Die Champions-League-Spielzeit 2026/27 beginnt mit dem ersten Spieltag in der Ligaphase. Für die Top-Teams geht der Blick aber natürlich schon ein gutes Stück weiter. Einige von ihnen haben im Sommer dreistellige Millionen-Summen in neue Spieler investiert und haben das feste Ziel, den Henkelpott in die Höhe zu recken. Wir werfen einen Blick auf unsere Top-10 im 90min-Power-Ranking.
10. Borussia Dortmund

Im letzten Jahr brachen die Borussen im Playoff-Duell gegen Atalanta ein. In diesem Jahr soll es hingegen wieder zumindest ins Achtelfinale oder noch besser ins Viertelfinale gehen. Genau in diesem Bereich sind die Borussen zu erwarten. Die Stimmung ist besser als im Vorjahr und mit Konstantinos Karetsas kam ein herausragend talentierter Youngster neu dazu.
Zwar schmerzt die Verletzung von Giannis Konstantelias, jedoch haben die Verantwortlichen auch auf diese gut reagiert. Wichtig wird sein, dass Nico Schlotterbeck nach seiner Verletzung gut zurückkommt, Serhou Guirassy bei Laune bleibt und im entscheidenden Moment nicht viele Leistungsträger ausfallen.
9. FC Liverpool

Der FC Liverpool wurde von den Buchmachern noch vor einem Jahr ganz weit oben gesehen. Die Reds haben Unsummen in die Mannschaft investiert, jedoch hat kaum ein Neuzugang wirklich eingeschlagen. Florian Wirtz steht sinnbildlich dafür. Die Reds haben zwar gutes Personal, aber die Leistungen stimmten in der Vorsaison nicht. Auch in der laufenden Spielzeit stottert der Motor noch.
Der Transfer von Bradley Barcola war enorm wichtig, jedoch fehlt der Glaube, dass der Franzose alleine das Ruder herumreißen kann. Leistungsträger wie Virgil van Dijk und Alisson Becker werden zudem nicht jünger.
8. Atlético Madrid

Atlético Madrid war das Team, das im WM-Finale die meisten Spieler gestellt hat. Dies ist durchaus ein Qualitäts-Siegel. Atlético beherrscht sowohl den giftigen und unangenehmen Fußball, wie ihn Argentinien zu spielen pflegt, als auch das taktisch und technisch ausgereifte spanische Spiel. Es wird wie in jedem Jahr eine Herausforderung für gegnerische Teams, Atlético zu knacken.
Tatsächlich gibt es aber eine große Unbekannte - und diese nennt sich Julián Alvarez. Der Argentinier wollte unbedingt weg und könnte zu einem großen Problemfall werden. Nur wenn der Stürmer sportlich abliefert, besitzt das Team offensiv die nötige Gefährlichkeit. Weitere Unterschiedsspieler sucht man vergeblich.
7. Inter Mailand

Inter Mailand darf man nie abschreiben, weil das Team taktisch diszipliniert spielen kann und auch ein gewisses Gen für große K.o.-Spiele hat. Dieses kommt zwar nicht in jeder Saison zum Tragen, aber eben immer wieder. Die Mailänder sind seit Jahren im Großen und Ganzen eingespielt und verfügen auch in der Offensive mit Lautaro Martinez und Marcus Thuram über Torjäger, die in den großen Matches erfolgreich sein können.
Der Abschied von Denzel Dumfries schmerzt allerdings. Zudem sind Kreativspieler wie Hakan Calhanoglu oder Henrikh Mkhitaryan etwas in die Jahre gekommen. Inter muss über seine mannschaftliche Geschlossenheit kommen und hoffen, dass Martinez oder Thuram den Unterschied ausmachen.
6. Manchester City

Manchester City befindet sich weiter im Umbruch. Nach Kevin De Bruyne im Vorsommer hat mit Rodri nun ein weiterer Kopf der Mannschaft die Skyblues verlassen. Der Klub hat sich aber für den Verlust praktisch dreifach abgesichert, indem für das Mittelfeld-Zentrum Enzo Fernández, Elliott Anderson und Ayyoub Bouaddi gleich drei Hochkaliber für gut 350 Millionen Euro verpflichtet wurden.
Die Mittelfeld-Zentrale ist stark aufgestellt und mit Erling Haaland hat man vorne eine echte Waffe. Leichte Unsicherheiten gibt es hingegen bei den offensiven Außen und in der Innenverteidigung. Josko Gvardiol und Ruben Diaz kamen in den letzten Monaten nicht ganz an ihr Top-Niveau heran. Bei den Skyblues müsste für einen Finaleinzug schon alles passen.
5. FC Arsenal

Sehen wir keinen Premier-League-Klub im Halbfinale? Möglich wäre es, denn mit dem FC Arsenal schafft es auch der aussichtsreichste England-Klub nicht in unsere Top-4. In der Vorsaison haben die Gunners durchaus vom - selbst erarbeiteten - Losglück profitiert und sind ins Finale spaziert. Dort gab es eine unglückliche Pleite gegen PSG im Elfmeterschießen. Oft machen solche Niederlagen ein Team noch besser. Beim FC Arsenal könnte es aber die eine Chance gewesen sein, die man verpasst hat.
Die Rückenverletzung von William Saliba trifft die Gunners hart, zumal das Team von seiner Defensive lebt. Zwar kamen im Sommer brauchbare Leute dazu, jedoch hat der Klub spielerisch durchaus ein paar Defizite im Vergleich zur absoluten Elite.
4. FC Bayern

Schafft der FC Bayern im dritten Anlauf unter Vincent Kompany den Sprung ins Finale? Möglich wäre das natürlich, jedoch gibt es die üblichen Probleme, die genau das verhindern könnten. Wie gewohnt ist der Kader ziemlich schmal, weshalb verletzungsbedingte Ausfälle in der heißen Phase schnell zum Problem werden können. Zudem bleibt die offensive Spielweise ein riskantes Unterfangen und kann gegen die absoluten Spitzenteams nach hinten losgehen.
Unklar ist auch, ob Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic im zentralen Mittelfeld dynamisch genug sind und die wichtigen Zweikämpfe gewinnen können. Mit Harry Kane und Michael Olise hat man vorne absolute Waffen, jedoch ist man von diesen auch etwas abhängig. Nicht unerheblich dürfte auch die weitere Entwicklung bei Jamal Musiala und Alphonso Davies sein. Beide haben durch Ismael Saibari und Nathaniel Brown Konkurrenz bekommen, jedoch ist fraglich, ob diese in der Königsklasse schon den Unterschied ausmachen können.
3. PSG

Nach den Champions-League-Erfolgen 2025 und 2026 gehört PSG natürlich erneut zu den ganz großen Favoriten. Mit Maghnes Akliouche und Ferran Torres wurde die Offensive noch breiter ausgestellt, wodurch man gegen Verletzungen gewappnet ist und jederzeit nachlegen kann. Der Verlust von Bradley Barcola ist auf der anderen Seite eine leichte Schwächung.
PSG ist auf allen Positionen hervorragend aufgestellt und funktioniert als Mannschaft perfekt. Stellt sich nur die Frage, ob sich nach den erfolgreichen letzten Jahren nicht ein leichtes Sättigungsgefühl eingestellt haben könnte. Den schwachen Saisonstart in der Ligue 1 sollte man nicht überbewerten, jedoch könnten auch in den wichtigen Spielen ein paar Prozent fehlen.
2. Real Madrid

Real Madrid muss man immer auf der Rechnung haben. Obwohl in der letzten Spielzeit regelrecht ein Krieg in der Mannschaft tobte, war man gegen die Bayern nicht weit von Weiterkommen entfernt. Gelingt es José Mourinho, die Mannschaft zu einen, muss man Real ganz dick auf dem Zettel haben. Das Team war ohnehin schon herausragend besetzt und hat in der Sommerpause mit Yan Diomande, Ibrahima Konaté, Bernardo Silva und Denzel Dumfries auch hervorragende Spieler dazu bekommen, die kleinere Problempositionen im Kader lösen sollen.
Wäre auch noch Rodri gekommen, könnte man fast von einem Dream Team sprechen. Durch dessen Entscheidung gegen Real fehlt ein Denker und Lenker im zentralen Mittelfeld. Genau das könnte die Madrilenen am Ende den CL-Titel kosten.
1. FC Barcelona

Der FC Barcelona hat mit dem Rodri-Transfer die Kräfteverhältnisse kippen lassen. Die Katalanen hatten davor schon ein hervorragend besetztes Mittelfeld, jedoch hat eine Konstante wie Rodri auf der Sechs noch ein wenig gefehlt. Dies dürfte auch die Abwehr entlasten, die häufiger ein paar Probleme hatte. Wichtig ist für Barca in diesem Zusammenhang, dass Pau Cubarsí mit ordentlich Selbstvertrauen von der WM zurückreisen konnte und den letzten Schritt zum Abwehrchef gehen dürfte.
An der Motivation dürfte es bei den Katalanen nicht scheitern. Schließlich wartet der Klub ungewöhnlich lange auf einen Champions-League-Erfolg. Auf der Neuner-Position hat Barca die Abgänge von Robert Lewandowski und Ferran Torres nur durch Gabriel Jesus ersetzt, wohingegen Anthony Gordon und Karim Adeyemi eher für den Flügel vorgesehen sind. An dieser Stelle ist auch die Qualitätsfrage erlaubt.
Barca kann sich das aber wohl ein Stück weit leisten, weil Lamine Yamal und Raphinha der Extraklasse angehören. In großen Spielen sind es ohnehin meist nicht die Mittelstürmer, die für die Entscheidung sorgen.
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