In den sauren Apfel der XXL-Länderspielpause mussten alle Liebhaber des regulären Ligabetriebs und Vereinsfußballs in den letzten Wochen beißen. Vier Spiele, drei Wochen Auszeit – und dadurch eine hohe Belastung innerhalb kurzer Zeit. Gleichzeitig stehen trotz dieser umfassenden Unterbrechung bereits zu Mitte November die übrigen zwei Partien der Nations League auf dem Plan.
Von diesen Rahmenbedingungen ist Niko Kovac kein Fan, um es ganz vorsichtig zu formulieren. Als Cheftrainer von Borussia Dortmund ist er auf besondere Weise von dieser Länderspielpause betroffen. Immerhin muss seine Mannschaft bereits am Freitagabend und somit zum frühestmöglichen Zeitpunkt wieder aufspielen, beim Heimspiel gegen Werder Bremen.
Kovac hat Gegenvorschlag – mehrere Dortmund-Spieler angeschlagen
"Von Klubseite aus ist das total inakzeptabel. Es geht nicht nur um Kranke oder Verletzte – sondern wir haben auch [über] zweieinhalb Wochen gar keinen Rhythmus", beklagte Kovac am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor der Partie.
Diese vier Spiele und die dreiwöchige Pause sei in Kombination "definitiv zu viel", urteilte Kovac und schlug stattdessen die seiner Ansicht nach weitaus bessere Alternative vor: "Dreimal zwei [Wochen], das wäre die beste Lösung, da sind die Spieler zwar zehn Tage weg, aber dann hat man sie wieder." Dadurch, dass die Nations League mit Pflichtspielen aufwarte und es so keine Freundschaftsspiele mehr für die Nationalmannschaften gebe, könne man außerdem "inzwischen gar nichts mehr ausprobieren".
Auch in personeller Hinsicht wurde der BVB durch diese Länderspielpause etwas in Mitleidenschaft gezogen. "Die Spieler waren viel unterwegs. Zwei Spieler, Konstantinos Karetsas und Daniel Svensson, sind ein bisschen verkühlt. Mathis Albert kommt erst am Donnerstag aus Amerika zurück, Ramy Bensebaini hat gestern noch gespielt und muss aus Afrika zurückreisen", führte Kovac aus. Dazu gibt es noch ein großes Fragezeichen rund um Nico Schlotterbeck. Einerseits scheint das Ausmaß seiner Verletzung noch nicht zu 100 Prozent klar zu sein, andererseits ist ein Einsatz am Freitagabend auch noch nicht per se ausgeschlossen (90min berichtete).
