Werder Bremen

Werder Bremen: Captain Anfang reißt das Steuer rum

Marc Knieper
Markus Anfang passt sich an die Gegebenheiten bei Werder Bremen an
Markus Anfang passt sich an die Gegebenheiten bei Werder Bremen an / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Noch vor wenigen Wochen brodelte bei Werder Bremen der Kessel. Sturmflut am Osterdeich, hieß es. Doch endlich ist Land in Sicht. Captain Anfang passt sich dem brüchigen Schiff der Hanseaten an und reißt langsam, aber sicher das Steuer herum. Ein Kommentar.


Genug der Seemannssprache, Zeit für Tacheles. Werder-Coach Markus Anfang tut endlich das, was alle fordern. Doppelsturm aus Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch – check! Systemwechsel – check! Bankplatz für Lasse Mai – check! Von egozentrischer Sturheit kann längst nicht mehr die Rede sein.

Werder-Coach Anfang lässt endlcih Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug zusammen spielen
Auf dem Papier ein Brett: Werders Doppelsturm aus Ducksch (l.) und Füllkrug (r.) / Stuart Franklin/GettyImages

Von wegen stur: Anfang passt System an Spielermaterial an

Anfang tut endlich das, was er auch in Köln und Darmstadt tat: das System an das vorhandene Spielermaterial anpassen und seinen präferierten Fußball dabei hintenanstellen. Wie das Ganze funktioniert? Ziemlich gut: 1:1 gegen Tabellen-Primus St. Pauli, 2:1 in Nürnberg – das die Ausbeute der vergangenen (durchaus richtungsweisenden) Spiele.


Die aktuelle Tabelle der 2. Bundesliga:

  1. St. Pauli - 26 (Punkte)
  2. Regensburg - 25
  3. Paderborn - 24
  4. Darmstadt - 23
  5. Schalke - 22
  6. Nürnberg - 21
  7. HSV - 20
  8. Werder - 19

Stand: 13. Spieltag (St. Pauli hat ein Spiel weniger)


Der Umstieg vom 4-3-3 auf ein 3-5-2-System verhindert, dass zahlreiche Profis positionsfremd eingesetzt werden. Der neu entfachte Spielwitz macht sich durchaus bemerkbar – auch, weil Lücke und Ducksch als Doppelsturm auf Anhieb gut harmonieren.

Bei Werder brennt noch Licht

Dass die Mannschaft trotz des schwierigen Umbruchs noch lebt, hat sie vor allem mit ihrem Last-Minute-Sieg in Nürnberg wunderbar illustriert. Dass Anfang im Teamkreis nach der Partie (positiv emotional) ausgeflippt ist, zeigt: in Werder samt Coach steckt noch Power. Bei Werder brennt noch Licht.

Markus Anfang reißt bei Werder Bremen langsam, aber sicher das Ruder herum
Ruhe bewahren, Jungs: Markus Anfang und seine Elf haben in Nürnberg absolute Mentalität bewiesen / Stuart Franklin/GettyImages

Bleibt aus Bremer Sicht nur zu hoffen, dass sich die zuletzt gezeigte Mentalität nicht als Eintagsfliege entpuppt, sondern auch Nürnbergs Freunde aus Gelsenkirchen im Weserstadion erfolglos bleiben. Genug Zeit, sich auf das kommende Heimspiel gegen Schalke 04 am 20. November vorzubereiten, haben die Grün-Weißen allemal.

Werder kann und muss die Länderspielpause effektiv nutzen, da nur wenige Spieler mit ihren (U-)Nationalmannschaften unterwegs sind. Das bisher erfolgreiche 3-5-2-System gilt es weiter zu etablieren. Für den gelbgesperrten Nicolai Rapp sollte Niklas Schmidt (zuletzt zwei Mal Bank) zurück in das Mittelfeld rutschen. Mit seiner Übersicht und Kreativität kann er die entscheidenden Steckpässe Richtung Doppelsturm spielen.

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