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Rettig kontert Hoeneß: "Überzeugungstäter" gegen "Katar-Lobbyist"

Yannik Möller
Andreas Rettig
Andreas Rettig / Christof Koepsel/GettyImages
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Die verbale Auseinandersetzung zwischen Uli Hoeneß und Andreas Rettig bezüglich der Kritik an der Weltmeisterschaft und sonstigen Fußball-Partnerschaften mit Katar geht in die nächste Runde. Rettig konterte den Hoeneß-Anruf.


Es war längst nicht das erste und vermutlich auch nicht das letzte Mal, dass sich Uli Hoeneß am Sonntagmittag per Anruf in den Sport1-Doppelpass zustellen ließ. Er wollte sich zur Kritik an Katar äußern, die insbesondere Andreas Rettig im Bezug auf die WM sowie die Partnerschaften aus dem Fußball - etwa der Bayern - geäußert hatte.

Der Ehrenpräsident des FCB bezeichnete ihn als "König der Scheinheiligen" und betonte, dass es den Menschen und Arbeitern in Katar dank der Zusammenarbeit besser gehe und noch besser gehen werde, als in der jüngeren Vergangenheit.

Rettig wiederholt Kritik an "Katar-Lobbyist" Hoeneß

Aussagen, die bei Rettig auf sehr wenig Verständnis trafen. Gegenüber Spox und Goal erklärte der langjährige Funktionär, dass er von dem Anruf durchaus überrascht war, "obwohl er darin bekanntermaßen geübt ist".

Auf die Frage, wie es kommen könne, dass ihre beiden Ansichten so dermaßen weit auseinander liegen, eröffnete der 59-Jährige vermutlich direkt die zweite Runde der Meinungsverschiedenheit. Er betonte: "Das passiert, wenn ein Katar-Lobbyist auf einen Überzeugungstäter in Sachen Menschenrechte trifft."

Bereits in der Sendung hatte er Hoeneß als "Botschafter von Katar" bezeichnet. Gemeint hatte er damit die Verbindungen der Bayern zu Katar. Sowohl durch das von einigen Fans kritisierte Sponsoring, das nach der Weltmeisterschaft auf dem Prüfstand stehen soll, als auch durch das Trainingslager im Winter. Auch in dieser Saison werden die Münchener dorthin fliegen.

Uli Hoeness
Hoeneß hatte sich live in die Sendung durchstellen lassen / Alexander Hassenstein/GettyImages

Zudem kritisierte Rettig auf Nachfrage am Tag darauf, dass sein Gegenüber zugleich die derzeitige Gas- und Energiekrise ins Spiel brachte. "Man kann ein strategisch eingesetztes Sportswashing eines autokratisch geführten Staates ohne Presse- und Meinungsfreiheit und massiven Menschenrechtsverletzungen, der sich zudem durch die Ausrichtung einer WM einen persönlichen Imagetransfer verspricht, nicht mit einer unverschuldet in Energienot geratenen Volkswirtschaft und deren Bekämpfen aufrechnen", so seine feste Meinung.

Ob sich nun auch Hoeneß ein weiteres Mal zu dieser Thematik äußern möchte, wird abzuwarten sein. Ein erneutes Erwidern mitsamt der ein oder anderen spitzzüngigen Bemerkung würde zumindest nicht sonderlich überraschen.


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