WM-Analysen der TV-Experten: Für Christian Streich "teilweise völlig daneben"

Simon Zimmermann
Christian Streich hält nicht viel von den Analysen der TV-Experten
Christian Streich hält nicht viel von den Analysen der TV-Experten / Helge Prang/GettyImages
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Von TV-Experten hält Christian Streich offensichtlich eher wenig. Der Freiburger Kult-Coach wundert sich vor allem über die Äußerungen der Ex-Spieler. Zum frühen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hat er eine klare Meinung.


Nach dem Schlusspfiff gegen Costa Rica war direkt klar: Die deutsche Nationalmannschaft ist zum zweiten Mal in Folge nach der Gruppenphase einer WM ausgeschieden. Ein Debakel für den DFB, das Manager Oliver Bierhoff wenig später den Job kostete. Bundestrainer Hansi Flick bleibt jedoch im Amt und soll das DFB-Team auf die Heim-WM im Sommer 2024 vorbereiten.

Kritik an der Nationalelf gab es in Deutschland selbstredend viel. Schließlich waren die Ansprüche vor dem Turnier ganz andere. Da nutzte es wenig, dass sich das deutsche Team in der Gruppenphase die meisten Torchancen aller 32 Teilnehmer herausspielen konnte. Am Ende wurde deutlich zu wenige verwertet, während die Defensive in den entscheidenden Momenten nicht stabil genug war.

Hinzu kamen Nebengeräusche wie das Theater um die 'One Love'-Binde, eine Spaltung im Team wegen des Bayern-Blocks, und einiges mehr.

Streich über DFB-Debakel: "Nationalef ist nicht Manchester City"

Kult-Trainer Christian Streich hat sich im SWR nun zur WM und der deutschen Nationalmannschaft geäußert. "Deutschland hat wahnsinnig viele Torchancen gehabt, nur halt nicht gut genug verteidigt. Das war extrem ärgerlich. Wenn du schon so offensiv spielst, musst du auch extrem gut verteidigen - und zwar alle. Und das hat gefehlt. Sonst hätten sie viel erreichen können, glaube ich", zog er Bilanz zu den Leistungen der deutschen Mannschaft.

Streich zog einen Vergleich zwischen dem DFB-Team und Manchester City: "Natürlich haben wir auf manchen Positionen nicht die absolute Weltklasse, das muss man schon sagen. Deshalb wäre es umso wichtiger gewesen, wenn die Mannschaft - koste es, was es wolle - gemeinsam verteidigt hätte. Die Nationalmannschaft ist nicht Manchester City, wo man auf einer Position für 100 Millionen einen Neuen holt. Das geht nicht. Aber im Kollektiv kann man vieles machen."

Streich über TV-Experten: "Das kann nicht wahr sein"

Der Freiburg-Coach nahm sich aber vor allem die TV-Kritiker vor die Brust. Die Äußerungen mancher Experten seien "teilweise völlig daneben" gewesen, so Streich. Besonders störe ihn die Tatsache, dass diese von Leuten geäußert werden, "die teilweise vor ein paar Jahren selbst noch gekickt und sich über die Kritik von denen, die dort saßen, aufgeregt haben. Und jetzt hocken sie selber da und schwätzen teilweise Sachen, bei denen du dir denkst: Das kann nicht wahr sein."

Um sich den Ärger über die TV-Experten zu ersparen, schaltet Streich schnell ab: "In der Regel schalte ich nach dem Spiel sofort aus. Jetzt habe ich es einmal nicht gemacht, jetzt werde ich es in Zukunft wieder so machen. Dann brauche ich keine Werbung zu schauen und auch keine unqualifizierten Kommentare."


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