Beim 1. FC Köln sitzt der Schock über die jüngste Kaderbekanntgabe der deutschen Nationalmannschaft tief. Obwohl Said El Mala in seiner ersten Bundesliga-Saison mit 13 Treffern und fünf Vorlagen maßgeblich zum Klassenerhalt des Aufsteigers beigetragen hat, fehlt der 19-Jährige im 26-köpfigen WM-Aufgebot.
Die sportliche Führung der Geißböcke reagierte umgehend auf die bittere Absage von Julian Nagelsmann und stellte sich demonstrativ vor ihr Sturmjuwel.
"Wenn man seine Entwicklung und seine Leistungen in dieser Saison betrachtet, hätte er es sich definitiv verdient."Thomas Kessler
Gegenüber dem kicker machte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler aus seiner Gefühlslage keinen Hehl und fand deutliche Worte. "Wir als FC-Familie und natürlich auch ich persönlich finden es sehr schade, dass Said nicht mit zur WM fährt", erklärte der 40-Jährige und schob ein klares Plädoyer für seinen Schützling hinterher: "Wenn man seine Entwicklung und seine Leistungen in dieser Saison betrachtet, hätte er es sich definitiv verdient."
Lieber Said, Deine Zeit im @DFB_Team wird kommen. 18 Scorer-Punkte in Deiner ersten Bundesliga-Saison sprechen für sich. Darauf kannst Du sehr stolz sein und wir sind es auch! ❤️
— 1. FC Köln (@fckoeln) May 21, 2026
_#effzeh pic.twitter.com/rdkvjBuXig
Auch auf den vereinseigenen Kanälen stärkte der Bundesligist seinem Offensivspieler direkt den Rücken. In einem emotionalen Instagram-Beitrag hob der Klub die herausragenden 18 Scorer-Punkte in der ersten Bundesliga-Saison hervor und versicherte dem 19-Jährigen: "Darauf kannst du sehr stolz sein und wir sind es auch!"
Großer Stolz statt scharfer Kritik an Nagelsmann
Trotz der spürbaren Enttäuschung vermied man am Rhein jedoch jegliche öffentliche Kritik in Richtung des DFB. Kessler betonte vielmehr ausdrücklich, dass man die Entscheidung des Bundestrainers vollends respektiere. Im Vordergrund steht bei den Kölner Verantwortlichen ohnehin die Freude über die rasante Entwicklung des Angreifers, der beim FC seine ersten Schritte im deutschen Fußball-Oberhaus gemacht hat.
Der Blick richtet sich am Geißbockheim nun fest in die Zukunft. Kessler zeigte sich gegenüber dem kicker felsenfest davon überzeugt, dass El Mala nach dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko ein ernsthafter Kandidat für den dauerhaften Kreis der Nationalmannschaft sein wird.
Taktik gab den knappen Ausschlag
Dass der Weg des pfeilschnellen Dribbelkünstlers unweigerlich ins DFB-Team führen wird, sieht im Übrigen auch Julian Nagelsmann so. Der Bundestrainer versicherte nach dem laut eigenen Aussagen komplizierten Absage-Telefonat, dass El Malas Zukunft im Nationaldress definitiv kommen werde.
Den knappen Ausschlag gegen den Kölner Top-Torjäger gaben letztlich rein taktische Erwägungen, da das tiefe Umschaltspiel des FC nicht optimal zur deutlich höheren und dominanteren Spielidee der DFB-Auswahl passe.
Dass diese Argumentation des Bundestrainers zumindest hinterfragt werden kann, zeigen die von Nagelsmann angesprochene "Heatmaps" von El Mala und dem nominierten Leroy Sané im Vergleich. Das Effzeh-Sternchen befand sich in der abgelaufenen Saison im Schnitt sogar etwas näher am gegnerischen Tor als der Galatasaray-Star.
„Saids Heatmap ist zu nah am eigenen Tor und deshalb haben wir uns für Leroy entschieden“ pic.twitter.com/RlypiNvlN6
— Jonah (@jonah_cgn) May 21, 2026
- Mehr dazu im 90min-Kommentar zum DFB-Kader: Eine verpasste Chance
Weitere Köln-News lesen:
