Topfavorit für Trainerstuhl in Frankfurt: Was muss man über Albert Riera wissen?

Albert Riera ist nun plötzlich Topfavorit auf den Trainerposten bei Eintracht Frankfurt.
Neuer Topfavorit auf den Trainerstuhl bei Eintracht Frankfurt: Albert Riera
Neuer Topfavorit auf den Trainerstuhl bei Eintracht Frankfurt: Albert Riera / Stephen McCarthy/GettyImages
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Eintracht Frankfurt hatte durch Vorstandssprecher Axel Hellmann bereits durchklingen lassen, dass die Suche nach einem neuen Trainer bei der SGE in den finalen Zügen liege und kurz vor dem Ende stehe. Während zuvor Namen wie Edin Terzic oder Marco Rose schnell aus dem Rennen waren und die großen Träume von Xabi Alonso längst begraben wurden, hielt sich vor allem der Name Jacob Neestrup hartnäckig. Der Trainer des dänischen Spitzenklubs FC Kopenhagen wurde als Topfavorit auf die Nachfolge des entlassenen Dino Toppmöller gehandelt. Am Dienstag dann plötzlich der Paukenschlag: Der eigentliche Favorit, der bald auf dem Frankfurter Trainerstuhl sitzen soll, ist doch ein Spanier – allerdings nicht Xabi Alonso.

Frankfurts Mr. X ist Albert Riera!

Wie Transferexperte Florian Plettenberg im Transfer Update bei Sky am Dienstagabend verkündete, soll Albert Riera Ortega der neue Mann an der Seitenlinie der SGE werden. Er wäre somit der bereits rätselhaft angekündigte Nachfolger von Dino Toppmöller. Doch wer ist Albert Riera eigentlich und was sollte man über den Spanier wissen?

Hierzulande dürfte der Name des 43-jährigen Spaniers nur wenigen etwas sagen, doch seine Laufbahn als Trainer hat durchaus beeindruckende Abschnitte aufzuweisen.

Wechselhafte Spielerkarriere

Albert Riera wurde am 15. April 1982 im spanischen Manacor geboren und durchlief die Jugend des RCD Mallorca von wo aus er 2001 auch zum Profi heranreifte und 2003 für fünf Millionen Euro zu Girondis Bordeaux wechselte. Nach zwei Jahren in der Ligue 1 ging es zurück nach Spanien wo er sich Espanyol Barcelona anschloss und im Januar 2006 per Leihe zu Manchester City nach England wechselte.

Dort wusste Riera offenbar Eindruck zu hinterlassen, denn der FC Liverpool sicherte sich 2008 die Dienste des Spaniers, der nach seiner halbjährigen City-Leihe wieder bei Espanyol gespielt hatte. Im September 2008 wechselte Albert Riera für knapp zehn Millionen Euro Ablöse zu den Reds an die Anfield Road, wo er bis zum Sommer 2010 insgesamt 56 Pflichtspiele absolvierte.

Albert Riera im Trikot des FC Liverpool
Albert Riera im Trikot des FC Liverpool / Liverpool FC/GettyImages

Anschließend ging es für eine Saison zu Olympiakos Piräus nach Griechenland und danach zu Galatasaray Istanbul, wo er von 2011 bis 2014 spielte. Nach seiner Zeit beim türkischen Topklub spielte Riera noch für den FC Watford in England und stand Udinese Calcio in der italienischen Serie A unter Vertrag. Anschließend heuerte er nochmals bei Jugendklub RCD Mallorca, bevor er seine Karriere in Slowenien ausklingen ließ, wo er bei DNS Zavrc und den FC Koper unter Vertrag stand. 2016 beendete Albert Riera seine aktive Laufbahn.

Albert Riera absolvierte 16 Länderspiele für Spanien, hier beim CONFED-Cup 2009
Albert Riera absolvierte 16 Länderspiele für Spanien, hier beim CONFED-Cup 2009 / Adam Davy - EMPICS/GettyImages

Der 1,88 m große ehemalige linke Außenbahnspieler lief 16 Mal für die spanische Nationalmannschaft auf und erzielte dabei vier Länderspieltore. Auch so manchen Titel sammelte der Spanier auf Vereinsebene: Einmal wurde er griechischer Meister und einmal spanischer Pokalsieger. Am erfolgreichsten war er bei Galatasaray Istanbul, wo er neben zwei türkischen Meistertiteln auch den türkischen Pokal und den türkischen Supercup holte.

Trainerlaufbahn im Schatten der Großen

Albert Riera begann seine Trainerlaufbahn auf Profiebene, als er 2020 Co-Trainer bei seinem Ex-Klub Galatasaray Istanbul unter Domenec Torrent wurde. Bis Sommer 2022 blieb Riera Co-Trainer beim türkischen Spitzenklub, ehe er als Cheftrainer bei NK Olimpija in Slowenien anheuerte. Dort hatte Riera eine durchaus erfolgreiche Zeit, ehe er ein Jahr später beim NK Celje übernahm, wo er seinen Punkteschnitt sogar nochmals anheben konnte. Im Oktober 2023 übernahm er den Cheftrainerposten beim französischen Klub Girondins Bordeaux, allerdings nur für 32 Spiele. Seit Sommer 2024 ist er zurück bei NK Celje – und das überaus erfolgreich.

Im Fußball weit rumgekommen: Albert Riera
Im Fußball weit rumgekommen: Albert Riera / Seb Daly/GettyImages

Riera führte den kleinen Klub bis nach Europa und erreichte in der laufenden Saison die Play-offs der Conference League. Zudem steht sein Team nach nur 18 Spielen mit großem Vorsprung auf Rang eins der slowenischen ersten Liga und stellt sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive.

Riera eine Wundertüte?

Als Trainertyp soll Albert Riera über eine starke Ausstrahlung und eine klare Spielidee verfügen, die auf dem spanischen Fußball basiert. Mit einem vergleichsweise unbekannten Kader hat er bei seinem aktuellen Arbeitgeber mit dem Einzug in die Playoffs der Conference League eine absolute Sensation geschafft, was vor allem beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass er dabei favorisierte Teams wie AEK Athen, Sigma Olmütz und Legia Warschau besiegt hat. Der Vertrag des 43-Jährigen soll bei Celje noch bis 2028 laufen, demnach wäre für die SGE wohl eine Ablösesumme fällig.

Dennoch gilt Albert Riera als potenzieller Nachfolger von Dino Toppmöller nun gewissermaßen auch als großes Experiment, mit dem sich die Adler im Falle eines Scheiterns das Leben selbst erschweren könnten. Der Spanier hat auf höchstem Niverau noch kaum Trainererfahrungen und würde bei der SGE in kein einfaches Umfeld bzw. in keine einfache Situation kommen. Zudem spricht der Spanier kein Deutsch, was eine gewisse Sprachbarriere darstellen dürfte. Eine dennoch mehr als spannende Personalie!


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