Vor dem Achtelfinalspiel zwischen den USA und Belgien (Dienstag, 2 Uhr) ist die WM 2026 endgültig zum Politikum geworden. Eigentlich hätten die Gastgeber auf ihren rotgesperrten Angreifer Folarin Balogun verzichten müssen, doch es kam anders: Etwas mehr als 24 Stunden vor dem Spiel wurde die Sperre nachträglich nur auf Bewährung ausgesetzt. Eine offizielle Begründung dafür lieferte der Weltverband nicht.
Somit darf Balogun gegen Belgien also doch auf dem Platz stehen, was aus vielerlei Hinsicht skandalös ist. Zum einen handelte es sich bei der Roten Karte, die der Stürmer der AS Monaco im Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) sah, ganz sicher nicht um eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters, da er seinen Gegenspieler klar mit der Sohle an der Wade traf. Zum anderen hinterlässt die Aufhebung der Sperre aufgrund der engen Beziehung zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump einen faden Beigeschmack. "Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt", schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social.
"Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war."Donald Trump
Wenig überraschend geisterte bereits am Sonntagabend durch die Medien, dass Trump Infantino höchstpersönlich um eine Aufhebung der Sperre gebeten habe. Dementieren wollte Trump dies nicht - ganz im Gegenteil.
"Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war", gab der Präsident vor Reportern im Weißen Haus zu, sich in die Thematik höchstpersönlich eingemischt zu haben. Er schob hinterher: "Alles, was ich getan habe, war, um eine Überprüfung zu bitten. Ich habe nicht gesagt, ihr müsst das tun."
Trump greift Schiri Claus an: "Er ist ein bisschen Suspekt"
Trump, der im Übrigen noch bei keinem einzigen WM-Spiel selbst vor Ort war, bezeichnete die Rote Karte als "schreckliche Entscheidung" des Schiedsrichters Raphael Claus und griff diesen verbal an. Der brasilianische Referee sei "ein bisschen suspekt, wenn man sich seine Vergangenheit anschaut. Er hat eine Entscheidung getroffen, die niemand glauben konnte."
Laut Trump sei Balogun der beste Spieler der USA, "und er hat ihm die Rote Karte gegeben. Ich wusste gar nicht, was das bedeutet", gab er zu. Doch es handle sich um "keinen Fall, in dem jemand zugeschlagen hat, was, wie Sie wissen, etwas anderes wäre".
Eines ist klar: Die Kritik an der FIFA für die Entscheidung, Balogun zu begnadigen, wird nach Trumps Worten nicht geringer werden.
Mehr News zur WM 2026 lesen:
