 33 Spielen verlassen möchte, ist längst kein Geheimnis mehr. Der Stürmer, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2028 läuft, sondiert aktiv seine Optionen. Fenerbahce Istanbul wirbt bereits öffentlich um den Torjäger, doch das erste Angebot von 30 Millionen Euro plus Boni reichte den Dortmundern nicht. Da auch Schwergewichte wie der FC Barcelona, Juventus Turin, Aston Villa oder Tottenham Hotspur großes Interesse zeigen, pokert der BVB auf eine Ablöse jenseits der 40-Millionen-Marke. Solange hier jedoch kein Vollzug gemeldet wird, fehlt das Geld für einen Nachfolger.
Das Adeyemi-Dilemma: Verlängern oder verkaufen
Bei Karim Adeyemi drängt die Zeit aus vertraglichen Gründen sogar noch mehr. Da sein Arbeitspapier im Sommer 2027 ausläuft, lautet die Devise der BVB-Bosse: Verlängern oder in diesem Sommer verkaufen, um noch eine hohe Ablöse zu erzielen. Sportlich kam der pfeilschnelle Außenbahnspieler in der abgelaufenen Spielzeit auf sieben Bundesliga-Tore und fünf Vorlagen, verpasste aber den Sprung in den deutschen WM-Kader.
Zudem sorgte der 24-Jährige abseits des Platzes für mächtig Unruhe: Ein Kabinen-Ausraster im Wintertrainingslager brachte ihm eine vereinsinterne Geldstrafe ein, und im Spätherbst 2025 musste er einen Strafbefehl über 450.000 Euro wegen illegalen Waffenbesitzes akzeptieren. Ein Verkauf könnte somit nicht nur dringend benötigtes Geld in die Kassen spülen, sondern auch wieder für mehr Ruhe im Umfeld sorgen.
Der Dominoeffekt: Asllani in der Warteschleife

Wie sehr diese Hängepartien die sportliche Weiterentwicklung blockieren, zeigt sich exemplarisch an der Personalie Fisnik Asllani. Der 23-jährige kosovarische Nationalspieler startete bei der TSG Hoffenheim mit zehn Toren und neun Assists in der abgelaufenen Spielzeit voll durch. Sportdirektor Book kennt und schätzt Asllani bestens aus gemeinsamen Tagen bei der SV Elversberg.
Einem kosovarischen Medienbericht zufolge soll sich der BVB mit dem Stürmer sogar schon einig sein (90min berichtete). Doch die Realität sieht anders aus: Asllani besitzt zwar eine Ausstiegsklausel über rund 30 Millionen Euro, doch diese Summe kann Dortmund erst stemmen, wenn Guirassy oder Adeyemi zu Geld gemacht wurden. Solange keine Planstelle im Sturm frei wird, muss der Asllani-Deal zwangsläufig auf Eis liegen.
Kovac mahnt: "Uns fehlen die Sanchos und Haalands"
Für Trainer Niko Kovac ist die Situation unbefriedigend. Der Kroate hatte bereits zum Ende der Saison deutlich gemacht, dass dem Kader die absolute Spitze fehlt, um in der Champions League und im Titelrennen ernsthaft mitzumischen: „"Uns fehlen die Sanchos und Haalands.“ Neben einem kreativen Nachfolger für Julian Brandt steht auch ein spielstarker defensiver Mittelfeldspieler ganz oben auf der Wunschliste des Trainers.
Die Zeit drängt für die Dortmunder Chefetage. Bereits am 12. Juli bittet Kovac zum Trainingsauftakt für die neue Saison. Bis dahin müssen im Idealfall erste Domino-Steine fallen, damit Book & Co. die Millionen wieder reinvestieren können.
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