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FIFA möchte WM alle zwei Jahre: UEFA warnt vor "großen Gefahren"

Yannik Möller
Die FIFA würde die Weltmeisterschaft im Zweijahres-Rhythmus abhalten
Die FIFA würde die Weltmeisterschaft im Zweijahres-Rhythmus abhalten / OZAN KOSE/Getty Images
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Die UEFA zeigt sich angesichts der Pläne der FIFA, die Weltmeisterschaft alle zwei Jahre abhalten zu wollen, besorgt. Der europäische Verband warnt in einem Statement vor "großen Gefahren" und beklagt die fehlende Zusammenarbeit mit der FIFA.


Eine Weltmeisterschaft im Zweijahres-Rhythmus. Das ist der grundsätzliche Plan der FIFA, die das große Fußball-Turnier nicht mehr nur alle vier Jahre austragen möchte. Von fragwürdigen, weil flexibel auslegbaren Fan-Umfragen bis hin zu offenen Terminkalendern - dieses Projekt erntet derzeit viel Kritik.

Nicht zuletzt auch von der UEFA. Der europäische Verband steht den FIFA-Plänen äußerst kritisch gegenüber. Das tun übrigens auch die großen Ligen in Europa. So warnt die UEFA in einem aktuellen Statement vor "großen Gefahren", sollte eine WM tatsächlich alle zwei Jahre ausgetragen werden.

Weitere Eskalationsstufe zwischen FIFA und UEFA: Europa-Verband kritisiert die WM-Pläne

Das Statement ist eine weitere Eskalationsstufe zwischen den beiden großen Fußball-Verbänden. Darin wirft die UEFA der FIFA auch vor, auf Anfragen und Bitten zu einem offenen Austausch zu den Planungen nicht zu reagieren.

Eine der angesprochenen Gefahren wäre demnach, dass dieses große Turnier seine Magie verlieren würde (Statement via Standard). Das vierjährliche Stattfinden würde der WM viel mehr Faszination verleihen. Mit lediglich zwei Jahren verliert es an Spektakel und Fan-Interesse, so die UEFA. Auch wäre es ein Nachteil für schwächere Nationalmannschaften, deren normale Spiele dadurch immer häufiger ausfallen würden.

Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino möchte zum Ende des Jahres einen Plan haben / Pool/Getty Images

Natürlich gäbe es auch Probleme bei den Spielern. Anstatt sich nach den Spielzeiten ausruhen und regenerieren zu können, müssten sie regelmäßig in hochintensiven Turnieren auflaufen. Der Frauen-Fußball könnte ebenfalls darunter leiden, schätzt die UEFA. Immerhin hätten die Frauen-Turniere dann keinen besonderen Zeitrahmen, sodass sie von den Männer-Turnieren unnötig überschattet werden.

Ein weiterer Kritikpunkt des Europa-Verbands war das Auftreten von Arsene Wenger. Der Zweijahres-Rhythmus soll zu großen Teilen seine Idee, sein eigenes FIFA-Projekt sein. Im frühen September trat er vor die Presse und erklärte die Vorstellungen zu diesem Thema. Dieses Werben hält die UEFA für falsch, spricht sich stattdessen für gemeinsame Diskussionen und Gespräche aus.

Das Statement klar: "Diese Bedenken lassen sich nicht einfach mit unbegründeten Werbesprüchen über die angeblichen Vorteile eines dichteren Kalenders für Endrunden-Turniere ausräumen." Derzeit führt die FIFA eine Machbarkeitsstudie zu den Plänen durch. Die UEFA warnt, diese müsse die angesprochenen Nachteile und Faktoren mit einrechnen.

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