Skip to main content

Problem bei der WM: Von dieser deutschen Schwachstelle spricht niemand

Bundestrainer Julian Nagelsmann muss vor der WM noch einige Probleme lösen. Über eines davon spricht praktisch niemand.
Wer läuft bei der WM 2026 auf den Flügel-Positionen auf?
Wer läuft bei der WM 2026 auf den Flügel-Positionen auf? | Stefan Matzke - sampics/GettyImages

In eineinhalb Monaten fällt der Startschuss zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Hinter den Erfolgsaussichten des deutschen Teams stehen nach zuletzt wechselhaften Leistungen noch einige Fragezeichen. Problemfelder wie die Positions-Debatte um Joshua Kimmich, der sowohl im Mittelfeld als auch rechts hinten gebraucht wird, sind allseits bekannt.

Wenig optimal ist auch die Situation im Mittelsturm, da Deniz Undav weiterhin der einzige deutsche Angreifer ist, der konstant abliefert, bei Julian Nagelsmann aber wohl nur eine Nebenrolle einnehmen wird.

Deutschland hat ein Winger-Problem

Bei all diesen Fragen kommt jedoch eine Sache etwas zu kurz. Stand jetzt hat das deutsche Team - insbesondere nach der Verletzung von Serge Gnabry - auch ein Problem auf den offensiven Außen. Hinlänglich bekannt ist, dass sich Florian Wirtz und Jamal Musiala auf der Zehn am wohlsten fühlen. Bekleiden kann diese Position aber nur einer der beiden. Voraussichtlich fällt die Rolle Wirtz zu, weil es um Musiala noch ein paar Unklarheiten bezüglich der Form und der regelmäßigen Einsatzfähigkeit über 90 Minuten gibt.

Doch selbst wenn man Wirtz auf der Zehn und Musiala auf einer Flügelposition einsetzt, fehlt noch ein zweiter Top-Flügel. Optionen gibt es genug, jedoch fehlt ein Spieler aus dem obersten Regal.

Sané mit überschaubaren Leistungen

Hoch im Kurs stand bei Nagelsmann zuletzt etwas überrschend Leroy Sané. Seine Bilanz bei Galatasaray Istanbul ist aber schlichtweg nicht gut. Sieben Tore und neun Assists klingen nicht ganz schlecht, jedoch hat er dafür 40 Pflichtspiele benötigt.

Noch dazu kommt, dass die Süper Lig nicht zu den Top-Ligen gehört. In der Champions League hat Sané keinen einzigen Treffer markieren können. Man darf also seine Zweifel daran haben, dass der Ex-Münchner wirklich auf Top-Niveau zum entscheidenden Faktor werden kann.

Viele solide Optionen, kein Ausnahmespieler

Neben Sané, der zwar potenziell Spitzenklasse ist, das aber fast nie zeigt, gibt es eine ganze Reihe an Spielern, die auf einem guten Niveau kicken, aber keineswegs Ausnahmespieler sind. Zu nennen wären die beiden Stuttgarter Chris Führich und Jamie Leweling, die eine sehr anständige Saison spielen, aber eben keine Stars sind.

Auf einem ähnlichen Niveau ist Kevin Schade beim FC Brentford unterwegs. Keinen von ihnen würde man wirklich als Starter im DFB-Team erwarten. Karim Adeyemi hätte man das vielleicht zugetraut, ist davon inzwischen aber noch weiter weg als BVB-Kollege Maximilian Beier, der aber auch kein klassischer Außenbahnspieler ist.

Sind die Top-Talente schon weit genug?

Neben den etablierten Profis gäbe es dann eben noch die beiden Top-Talente Said El Mala und Lennart Karl. Beide verfügen über ein größeres Potenzial als Führich, Leweling und Co. Beide sind aber dafür noch nicht mal 20 Jahre alt und auf der großen Bühne reichlich unerfahren. Noch eher würde man Karl einen Startelfplatz zutrauen, weil er mit den Bayern auch schon in der Champions League geglänzt hat, jedoch fehlt der Youngster aktuell verletzt. Ohnehin sind Karl und El Mala eigentlich Spieler, die insbesondere als Joker wertvoll werden könnten.

Ist Havertz eine Option?

Grundsätzlich bestände auch noch die Möglichkeit, Wirtz und Musiala auf Außen spielen zu lassen und Kai Havertz auf die Zehn zu stellen. Dies hat aber den Nachteil, dass sowohl Wirtz als auch Musiala dann nicht auf ihrer 1-A-Position spielen würden. Zudem könnte Havertz selbst in diesem Szenario nicht mehr als Mittelstürmer auflaufen. Hinzu kommt der Aspekt, dass Havertz ständig mit Verletzungen zu kämpfen hat und überhaupt nicht im Rhythmus ist.

Eine wirkliche Top-Lösung gibt es für Nagelsmann auf dem Flügel schlichtweg nicht. Letztlich muss die Form der Einzelspieler und die Frage, wie die Position interpretiert werden sollen, über den Startelfplatz entscheiden.


Weitere News zur Nationalmannschaft lesen:

Add us as a preferred source on Google