Es ist und bleibt eine Herkules-Aufgabe, den Durchbruch beim FC Bayern zu schaffen. Wie die Beispiele Lennart Karl, Aleksandar Pavlovic oder Jamal Musiala zeigen, steht die Tür grundsätzlich aber offen.
In der vergangenen Rückrunde deutete vieles darauf hin, dass Bara Sapoko Ndiaye der nächste große Hit werden könnte. Der 18-Jährige gab am 29. Spieltag sein Bundesliga-Debüt und durfte auch bei den drei darauffolgenden Partien ran. Zweimal stand er dabei sogar in der Startaufstellung.
Zwar war deutlich zu erkennen, dass Ndiaye ein Rohdiamant ist, der noch geschliffen werden muss, jedoch überzeugten seine Ansätze voll und ganz. Der Senegalese schaffte überraschend den Sprung zur WM 2026 und kam im Sechzehntelfinale gegen Belgien zu einem Joker-Einsatz. Inzwischen hat Ndiaye vier Länderspiele für den Senegal bestritten.

Die Bayern reagierten auf die prächtige Entwicklung des Mittelfeld-Talents und nahmen den zuvor nur von den Gambinos Stars geliehenen Spieler für 3,5 Millionen Euro fest unter Vertrag.
"Der Werdegang von Bara Ndiaye ist absolut außergewöhnlich. Es ist für uns alle überraschend und beeindruckend, wie schnell das bei ihm alles gegangen ist", freute sich Jochen Sauer über die rasante Entwicklung des Youngsters.
FC Bayern: Ndiaye sollte eigentlich die Nummer vier im Mittelfeld werden
Vieles deutete darauf hin, dass Ndiaye sozusagen die Vorjahresrolle von Tom Bischof einnehmen würde. Die Bayern haben Leon Goretzka ziehen lassen und den zuvor verliehenen Noel Aseko nach Frankfurt verkauft. Zudem haben sie auf einen Ersatz verzichtet, wodurch Ndiaye in der Hierarchie eigentlich auf Platz vier hätte springen müssen. Den ausbleibenden Transfer auf der Sechs hätte man auch als Vertrauensbeweis für Ndiaye werten können.
Die Realität gestaltet sich jedoch ganz anders. Ndiaye stand zwar meistens im Kader, hat aber lediglich zwei Pflichtspiel-Einsätze abbekommen. Dabei handelt es sich um mickrige drei Minuten im Pokalspiel gegen Osnabrück sowie um eine Minute gegen Arsenal.
Ndiaye außen vor: Bayern-Fans zeigen sich verwundert
Bei den Bayern-Fans hat sich inzwischen schon Verwunderung breitgemacht. "Den Plan mit Bara verstehe ich nicht. Man hat scheinbar kein Vertrauen in ihn, warum hat man dann nicht einen anderen Mittelfeldspieler als Nr. 4 geholt?", schrieb ein X-User, nachdem Ndiaye zuletzt im Kader gegen Leipzig fehlte.
"Man holt ihn extra aus Gambia und dann nicht mal in den Kader", wunderte sich ein anderer. Zur Erinnerung. Ein gewisser Sacha Boey erhielt gegen die Leipziger sogar Spielminuten.
Erstaunlich ist all das vor allem deswegen, weil sich insbesondere Vincent Kompany enorm für die Verpflichtung von Ndiaye eingesetzt haben soll. Noch handelt es sich bei den Nachfragen bezüglich des Youngsters um Fan-Stimmen, jedoch kann man davon ausgehen, dass sich Kompany auch bald auf Pressekonferenzen und intern die Frage stellen muss.
Bayern-Abflug im Winter? Ndiaye benötigt dringend Spielzeit
Klar ist, dass es so, wie es aktuell läuft, nicht weitergehen kann. Ein 18-Jähriger benötigt Spielzeit, um sich zu entwickeln. Wenn er für Bayern II oder die A-Junioren schon zu gut, jedoch noch nicht reif für die Profis ist, muss im Winter eine Leihe erfolgen.
Es ist natürlich auch hinlänglich bekannt, dass Kompany keine Geschenke verteilt. Ist ein Youngster im Training nicht gut genug, darf er auch an den Spieltagen nicht ran. Dies hat beispielsweise auch Adam Aznou leidvoll erfahren, der daraufhin den Abflug gemacht hat.
Stellt sich nur die Frage, ob die Bayern nicht zwingend im Mittelfeld nachlegen müssen. Zwar können Nathaniel Brown und Konrad Laimer auch im Mittelfeld-Zentrum spielen, sind primär aber für andere Positionen vorgesehen.
Sollte es noch zu verletzungsbedingten Ausfällen kommen, wird es personell schnell eng. Zudem besteht die Gefahr, dass die Platzhirsche Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic in der entscheidenden Saisonphase überspielt sind. Hier wird es Antworten geben müssen.
