Nachdem die letzten zwei Weltmeisterschaften absolute Desaster waren, hat Deutschland 2026 einiges gut zu machen. Nach der emotionalen Heim-EM, die dramatisch im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Spanien endete, sind die Erwartungen in der Bundesrepublik enorm.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bei seinem WM-Kader für ein paar Stirnrunzler gesorgt. Ein paar große Namen haben es nicht ins Aufgebot geschafft.
Hier ist die deutsche Top-Elf der Daheimgebliebenen:
Torwart: Noah Atubolu

Noah Atubolu hat beim SC Freiburg eine starke Saison gespielt und maßgeblich zum Erreichen des 7. Tabellenplatzes in der Bundesliga sowie dem Einzug ins Europa-League-Finale beigetragen.
Spätestens durch die Rückkehr von Manuel Neuer war aber klar, dass es für Atubolu nicht reichen wird. Mal sehen, ob ein Wechsel zu einem Top-Klub in diesem Sommer – über den eifrig spekuliert wird – sein Standing im DFB-Team aufhübschen kann.
Rechter Verteidiger: Ridle Baku

Nagelsmann hat bei seinem WM-Kader auf einen gelernten Rechtsverteidiger verzichtet – eine fragwürdige Entscheidung! Joshua Kimmich ist dort eingeplant, einen echten Backup gibt es nicht.
Sehr überraschend, dass Ridle Baku kein WM-Ticket bekommen hat. Der Leipziger hat eine ordentliche Saison gespielt und konnte bei der Länderspielreise im vergangenen November mit einem Tor und einer Vorlage aufwarten. Sollte Kimmich etwas passieren, müssen nun wohl Malick Thiaw oder Pascal Groß dort aushelfen.
Innenverteidiger: Matthias Ginter

Unter Julian Nagelsmann spielte Matthias Ginter im DFB-Team zu keinem Zeitpunkt eine Rolle – daher überrascht es nicht, dass er bei der WM nicht dabei ist. Verdient hätte er es aber allemal, denn bei der bockstarken Freiburger Saison stach Ginter als Abwehrchef hervor. Zudem hätte er dem Team als Top-Charakter gut getan.
Innenverteidiger: Yann Bisseck

Obwohl er mit Inter Mailand das Double gewann und auch die meiste Zeit in der Startelf der Nerazzurri stand, fand Yann Bisseck keine Berücksichtigung. Macht der 25-Jährige so weiter wie bisher, darf man aber sicher sein, dass er 2028 zum EM-Kader des DFB-Teams gehört.
Linksverteidiger: Maximilian Mittelstädt

David Raum, Nene Brown und Maxi Mittelstädt: Auf der Linksverteidiger-Position gab es drei Kandidaten für zwei Kaderplätze – der Stuttgarter zog den Kürzeren.
Das liegt wohl auch daran, dass Mittelstädt im Laufe der Saison spürbar nachgelassen hat und erst am Saisonende wieder in Fahrt kam. Da war es allerdings schon zu spät, zumal Raum und Brown sich überhaupt nichts zu schulden kommen ließen.
Zentrales Mittelfeld: Tom Bischof

Der Youngster hat beim FC Bayern ein wirklich gutes Debütjahr gehabt und gezeigt, dass er auf der großen Bühne mithalten kann. Weil Tom Bischof nicht nur im Mittelfeld, sondern auch als Außenverteidiger und sogar auf dem Flügel spielen kann, hätte er als Schweizer Taschenmesser eine gute Kaderergänzung abgegeben. Absolut unverständlich, dass Nagelsmann auf Bischof verzichtet hat.
Zentrales Mittelfeld: Assan Ouedraogo

Assan Ouedraogo ist eines der größten deutsche Talente und wird sicherlich noch so manches Turnier mit dem DFB-Team bestreiten. Leider hatte er von November bis April mit Knieproblemen zu kämpfen, die seine WM-Hoffnungen zunichte machten. Als er fit war, hat Ouedraogo aber gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist.
Offensive: Said El Mala

Der größte Schocker der Kader-Nominierung: Said El Mala ist nicht dabei! Zuvor hatten der Kölner Stadt-Anzeiger und die Bild berichtet, dass der FC-Star nominiert werden würde – was die Verwunderung über seine Nicht-Nominierung noch größer machte.
Nach seiner fabelhaften Saison hätte El Mala zur WM mitreisen müssen. Punkt.
Offensive: Karim Adeyemi

Mit seiner Geschwindigkeit kann Karim Adeyemi eine Waffe sein. Dass Nagelsmann trotzdem auf den BVB-Star verzichtet, hat seine Gründe: Technisch ist der Flügelspieler schwach unterwegs, zudem hat Adeyemi häufig die falsche Entscheidungsfindung. In Dortmund hatte er zuletzt das Nachsehen gegenüber Maxi Beier – so auch im deutschen WM-Kader.
Offensive: Chris Führich

Nach Mittelstädt ist Chris Führich der zweite VfB-Star, der bei der WM leer ausgeht. Dabei hatte der Flügelspieler mit 15 Scorerpunkten eine wirklich starke Saison, vor allem in der Rückrunde konnte Führich brutal auftrumpfen.
"Chris und Maxi haben in der Rückrunde gute Schritte gemacht, das ist absolut richtig. Sie gehören zu den absoluten Härtefällen. Das tut mir extrem leid für die beiden", sagte Nagelsmann über Führich und Mittelstädt. Bei Führich merkte der Bundestrainer an, dass er im DFB-Dress häufig nicht die Qualitäten, die er beim VfB zeigte, nachweisen konnte.
Stürmer: Nicolo Tresoldi

Lange wurde gerätselt, ob Tim Kleindienst oder Niclas Füllkrug ein WM-Ticket bekommen würden. Antwort: nein!
Ohnehin hätte es Nicolo Tresoldi viel eher verdient gehabt, als Stürmer im deutschen Kader zu stehen. Der Ex-Hannoveraner hat bei Club Brügge eine starke Saison gespielt und sogar in der Champions League geglänzt. Es tut weh, dass solch ein talentierter Torjäger nicht ans DFB-Team herangeführt wird.
Honorable mentions: Serge Gnabry und Anton Stach
Gnabry hätte definitiv im Kader gestanden, hätte er sich nicht schwer verletzt. Auch Stach hätte sich gute Chancen ausrechnen können, musste kurz vor Saisonende aber ebenfalls angeschlagen passen.
