Wolfsburg gegen Schalke "etwas glücklich" im Pokal-Viertelfinale - Stimmen zum Spiel

Yannik Möller
Der entscheidende Moment, in dem Wout Weghorst den Elfer-Nachschuss verwandelt
Der entscheidende Moment, in dem Wout Weghorst den Elfer-Nachschuss verwandelt / Stuart Franklin/Getty Images
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Es war ein unerwartet offenes und umkämpftes Pokalspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 - ein Unterschied zwischen dem Tabellendritten und -letzten war nicht zu erkennen. Jörg Schmadtke sieht das Weiterkommen dementsprechend als "etwas glücklich" an - auf S04-Seite haderte man, mal wieder, mit der Chancenverwertung. Die Stimmen zum Spiel.

Der Nachschuss von Wout Weghorst, nachdem Ralf Fährmann seinen Elfer abzuwehren wusste, besiegelte schlussendlich das Pokal-Aus von Schalke 04. Während der Wettbewerb zuvor noch ein wenig vom grausigen Geschehen in der Bundesliga abzulenken wusste, auch dank eines sehr offenen Spiels mit guten Chancen auf beiden Seiten, muss man sich nun auf den rechnerisch noch möglichen Klassenerhalt konzentrieren.

Schmadtke sieht unnötig offenes Spiel: "Nervig und anstrengend" - Glasner froh über Siegesserie

Dass es eine unerwartet offene Partie war, nervte den einen oder anderen Verantwortlichen des VfL Wolfsburg. So auch Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke, der aber weiterhin große Ambitionen hat (via Sport1): "Es war nervig und anstrengend, weil wir heute nicht so gut gespielt haben. Am Ende sind wir etwas glücklich in die nächste Runde eingezogen. [...] Natürlich wollen wir den Pokal gewinnen. Heute haben wir uns selbst Probleme gemacht. Jetzt schauen wir uns erst einmal die Auslosung an. Natürlich trauen wir uns zu, am Ende auch in einem Endspiel zu bestehen."

Oliver Glasner, der Coach der Wölfe, sah seine Vorahnungen zur Begegnung im Nachhinein als richtig an: "Das Spiel war so schwierig, wie ich es erwartet hatte. Schalke hat richtig guten Fußball gespielt. Es war unser vierter Sieg hintereinander ohne Gegentor, trotzdem werden wir demütig bleiben. Kein Erfolg kommt von allein." Den Gelsenkirchenern habe er immer zugetraut, ein gutes Spiel zu zeigen, was sie "phasenweise gezeigt" hatten.

Insgesamt war er jedoch zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, vor allem mit dem Einsatz und dem Kampf, den sie gezeigt hatte: "Man muss sich jeden Sieg hart erarbeiten, und das haben die Jungs heute gemacht. Wir haben nach hinten raus viel investiert, um die Null zu halten. Zweimal war auch Koen [Casteels] wieder zur Stelle. Das hat er toll gemacht. Nun sind wir sehr glücklich, dass wir im Viertelfinale stehen."

Der angesprochene VfL-Keeper entschärfte die eine oder andere sehr gefährliche Chance der Schalker, war somit maßgeblich am 1:0-Sieg beteiligt. "Das war ein schwieriges Spiel für uns, nicht unser schönstes. Die Hauptsache ist, wir haben die nächste Runde erreicht. Wir wissen aber auch, dass wir es viel besser können, als wir es heute gezeigt haben", resümierte der Belgier anschließend. Auch Maximilian Arnold sprach von einem "dreckigen Sieg", den man allerdings auch mal mitnehmen müsse.

"Haben uns mehr versprochen" - Gross zeigt sich zuversichtlich und lobt Casteels

S04-Trainer Christian Gross hatte bereits vor der Partie betont, dass sein Team eine maximale Effizienz an den Tag legen müsse, um erfolgreich sein zu können. Zwar gab es sogar mehr (und auch wirklich gute) Chancen, als er zuvor prognostiziert hatte, doch die Chancenverwertung war erneut ein leidiges Thema bei Blau-Weiß: "Wir haben uns mehr versprochen. Wir hatten zwei, drei gute Chancen, haben sie aber nicht verwertet."

Auch die VAR-Entscheidung, den Elfmeter für Wolfsburg zu geben, spielte nach dem Spiel noch eine Rolle. Gross haderte mit dem Pfiff: "Das war eine umkämpfte Pokalpartie. Der Elfmeterpfiff war eine sehr, sehr harte Entscheidung." Auch er sprach Casteels ein Sonderlob aus, speziell im Bezug auf die nicht genutzten Möglichkeiten seiner Knappen: "Kompliment an ihn, er hat fantastisch gehalten, was heute entscheidend war. Insgesamt habe ich eine starke Leistung meiner Mannschaft gesehen. Das stimmt mich zuversichtlich für die nächsten Spiele."

Christian Gross sah einen überraschend guten Auftritt des S04
Christian Gross sah einen überraschend guten Auftritt des S04 / Stuart Franklin/Getty Images

Ganz ähnlich äußerte sich auch Fährmann, der den Weghorst-Elfer auch durch etwas Pech nicht nach außen lenken konnte (via Sport1): "Heute war mehr drin. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Es war ein bisschen wie in der ganzen Saison. Wir schaffen es nicht, uns zu belohnen. Das ist schade. Es war trotzdem ein gutes Spiel."

"Den kann man geben, muss man aber nicht", erklärte er weiter zum Strafstoß. Fährmann weiter: "Das ist für uns in der Situation scheiße gelaufen. Es bringt aber jetzt nichts, die Schuld auf den Schiedsrichter zu schieben. Wir hatten genügend andere Situationen, bei denen wir das hätten umdrehen können."

In der Bundesliga trifft Wolfsburg am Samstagnachmittag auf den FC Augsburg, Schalke muss zur gleichen Zeit zu Hause gegen RB Leipzig bestehen.

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