Werder Bremen

Werder Bremen plant für Liga eins und zwei: So steht es um die Finanzen

Dominik Hager
Frank Baumann erläutert die finanzielle Lage je nach Saisonausgang
Frank Baumann erläutert die finanzielle Lage je nach Saisonausgang / Stuart Franklin/GettyImages
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Der SV Werder kämpft nicht nur um den Aufstieg um die Bundesliga, sondern auch mit seinen Finanzen. Für Geschäftsführer Frank Baumann und den SVW geht es nun darum, sich auf alle Szenarien einzustellen.


Mit 51 Punkten liegt Werder Bremen derzeit auf Rang zwei der Zweitliga-Tabelle und hat beste Karten, das Kapitel im Unterhaus in sieben Spieltagen zu beenden. Ein Aufstieg hätte jedoch auch finanzielle Folgen, die nicht ausschließlich positiv wären.

Bremen droht Gehaltsexplosion: Spieler-Gehälter derzeit um 40 bis 60 Prozent herabgesetzt

Die Werderaner haben laut Angaben der Deichstube derzeit das große Glück, dass die Verträge der meisten Spieler an die jeweilige Spielklasse angepasst sind. Demnach haben sich die Gehälter-Ausgaben je nach Spieler in etwa um 40 bis 60 Prozent verringert. Im Falle eines Aufstieges würden die Werder-Profis wieder ihr volles Gehalt erlangen.

Die positive Kehrseite eines Aufstieges wäre aber natürlich, dass der Klub durch TV-Gelder und Sponsoring wieder höhere Beträge einnehmen könnte. Frank Baumann möchte daher "mit beiden Szenarien" planen.

"Bei einer Rückkehr in die erste Liga würden unsere Einnahmen steigen, aber wir hätten weiterhin finanzielle Herausforderungen zu meistern", gibt er gegenüber der Deichstube zu bedenken.

Unter den Punkt "Herausforderung" stehen beispielsweise mehrere Kredite und eine Mittelstandsanleihe mit einem Gesamtvolumen von 38 Millionen Euro, für die Zinsen gezahlt werden müssen. Der SV Werder hat das Geld gebraucht, um die Corona-bedingten Engpässe auszugleichen. Aufgeschoben ist aber nun mal nicht aufgehoben.

Bremen konnte Kosten herunterfahren und hofft auf Bonus-Einnahmen

Trotzdem hat der SV Werder finanziell seine Hausaufgaben gemacht und rechnet in dieser Saison mit einer positiven Bilanz. Die Bremer haben nach dem Abstieg über 30 Millionen Euro durch Transfers eingenommen. Zudem sind weitere Bonus-Zahlungen für Klaassen, Eggestein und Augustinsson möglich. Entlastend für den Bremer Geldbeutel ist zudem, dass die meisten Top-Verdiener den Verein im vergangenen Sommer verlassen haben. Die Kader-Kosten sollen sich im Vergleich zum Vorjahr von 47 auf 18 Millionen Euro verringert haben.

"Wir müssen auch in diesem Sommer ligaunabhängig einen Transferüberschuss erzielen, der aber bei weitem nicht so hoch sein muss wie im vergangenen Sommer", zeigte sich Baumann vorsichtig zuversichtlich.

TV-Einnahmen: Bremen muss auf Abstieg von Hertha und Stuttgart hoffen

Eine entscheidende Rolle beim Thema Finanzen werden auch die TV-Einnahmen spielen. Angaben der Plattform fernsehgelder.de zufolge, würde der SVW im Falle eines Aufstieges knapp über 40 Millionen Euro und damit in etwa doppelt so viel wie in diesem Jahr bekommen. Abhängig wäre die Summe allerdings auch davon, welche Klubs auf- und absteigen. Beim Verteilungsschlüssel spielt es schließlich eine Rolle, welche Platzierungen die Klubs in den letzten Jahren eingefahren haben. Demnach wäre ein Abstieg von Stuttgart, Augsburg und Hertha beispielsweise besser als von Bochum, Fürth und Bielefeld.

Sollte es für den Aufstieg reichen, könnte der Werder-Kader kostentechnisch nicht an das Niveau vom Abstiegsjahr (47 Millionen Euro) herankommen, aber in etwa wieder 30-35 Millionen an Etat verschlingen. Allein die angepassten Gehälter würden dafür sorgen, dass sich der Klub keine großen Sprünge leisten kann.

Im Falle eines Verbleibs in der zweiten Liga müsse man hingegen "das Gehaltsgefüge weiter anpassen". Baumann versicherte jedoch, dass der Kader trotzdem "wettbewerbsfähig" sein würde.


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