Werder Bremen

Gehen oder bleiben? Der Stand bei Pavlenka, Bittencourt und Friedl

Marc Knieper
Die Zukunft der Werder-Profis Jiri Pavlenka (l.) und Marco Friedl (r.) ist ungewiss
Die Zukunft der Werder-Profis Jiri Pavlenka (l.) und Marco Friedl (r.) ist ungewiss / Martin Rose/GettyImages
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Werder Bremen taumelt (nur) im Mittelmaß der 2. Bundesliga. Für potenzielle Winter-Transfers ist das mehr als suboptimal. Einen zweiten Anlauf bei Christian Fassnacht können sich die Grün-Weißen wohl sparen - und auch auf der Abgangsseite herrscht derzeit Funkstille.

Trotz alledem könnten Profis wie Jiri Pavlenka, Leonardo Bittencourt und Marco Friedl den Klub unter Umständen schon im Winter verlassen. 90min liefert den Überblick zum Status quo am Osterdeich:


Nachdem Clemens Fritz vor wenigen Wochen noch Bremer Bewegung auf dem Winter-Transfermarkt angekündigt hatte, backen die Hanseaten inzwischen deutlich kleinere Brötchen. Manager Frank Baumann verriet unlängst, dass es (doch) nicht klar sei, "ob und in welcher Größenordnung wir im Winter etwas auf dem Transfermarkt machen können".

Während Markus Anfang gerne einen weiteren Achter in seinen Reihen hätte, seine Vorgesetzten aber keineswegs zu einem Kauf zwingt möchte, erklärte Fritz zumindest für die Abgangsseite, dass man derzeit nicht plane, jemanden abzugeben. "Es ist auch niemand auf uns zugekommen", wird Bremens Leiter Scouting und Profifußball zusätzlich von der BILD zitiert.

Aber: Das Transferfenster öffnet erst in 46 Tagen - am 01. Januar 2022 um genau zu sein. Dann haben interessierte Klubs exakt einen Monat (bis zum 31.01.) Zeit, den Bremern ordentliche Angebote für ihre Spieler zu unterbreiten. Gänzlich abgeneigt dürften Baumann, Fritz und Co. bei einer passenden Summe für Leistungsträger wie Pavlenka, Bittencourt und Friedl nämlich nicht reagieren.


1. Jiri Pavlenka

Bleibt Jirí Pavlenka bei Werder Bremen?
Jiri Pavlenka (29) hat sich einen Stammplatz in dieser Saison zurück erkämpft / Stuart Franklin/GettyImages


Bei Schlussmann Pavlenka hätten die Grün-Weißen im Winter die letzte Möglichkeit, eine stattliche Ablöse zu generieren. Denn sofern der Tscheche seinen Vertrag nicht verlängert - und das hat er bisher nicht - kann er im Sommer ablösefrei gehen. Für Werders Kasse ein absolutes Ärgernis, das es zu verhindern gilt.

Kürzlich eroberte der im Sommer angeschlagene Pavlenka seinen Stammplatz zwischen den Pfosten zurück. Eigentlich hatte Michael Zetterer nichts falsch gemacht, das Gefühl vom Trainerteam und der Faktor Erfahrung führten aber schließlich zum Torwartwechsel.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, warum Pavlas wieder zwischen den Pfosten steht:

  1. Man schenkt Pavlenka wieder das Vertrauen, damit er am Osterdeich doch noch einmal verlängert.
  2. Werder möchte Pavlas bis zur Winterpause ins Schaufenster stellen, damit potenziell Interessierte zuschlagen und er den Verein im Sommer nicht ablösefrei verlässt.

Klar ist: Pavlenka fühlt sich in Bremen pudelwohl. Seit fast fünf Jahren ist er nun Bremer. Angesichts seines Alters (29) käme ein Wechsel grundsätzlich in Frage, es darf aber angezweifelt werden, für welchen Klub seine (durchaus vorhandenen) Torwart-Skills ausreichen. Für Werder auf jeden Fall.

Trotzdem bleibt die Torwart-Zukunft am Osterdeich überaus undurchsichtig. Denn Pavlenka könnte mit seinem Marktwert in Höhe von 2,5 Millionen Euro im Winter noch einmal Geld in die klammen Kassen spülen. Würde er nicht verlängern, so hätte man mit Zetterer einen für den Klub glühenden Nachfolger in den eigenen Reihen, der in dieser Saison bereits bewies, dass er es ebenfalls kann.

Noch hat Pavlenka jedenfalls nicht verlängert. Anfang Oktober (zu dem Zeitpunkt war er Torwart Nummer zwei) soll er übereinstimmenden Medienberichten zufolge gar die Vertragsgespräche mit Werder gestoppt haben. Kristallisiert sich bis Anfang Januar also kein Wunsch auf Verlängerung heraus, so muss man in Bremen versuchen, den Torhüter an einen anderen Klub zu verkaufen.

2. Leonardo Bittencourt

Bleibt Leonardo Bittencourt bei Werder Bremen?
Leonardo Bittencourt (27) kann nach seiner Verletzung endlich frei aufspielen / Stuart Franklin/GettyImages

Bittencourt feierte am zehnten Spieltag in Darmstadt endlich sein Zweitliga-Debüt für Werder. Zuvor verhinderte eine hartnäckige Innenbandverletzung nicht nur seinen ersten Zweitliga-Einsatz seit 2012 (damals noch bei Cottbus), sondern vermutlich sogar seinen Wechsel im Sommer.

"Hätte ich mich nicht verletzt, wer weiß, ob ich jetzt noch hier sitzen würde", verriet Bittencourt herrlich ehrlich nach seinem Comeback gegenüber der Medien. Es gab bereits "gewisse Kontakte", doch als der Transfermarkt ins Rollen kam, war er verletzt.

Nun möchte der Deutsch-Brasilianer einfach wieder beschwerdefrei Fußball spielen. Der Bremer Fußball unter Markus Anfang komme ihm "sehr entgegen". Auf die Aufgabe habe er Lust: "Ich verspüre ein Kribbeln".

Dass Bittencourt (Vertrag bis 2024) die Bremer im Winter verlässt, gilt daher als unwahrscheinlich. Besser für Spieler und Verein wäre es, sich in den kommenden Spielen sowie der gesamten Rückrunde weiter auszuzeichnen und erst im Sommer über die gemeinsame Zukunft nachzudenken. Bleibt der Aufstieg aus, so wird Bittencourt die Hanseaten im Sommer aber wohl verlassen.

3. Marco Friedl

Bleibt Marco Friedl bei Werder Bremen?
Marco Friedl (23) sorgte zu Saison-Begin mit seinem Spiel-Streik gegen Hansa für einen kleinen Eklat / Stuart Franklin/GettyImages

Gemeinsam mit Bittencourt ist Friedl der wertvollste Spieler im Bremer Kader. Beide Profis haben einen Marktwert in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Anfang des Jahres war Friedl sogar noch 7,5 Millionen Euro wert.

Werders sportlicher Absturz sowie Friedls persönlicher Fauxpas mit seinem Streik im Heimspiel gegen Rostock nach dem verpassten Sommer-Transfer zu Union Berlin schmälern Summe und Ansehen des 23-Jährigen.

Dabei kann der österreichische Abwehrmann durchaus kicken. Nicht umsonst durchlief er die gesamte Jugend des FC Bayern. Früher oder später könnte er - sofern er sich am Riemen reißt - noch einmal bei einem international vertretenen Verein landen.

Beim SVW besitzt Friedl noch ein Arbeitspapier bis 2023. Sollte Werder nicht aufsteigen, so dürfte er spätestens im Sommer von dannen ziehen. Bei einem entsprechenden Angebot könnten die Bremer den Verteidiger aber auch im Winter gehen lassen. Ob er sich noch gänzlich mit Werder identifiziert, scheint seit dem Rostock-Streik ohnehin unklar.

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