Provokante Aussage: Hamann stellt Kane infrage
Von Leonard Schmidt

Was für viele Beobachter nach einer historischen Saison von Harry Kane aussieht, bewertet Didi Hamann deutlich anders. Der frühere Nationalspieler überraschte bei Sky mit einer Prognose, die in München für Verwunderung sorgen dürfte. Während andere Experten von neuen Bestmarken sprechen, zeichnet Hamann ein ungewöhnlich pessimistisches Bild vom weiteren Saisonverlauf des Bayern-Stürmers.
Hamann widerspricht Matthäus deutlich
Im gemeinsamen Sky-Talk mit Lothar Matthäus zeigte sich schnell, wie unterschiedlich die Einschätzungen ausfallen. Während Matthäus damit rechnet, dass Kane den aktuellen Tore-Rekord der Liga knacken und auf 45 Saisontore kommen könnte, widerspricht Hamann deutlich: "Nein, Kane wird den Lewandowski-Rekord nicht knacken und am Ende der Saison bei 26 Toren landen."
Eine durchaus gewagte Prognose, denn nach 15 Spieltagen steht der Engländer bereits bei 19 Treffern in der Bundesliga. Eine einfache Hochrechnung würde aktuell auf 43 Tore nach 34 Spielen hinauslaufen.
Eine konkrete Begründung für seine provokante These liefert Hamann allerdings nicht. Möglicherweise spielt für ihn jedoch der enge Spielplan im kommenden Jahr eine Rolle. Auf die Bayern wartet eine extrem volle zweite Saisonhälfte mit Partien in der Liga, im Pokal und in der Champions League.
Gerade mit Blick auf die Königsklasse wäre es durchaus nachvollziehbar, wenn Trainer Vincent Kompany seinen Star-Stürmer in der Bundesliga nicht immer über die volle Distanz einsetzt. Sollte Kane häufiger nach rund 60 Minuten vom Platz gehen oder nur von der Bank starten, könnten ihm am Ende der Saison entscheidende Minuten fehlen, um die hoch gesteckte Marke von Robert Lewandowski tatsächlich zu erreichen.
Meister ja, Europa nein
Mit Blick auf die möglichen Titel zeigt sich Hamann jedoch nicht durchweg pessimistisch: "Ich denke, dass der FC Bayern neben der Meisterschaft auch den Pokal holen wird", räumte er ein. In der Champions League sieht er die Münchner dagegen weiterhin nicht ganz vorne und hält Paris Saint-Germain für einen möglichen Titelverteidiger.
Lothar Matthäus blickt dagegen deutlich optimistischer auf den weiteren Verlauf: "Bisher haben mich Arsenal und Bayern am meisten beeindruckt", erklärt er. Aus deutscher Sicht sei der FC Bayern für ihn die Mannschaft mit den besten Chancen, entsprechend ergänzt Matthäus: "Ich traue ihnen das Endspiel auf jeden Fall zu."
Ob Hamanns düstere Kane-Prognose und seine Einschätzungen zu den Wettbewerben am Ende eintreten, wird die Rückrunde zeigen. Auch wenn seine Thesen erneut stark nach Provokation wirken, lassen sich dafür durchaus nachvollziehbare Ansätze finden.
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