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Wildes 3:4 von Basaksehir und Leipzig – Sörloth hat beim RB-Sieg das letzte Wort: Spielbericht und Netzreaktionen

Markus Grafenschäfer
Dec 2, 2020, 9:09 PM GMT+1
Ausgerechnet Sörloth  (3. v. l.) setzte den entscheidenen Schlusspunkt
Ausgerechnet Sörloth (3. v. l.) setzte den entscheidenen Schlusspunkt | OZAN KOSE/Getty Images
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Zum fünften Spieltag der laufenden Champions League-Saison hatte Basaksehir Istanbul den deutschen Klub RB Leipzig zu Gast. Für beide Klubs war die Partie ein Spiel um Europa, will man doch im internationalen Wettbewerb überwintern. Das bessere Ende in einer wilden Partie mit vielen Toren hatten am Ende die Gäste. Der zuletzt so oft gescholtene Alexander Sörloth sorgte dabei für den wichtigen Treffer zum 4:3-Auswärtssieg.

Leipzig-Coach Julian Nagelsmann tauschte das Personal nach dem 2:1 in Bielefeld am Wochenende insgesamt auf fünf Positionen. Für das Quartett Orban, Halstenberg, Adams, Samardzic und Sörtloth standen Konate, Haidara, Sabitzer, Forsberg sowie Poulsen auf dem Feld. Für die Formation wählte Nagelsmann das etablierte 3-4-2-1 aus.

Aufstellungen, Wechsel und Tore

Aufstellung:

Leipzig: Gulasci - Upamecano, Konate, Mukiele - Angelino, Kampl (ab 46' Adams), Sabitzer, Haidara (ab 90'+4 Orban) - Forsberg (ab 65' Sörloth), Olmo (ab 88' Kluivert) - Poulsen

Istanbul: Günok - Bolingoli (ab 36' Chadli), Skrtel (ab 46' Epureanu), Ponck, Rafael - Türüc, Irfan Can, Özcan (ab 46' Tekdemir), Visca (ab 64' Giuliano) - Gulbrandsen (ab 84' Crivelli), Ba

Tore:

0:1 Poulsen (26')
0:2 Mukiele (43')
1:2 Irfan Can (45'+3)
1:3 Olmo (66')
2:3 Irfan Can (72')
3:3 Irfan Can (85')
3:4 Sörloth (90'+2)

Spielbericht

RB war sofort drin in der Partie. Bereits in der dritten Minute hatte Emil Forsberg eine gute Möglichkeit, früh die Weichen auf Sieg zu stellen. Frei vor dem Tor von Mert Günok setzte der Schwede den Ball aus elf Metern aber neben das Tor. Eine Ecke kurz danach köpfte Nordi Mukiele mit viel Kraft aufs Tor, Günok war diesmal zur Stelle.

Die Gäste blieben dominant. Abermals stand der Basaksehir-Keeper Günok im Mittelpunkt, als er in der 12. Spielminute eine starke Volleyabnahme von Yussuf Poulsen entschärfte. Kurz darauf hatte aber auch die Heimmannschaft im Person von Irfan Can eine erste gute Möglichkeit, allerdings änderte das nichts an der Dominanz der Leipziger. Immer wieder tauchten die Gäste vor dem gegnerischen Tor auf, nur der Ertrag fehlte bislang.

In der 26. Minute schließlich aber der Dosenöffner. Marcel Sabitzer fasste sich aus rund 20 Metern vor dem Kasten ein Herz und zog einfach mal ab. Sein strammer Flachschuss wurde noch unhaltbar von Teamkollege Poulsen abgefälscht und kullerte schließlich neben dem Pfosten ins Netz - 1:0 für die Gäste!

Zehn Minuten nach dem Tor hätte es aber fast auf der Gegenseite geklingelt. Eine Hereingabe von rechts verarbeitete Ex-Hoffenheimer Demba Ba stark, sein satter Schuss wurde allerdings sensationell von Peter Gulasci geklärt. Leipzig musste aufpassen, in dieser Phase kein Gegentor zu kassieren.

Mukiele stellt auf 2:0, doch Basaksehir schafft den Anschluss

Doch die Gäste berappelten sich und stellten kurz vor Halbzeitpfiff auf 2:0. Nach einem schönen Spielzug über links legte der emsige Forsberg für Nordi Mukiele ab. Der junge Franzose traf den Ball zwar nicht voll, dennoch fand der Ball am linken Pfosten seinen Weg ins Tor (43'). Kein schöner Treffer, aber ein umso wichtiger.

Doch bei der komfortablen Führung sollte es nicht bleiben, Basaksehir nutze seine zweite gute Chance eiskalt. Eine Ecke von links passte Edin Visca flach vor den Leipziger Strafraum, wo Irfan Can angerauscht kam. Sein sehenswerter Schuss schlug unhaltbar neben dem Pfosten ein (45'+3). Gut gemacht vom 25-Jährigen, schlecht verteidigt von RB, die den Torschützen mutterseelenallein ließ. Nur noch 2:1 aus Sicht der Gäste. Mit diesem Spielstand ging es zum Pausentee.

RB verschläft Wiederanpfiff, doch Olmo trifft

Zur zweiten Hälfte wechselten beide Teams, bei RB kam Tyler Adams für Kevin Kampl in die Partie. Letzterer war in Halbzeit eins neben dem Platz weggerutscht und hatte sich danach an den Oberschenkel gefasst.

Den besseren Start nach Wiederanpfiff hatte Istanbul. Die Heimmannschaft hatte sofort mehr Zugriff auf die Partie und verzeichnete in der 55. Spielminute eine echte Topchance. Der Schuss voin Routinier Visca aus spitzen Winkel ging allerdings ans Außennetz. Auf der Gegenseite hatte Forsberg in der 61. die Riesenchance, den alten Spielstand wiederherzustellen. Nach starker Vorbereitung von Mukiele vergab der Schwede aus kurzer Distanz aber den Treffer.

Wenig später machte es dann Dani Olmo für RB aber besser - und diesmal war es kein Kullertor! Einen feinen Pass von Angelino verarbeitete der Spanier stark und schloss vor Günok eiskalt ab (66'). Ein schön herausgespielter Treffer, der Leipzig wieder etwas durchatmen ließ.

Durch war das Ding noch lange aber nicht, Basaksehir zeigte die richtige Reaktion. Abermals war es Irfan Can, der per Schlenzer ins linke untere Eck den Anschluss markierte (72'). Ebenfalls ein sehenswertes Tor, das wohl nicht nur, aber vor allem den Istanbuler Stadionsprecher eskalieren ließ.

Es entwickelte sich nun eine extrem offene Partie, beide Teams suchten nun den Weg nach vorne. RB hatte in Person von Poulsen die beste Gelegenheit, doch seine abgefälschte Hereingabe sprang nur an den langen Pfosten (79').

Besser machte es dagegen abermals die Nummer 17 Basaksehirs. Mit einem toll geschossenen Freistoß setzte Irfan Can in der 85' Minute einem sowieso schon irrwitzigen Spiel noch die Krone auf. Sein Schuss aus rund 20 Metern klatschte von der Latte ins Tor - nichts zu machen für Gulasci, Dreierpack für den Irfan Can.

Und es ging direkt weiter, diesmal wieder vor dem Tor des Hausherren. Nach einer Freistoßhereingabe von Sabitzer faustete Keeper Günok den Ball RB-Stürmer Alexander Sörloth ins Gesicht. Der Ball flog an die Latte, Basaksehir konnte klären.

Doch Sörloth hatte nun Blut geleckt, schließlich wartete der Neuzugang immer noch auf sein Premierentor für Leipzig. In der zweiten Minute der Nachspielzeit versenkte der Norweger aus rund 16 Metern ins gegnerische Tor. Was für ein Moment für Sörloth!

Basaksehir warf im Anschluss an den Gegentreffer noch einmal alles nach vorn, doch die Zeit reichte nicht mehr aus. Nach einem wilden Ritt setzte sich RB mit 4:3 gegen den türkischen Klub durch, springt damit vorübergehend auf den zweiten Platz der Gruppe H und hält so die Chancen auf dein Einzug ins CL-Achtelfinale aufrecht. Zumindest Rang drei und die damit verbundene Teilnahme an der Europa League-Zwischenrunde kann dem Bundesligist nun keiner mehr nehmen.

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