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Werder Bremen

Werder Bremen: Ist der Zahn schon gezogen?

Marc Knieper
Kann Werder überhaupt noch aufsteigen?
Kann Werder überhaupt noch aufsteigen? / Selim Sudheimer/GettyImages
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Bei Werder Bremen zittern die Knie. Der Start in die 2. Bundesliga verlief schleppend. Doch ist der Zahn schon gezogen? Kann und wird der SVW die Mission Wiederaufstieg versemmeln? Ein Kommentar.


Werder Bremen und die Champions League - für heutige Grundschüler zwei verschiedene Paar Schuhe. Worte, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Dabei spielte der einst so glorreiche SVW noch 2010 in der Königsklasse, gewann sein letztes Spiel auf internationalem Parkett gar mit 3:0 gegen Inter Mailand.

Werder Bremen in der Champions League gegen Inter Mailand
Nostalgie pur: Werder im CL-Duell gegen Inter Mailand / Valerio Pennicino/GettyImages

Heute heißen die Gegner Sandhausen, Ingolstadt und Aue. Die Grün-Weißen sind nach 40 Jahren in der Bundesliga erstmals seit der zuvor einzigen Zweitliga-Saison 1980/81 im Unterhaus angekommen - und schwirren derweil ratlos im dortigen Mittelmaß umher. Genauso viele Siege wie Niederlagen "schmücken" das Konto der Anfang-Elf. Nach zehn Spielen steht man auf Rang zehn, fünf Punkte von Mitabsteiger Schalke 04 (Platz drei) entfernt.

Nach dem sommerlichen Umbruch spricht ganz Bremen weiterhin von einer Kader-Entwicklung, die Zeit benötige. Dass Werder wenig (bis gar keine) Zeit hat, ist klar. Aber ist der Zahn wirklich schon gezogen? Kann und wird Grün-Weiß nicht aufsteigen?

Werder Bremen: Mit Geduld durch schwierige 2. Bundesliga

Die 2. Bundesliga ist spröde, sperrig und unbequem. Sie ist die härteste aller Zeiten. Dass jeder gegen jeden gewinnen kann, ist längst bekannt. Jedes Spiel muss erkämpft werden. Bei Werder fehlt ein echter Leader und Fighter - der nächste Max Kruse eben. Frank Baumann kann und muss seinen Kader im Winter verstärken.

Bis dahin gilt es, den Abstand auf die Aufstiegsplätze so gering wie möglich zu halten. Bei fünf Punkten Abstand auf Platz zwei und drei schon jetzt die Köpfe in den Sand zu stecken, wäre fatal. Die Hanseaten haben eine Menge Potenzial im Kader, müssen aber weiter geduldig bleiben.

Tabelle 2. Bundesliga (10. Spieltag):

  1. FC St. Pauli - 22 Punkte
  2. Jahn Regensburg - 19 Punkte
  3. Schalke 04 - 19 Punkte
  4. SC Paderborn - 18 Punkte
  5. FC Nürnberg - 18 Punkte

Früher oder später platzt der Knoten - sowohl im Kollektiv als auch bei einzelnen Akteuren. Sobald Niclas Füllkrug wieder das Tor trifft (und das wird er), kann er gemeinsam mit Sturm-Kollege Marvin Ducksch eine ähnliche Gefahr versprühen wie etwa Philipp Tietz und Luca Pfeiffer bei Darmstadt oder aber Simon Terodde und Marius Bülter bei Schalke.

Werder Bremen: Wann hat Füllkrugs Talfahrt ein Ende?
Niclas Füllkrug wartet weiter auf seinen ersten Saisontreffer / Martin Rose/GettyImages

Wichtig bleibt, dass trotz der vielen Youngsters und der damit verbundenen Unerfahrenheit auch betagtere Spieler ihre Routine in das Spiel bringen. Denn nur so kann Werder an (aktuell fehlender) Konstanz zulegen. Das Comeback von Leonardo Bittencourt wird der Mannschaft gut tun. Ein Tor-Comeback von Füllkrug sowie die Verpflichtung eines Sechsers im Winter täte ihr Übriges.

Übrigens: Markus Anfang konnte auch bei Darmstadt 98 erst in der Rückrunde konstant punkten. Also, liebe Werder-Fans: Gebt dem Mann und seiner Mannschaft noch ein wenig Zeit. Der ein oder andere Ausrutscher muss geduldet werden. Aber: Der Anschluss darf (bis zum Winter) auch nicht gänzlich schwinden.

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