Schiri-Ärger bei BVB-Sieg - Kovac macht Geständnis
Von Oliver Helbig

Wie schon zu Saisonbeginn sah es zeitweise danach aus, als würde der FC St. Pauli zum großen Stolperstein für Borussia Dortmund werden und dem BVB nach vorheriger Führung doch noch den Tag verderben. Die Borussen führten bereits mit einem sicher geglaubten 2:0 ehe die Hamburger, wie schon am 1. Spieltag, knallhart zurückschlugen. Damals führte Dortmund mit 3:1 am Millerntor, doch St. Pauli glich den Zwei-Tore-Rückstand aus und erreichte zum Abpfiff damals ein 3:3-Unentschieden, das zum Stimmungsdämpfer beim BVB wurde.
Auch am gestrigen Samstag lag dieser bittere Beigeschmack schon in der Luft, doch am Ende hatte Dortmund doch noch das glücklichere Händchen und konnte eine Wiederholung dieses Dämpfers abwenden. Der BVB profitierte dabei auch von einer strittigen Elfmeterentscheidung, die letztlich den 3:2-Siegtreffer durch Emre Can hervorbrachte und die Mannschaft von Trainer Niko Kovac mit drei Punkten belohnte. Am Ende aus Dortmunder Sicht wohl ausgleichende Gerechtigkeit und guter Zuspruch vom Fußballgott, denn mit dem ersten Treffer der Gäste hatte man nicht nur während des Spiels gehadert.
Ausgleichende Gerechtigkeit?
Nach Abpfiff sprach Matchwinner Emre Can am Sky-Mikro aus, was vielen Dortmundern auf der Zunge brannte. Er bemängelte, dass ein Foul an Nico Schlotterbeck nicht geahndet wurde. Dies führte letztlich zu einem Eckball für die Hamburger und dann zum Anschlusstreffer. "Das war ein ganz klares Foul - und dann passiert die Ecke", bemängelte Can. Mit dem umstrittenen Strafstoß spät in der Nachspielzeit, der den Sieg für den BVB brachte, konnte Cans Gemüt jedoch besänftigt werden. Die Entstehung des Elfmeters sorgte aber dennoch für Diskussionen. Grund dafür war, dass für viele nicht schlüssig war, ob sich das Foul nun innerhalb oder außerhalb des Strafraums zugetragen hatte.
"Soll mir einer mal sagen, ob das jetzt auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Kamera-Einstellung gesehen, auf der man das belegen kann."
- Alexander Blessin, St. Pauli-Coach
"Soll mir einer mal sagen, ob das jetzt auf der Linie war oder nicht. Ich habe keine Kamera-Einstellung gesehen, auf der man das belegen kann", ärgerte sich sich Pauli-Coach Alexander Blessin nach dem Spiel über die Entscheidung des VAR, die zur Entscheidung Straf- und nicht Freistoß führte. Auch BVB-Coach Niko Kovac ließ durchblicken, dass die Szene streitbar und der Frust der Gegner nachvollziehbar war. Der 54-Jährige gestand: "Ich war überrascht, dass sich der VAR einschaltete. Ich bin heute der Glückliche, er (Blessin, Anm. d. Red.) ist der Traurige."
Kovac hat Verständnis für Unmut bei St. Pauli
Kovac hatte aber durchaus Verständnis für den Unmut seines Trainerkollegen aus der Hansestadt. "In seiner (Blessin, Anm. d. Red.) Situation hätte ich es genauso gesehen", sagte Kovac. Und weiter: "Ob er nun drin war oder draußen, kann ich nicht beurteilen. Das sind so Szenen heutzutage: Du musst nur ein bisschen zum Ball gehen und den Fuß ausstrecken. Der Verteidiger will klären und trifft dich am Fuß, plötzlich gibt es Elfmeter. Heute war das auf unserer Seite, in Frankfurt war es die andere Seite. Es ist leider so."
"Ich war überrascht, dass sich der VAR einschaltete. Ich bin heute der Glückliche [...] In seiner (A. Blessin, Anm. d. Red.) Situation hätte ich es genauso gesehen."
- Niko Kovac, BVB-Coach
Letztendlich wird es aber wohl dabei bleiben, dass es eine weitere Szene aus dem Bundesligaalltag gibt, die die Diskussion um den VAR weiter anheizen und ihn in einer weiteren Facette angreifbar machen wird. In Dortmund ist man aber zumindest an diesem Wochenende fein damit und freut sich über späte drei Punkte.
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