Werder Bremen

Werder-Transfers: Was ist bislang passiert - und wo herrscht noch Bedarf?

Simon Zimmermann
Ole Werner bastelt mit Frank Baumann noch am Bundesliga-Kader
Ole Werner bastelt mit Frank Baumann noch am Bundesliga-Kader / Joosep Martinson/GettyImages
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Was ist bei Werder Bremen in diesem Transfersommer bereits passiert? Wer muss den Verein noch verlassen? Und welche Bereiche müssen verstärkt werden? Analyse, Einblicke und Meinung zum Vorgehen des SVW auf dem Transfermarkt...


Was ist schon passiert?

Drei Sommer-Transfers sind bereits fix. Neben dem Augsburger U19-Talent Salifou, der auf Anhieb ein Faktor bei den Profis sein soll, hat sich Werder in der Abwehr prominent verstärkt. U21-Europameister Amos Pieper und Ex-Nationalspieler Niklas Stark wechseln an den Osterdeich - und das jeweils ablösefrei.

Neuzugänge

  • Amos Pieper (Arminia Bielefeld, ablösefrei)
  • Niklas Stark (Hertha, ablösefrei)
  • Dikeni Salifou (FC Augsburg U19, ablösefrei)

Auf der Abgangsseite fällt der Abschied von Ömer Toprak schwer ins Gewicht. Der Abwehrchef war zwar häufig verletzt, mit seiner Klasse dennoch ein wichtiger Eckpfeiler. Werder hätte mit ihm gerne verlängert. Ersatzkeeper Plogmann musste nach Ablauf des Vertrages gehen. Die insgesamt enttäuschenden Leihen von Assalé und Mai endeten. Straudi hatte bei den Profis ohnehin überhaupt keine Rolle gespielt.

Abgänge

  • Luca Plogmann (?, ablösefrei)
  • Simon Straudi (?, ablösefrei)
  • Roger Assalé (Dijon FCO, Leih-Ende)
  • Lars Lukas Mai (FC Bayern, Leih-Ende)
  • Ömer Toprak (?, ablösefrei)

Welche Baustellen gibt es noch?

Im Tor ist Werder weiter gut besetzt, die Gerüchte um Stefan Ortega kann man wohl schnell abhaken. Jiri Pavlenka hat seinen auslaufenden Vertrag verlängert. Michael Zetterer ist eine solide Nummer zwei.

In der Abwehr sind die meisten Positionen bereits besetzt. Friedl und Chiarodia sind für den linken Part der Dreierkette eingeplant. Neuzugang Stark fürs Zentrum und Amos Pieper für den rechten Part. Mit Milos Veljkovic hat ein wichtiger Eckpfeiler seinen auslaufenden Vertrag verlängert. Vor allem nach dem Abschied von Ömer Toprak ein ganz wichtiges Signal für den SVW.

Auf den Schienenspieler-Positionen sind Felix Agu und Anthony Jung fix für den Bundesliga-Kader. Zwei Spieler sollen für diese Positionen aber noch kommen.

Auf der Sechs gibt es mit Christian Groß, Ilia Gruev und Nicolai Rapp derzeit drei Kandidaten. Auch Stark kann diese Position übernehmen. Sollte der richtige Spieler auf dem Markt auftauchen, könnte Werder aber nochmals zuschlagen. Heiß diskutiert wird derzeit auch, ob es noch Verstärkung für die beiden Achter-Positionen braucht, wo Bittencourt, Schmid und Schmidt die wahrscheinlichsten Kandidaten sind.

Im Sturm setzt man am Osterdeich weiter auf die "hässlichen Vögel" Füllkrug und Ducksch. Dahinter ist Eren Dinkci erster Ersatz. Ein weiterer Angreifer dürfte es wohl noch sein. Möglich, dass auch ein schneller Flügelstürmer kommt, der Trainer Ole Werner auch die Option für ein 4-3-3-System bietet. Mit Nick Woltemade hat man noch ein Talent in der Hinterhand, das allerdings eine schwierige Saison hinter sich hat.


Welche Spieler werden gehandelt?

Auf den Außenpositionen sind die Kandidaten klar: Mitchell Weiser soll fest aus Leverkusen kommen. Der 28-Jährige muss sich aber noch entscheiden, ob er finanzielle Einbußen in Kauf nimmt. Für die linke Seite hofft Werder weiter auf einen Transfer von Lee Buchanan von Derby County. Der Engländer soll ablösefrei kommen, derzeit gibt es aber noch vertragliche Unstimmigkeiten mit dem aus der 2. Liga abgestiegenen Klub.

Für das Mittelfeld-Zentrum wird derzeit vor allem Gladbach-Reservist Laszlo Benes gehandelt. Mit Daniel-Kofi Kyereh geistert auch weiter ein Kandidat für das offensive Mittelfeld durch Bremen. Der Pauli-Star wird aber gleich von einer Reihe von Bundesligisten gejagt.

Für die Stürmer-Position ist derzeit TSG-Angreifer Sargis Adamyan der heißeste Name.


Wer könnte Werder noch verlassen?

Nach dem besiegelten Abgang von Ömer Toprak gibt es Gerüchte um reges Interesse an Ilia Gruev, mit dem Werder seinerseits aber gerne verlängern möchte. Ansonsten sieht es so aus, als ob man alle wichtigen Spieler halten kann.


Fazit: Was ist für den SVW möglich?

Für Werder geht es nach der Rückkehr ins Oberhaus einzig und allein um den Klassenverbleib. "Wir werden ein Gehalts-Budget haben, mit dem wir auf einem Abstiegsplatz stehen", erklärte Frank Baumann zuletzt gegenüber der Sportbild. Der SVW-Sportchef fragte auch laut, wer denn eigentlich 22/23 aus der Bundesliga absteigen solle. Mit der Rückkehr von Werder und Schalke gibt es keinen glasklaren Abstiegskandidaten, wie es etwa Greuther Fürth in der vergangenen Saison noch war.

Werders Chancen auf den Klassenerhalt sollten dennoch gut sein. Schon jetzt ist der Kader auch für Bundesliga-Verhältnisse ordentlich besetzt. Ganz vorne kann man auf die "hässlichen Vögel" bauen, defensiv hat man sich top verstärkt und konnte Veljkovic halten. Hier ist Werder trotz des Toprak-Abgangs sehr stark aufgestellt.

In Bremen dürfte man sich wohl vor allem noch eine gute Verstärkung fürs Mittelfeldzentrum und die feste Rückkehr von Mitchell Weiser wünschen. Gelingt auch dies, spricht eigentlich alles für weitere Bundesliga-Jahre. Die Aufstiegs-Euphorie und die wiedererstarkte Beziehung zwischen Mannschaft, Fans und dem gesamten Klub sprechen ebenfalls dafür.


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