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Belgien "fassungslos": Reaktionen auf zurückgenommene Sperre von Balogun

Die USA kann dank der FIFA im Duell mit Belgien doch auf Folarin Balogun setzen. Von einer angeblichen Einmischung seitens Donald Trump ist die Rede. Die Reaktionen fallen deutlich aus.
Donald Trump mit Gianni Infantino im Vorlauf zur WM im Weißen Haus
Donald Trump mit Gianni Infantino im Vorlauf zur WM im Weißen Haus | Bloomberg/GettyImages

Durch seine Rote Karte beim 2:0-Sieg über Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale, wäre Folarin Balogun für das Achtelfinale automatisch gesperrt gewesen. Stattdessen kann sich die USA freuen: Der bereits dreifache Torschütze bei dieser Weltmeisterschaft darf nun doch gegen Belgien aufspielen. Die FIFA hat die Rote Karte nachträglich nur auf Bewährung ausgesetzt.

Die Reaktionen auf diese Maßnahme des Verbands fallen allesamt äußerst kritisch aus. Insbesondere der belgische Fußballverband erklärte in einem deutlichen Statement sein Unverständnis für diese außergewöhnliche Maßnahme.

"Der KBVB reagiert fassungslos auf die Entscheidung der FIFA", heißt es etwa bereits in der Einleitung. Dass sich die FIFA dabei auf Artikel 27 des Diziplinar-Reglements bezieht, dürfe aber keine Gültigkeit haben, denn: "Artikel 66.4 des selben Diziplinar-Reglements besagt jedoch, dass eine Rote Karte automatisch eine Sperre für das nächste Spiel nach sich zieht." Dazu könnten auch sämtliche Rot-Platzverweise als Vergleiche herhalten.

SOCCER: JUL 01 FIFA World Cup 26 Round of 32 - USA v Bosnia and Herzegovina
Folarin Balogun darf auch gegen Belgien aufspielen | Icon Sportswire/GettyImages

"Der automatische Charakter einer Sperre wurde darüber hinaus ausdrücklich im spezifischen Statement Nr. 16 zur WM 2026 aufgegriffen", führt der belgische Verband aus und bezieht sich damit auf ein Schreiben an die Teilnehmernationen vom 12. Mai 2026. Dazu gab es noch eine entsprechende Ankündigung: "Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Länder sowie den allgemeinen Fairplay-Gedanken unseres Sports – sowohl jetzt als auch bei allen künftigen FIFA-Weltmeisterschaften – zu schützen, wird der KBVB diesen Fall eingehend prüfen."

Bislang macht es allerdings nicht den Eindruck, als würde die FIFA von ihrer Entscheidung wieder abweichen. Ohnehin findet das Spiel bereits in der Nacht zu Dienstag (02:00 Uhr deutscher Zeit) statt, sodass kaum Zeit für einen derartigen Einspruch bleibt.


Pochettino und Trump freut es – Klopp sieht "verrückten" Vorgang

"Danke an die FIFA, die das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit abgewendet hat!"
US-Präsident Donald Trump

Mauricio Pochettino, der Nationaltrainer der USA, sprach derweil von einer "fantastischen Entscheidung, nicht nur für uns, sondern für den Fußball". Seine Begründung: Es sei ohnehin "niemals eine Rote Karte" gewesen, sodass die Annullierung dieser nur fair und daher auch so zu begründen sei.

Einen besonders faden Beigeschmack bekommt die Geschichte jedoch durch ein vermeintliches Eingreifen von Donald Trump. Übereinstimmenden Informationen von The Athletic und der Nachrichtenagentur AP habe der US-Präsident höchstselbst bei Gianni Infantino angerufen und darum gebeten, die Rot-Sperre von Balogun nochmals zu überprüfen. Die FIFA beteuert zwar, dass dieser Schritt gänzlich unabhängig von irgendwelchen Bitten geschehen sei – doch die Nähe zwischen US- und FIFA-Präsident war bereits im Vorlauf des Turniers zu beobachten. Nicht zuletzt auch durch den eigens geschaffenen Friedenspreis, der natürlich auch an Trump ging.

Auf seiner Plattform 'Truth Social' postete Trump auch im Anschluss an die Entscheidung: "Danke an die FIFA, die das Richtige getan und eine große Ungerechtigkeit abgewendet hat!"

Auf diese Meldungen reagierte auch Jürgen Klopp bei Magenta TV. "Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, ist das verrückt. Das stellt alles infrage", so der vermeintlich nächste Bundestrainer. Im Spiel mag die Rote Karte eine falsche Entscheidung gewesen sein, so Klopp weiter, doch müsse man mit derartigen Tatsachenentscheidungen im Fußball leben – inklusive der Sperre.

Rot sah der US-Stürmer gegen Bosnien übrigens auf VAR-Eingriff. Eine harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung. Balogun traf seinen Gegenspieler wohl unabsichtlich, aber mit der Sohle voll in die Achillessehne.


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