Etwa zehn Minuten vor der Halbzeitpause hatte Harry Kane die Gelegenheit, den FC Bayern durch einen Elfmeter beim VfL Wolfsburg in Führung zu bringen. Ungewohnterweise verschoss der Engländer den Strafstoß jedoch. Auf den ersten Blick wirkte es noch wie eine soweit ungewohnte, aber insgesamt doch normale Aktion. Beim genaueren Hinsehen wurde jedoch sichtbar, dass der 32-Jährige kurz vor dem Schuss kurz wegrutschte und den Ball daher nicht vernünftig platzieren konnte.
Was zuvor kaum zu sehen war: Das Ausrutschen von Kane war kein Zufall, der es in dem Moment einfach mit den abstiegsbedrohten Wölfen hielt. Viel eher war es eine wohl geplante Aktion seitens Jeanuel Belocian.
Der junge Abwehrspieler des VfL hatte, wie die TV-Kameras später aufzeigen konnten, absichtlich den Elfmeterpunkt sabotiert. Seine Hacke hatte er immer wieder in den Rasen gerammt, wie man es hier und da schon häufiger gesehen hatte. So wurde der Teil des Platzes, den Kane für den möglichst gut platzierten Schuss brauchte, etwas seifig und rutschig. Der Plan ging auf – der FCB-Star verschoss und es ging mit dem zwischenzeitlichen 0:0 in die Pause, durch das Wolfsburg noch Hoffnungen auf einen Punktgewinn hegte. Auch wenn es später doch die 0:1-Niederlage gab.

Bischof appelliert an Fairplay – Urbig und Kompany zeigen viel Verständnis
Tom Bischof fand die Aktion gar nicht gut, wie er nach dem Spiel auch offen kommentierte (via Sky): "Ich weiß, dass Wolfsburg um die Relegation kämpft, um in der Bundesliga zu bleiben. Trotzdem finde ich, dass es eine unnötige Aktion ist. Ich glaube, Fairplay macht man trotzdem, auch wenn es um viel geht."
Etwas mehr Verständnis für diese Maßnahme zeigte wiederum Jonas Urbig. "Für Wolfsburg geht es um alles. Deswegen bin ich gar nicht böse darum, dass da jemand den Elfer manipuliert hat. Im Endeffekt geht es da um die Existenz", so der 22-jährige Keeper.
Vincent Kompany hingegen wollte erst gar keine Diskussion um die Elfmeter-Sabotage aufmachen. Der Bayern-Cheftrainer zeigte ein ganz klares Verständnis für die Ausgangslage des VfL und daher auch für derartige Aktionen.
"Was erwarten Sie, was die machen? Einfach klatschen, wenn wir ein Tor machen und sagen: 'Das war gut gespielt.'?", so Kompany nach dem Spiel. Weiter: "Klar muss man das anschauen und vielleicht kann man da etwas sagen oder machen. Aber was sollen die Spieler von Wolfsburg machen? Einfach absteigen, ohne alles zu versuchen? Das geht nicht."
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