Wenn man bei der Rückkehr von Manuel Neuer ins Tor der deutschen Nationalmannschaft vom Comeback des Jahres spricht, ist das wohl nicht übertrieben. Doch nicht bei allen kommt die Rückholaktion der Torwartlegende durch Bundestrainer Julian Nagelsmann gut an.
Uli Stein kann Neuer-Comeback nicht nachvollziehen
Beim Comeback von Manuel Neuer im DFB-Team schwingt für eine andere deutsche Torwart-Ikone jede Menge Unverständnis mit. Für den sechsmaligen deutschen Nationalkeeper Ulrich "Uli" Stein (WM-Teilnehmer 1986) ist die Rückkehr von Manuel Neuer ins deutsche Tor mit einem mehr als faden Beigeschmack versehen, wie er nun in seiner kicker-Kolumne deutlich machte.
Offensichtlich zweifelt Stein daran, dass Manuel Neuer an alte Glanztage anknüpfen kann. Beim Bayern-Kapitän vermisse er altbekannte Qualitäten. "Im Tor sehe ich diese Strahlkraft und Extraklasse schon länger nicht mehr“, so die Beurteilung Steins über Neuer. Bereits bei Neuers WM-Teilnahme 2022 seien seine Leistungen laut Stein "nicht mehr top gewesen".
"Im Tor sehe ich diese Strahlkraft und Extraklasse schon länger nicht mehr [...] Sportlich – und im Grunde auch medizinisch – ist diese Rückkehr insgesamt nicht nachvollziehbar. Ich sehe darin leider null Sinn."Uli Stein über Neuer-Comeback beim DFB

Mit wenigen Ausnahmen analysierte der mittlerweile 71-jährige Stein die Auftritte Neuers gnadenlos und ließ fast schon kein gutes Haar mehr an der deutschen Nummer eins. Laut Stein setzte es bei Manuel Neuer in letzter Zeit "viele unglückliche Aktionen und Gegentore, fehlende Dynamik und Explosivität, etwas kaschiert vielleicht durch seine stets ruhige Körpersprache“.
Dennoch sieht der frühere Bundesligakeeper und deutsche Meister von 1982 und 1983 (beim HSV, Anm. d. Red.) durchaus noch hilfreiche Qualitäten bei Neuer. Schließlich sei der Bayern-Keeper "nicht irgendwer, sondern als Typ mit seiner Erfahrung und Aura jemand, der intern und nach außen in der langen Zeit des Zusammenseins in kritischen Phasen des Turniers positiv auf Prozesse einwirken kann.“

Für Uli Stein fällt das Fazit über das Comeback von Manuel Neuer im DFB-Tor dennoch mehr als negativ aus. "Sportlich – und im Grunde auch medizinisch – ist diese Rückkehr insgesamt nicht nachvollziehbar. Ich sehe darin leider null Sinn.“
Stein lässt sich Hintertür für Entschuldigung offen
"Sollte alles gut gehen [...] wäre ich der letzte, der nicht sagt: Ich habe mich seinerzeit geirrt."Ul Stein
Doch Stein, der nach eigener Aussage anstelle des leidtragenden Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim gar nicht erst mitgeflogen wäre, ließ sich ein Hintertürchen für eine Entschuldigung offen. "Sollte alles gut gehen und das Abschneiden der Nationalmannschaft den vorab entstandenen Wirbel ein Stück weit rechtfertigen, wäre ich der letzte, der nicht sagt: Ich habe mich seinerzeit geirrt.“ Mal sehen, wer nach der Weltmeisterschaft 2026 also Recht behalten wird.
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